Kein Zugang zu den Meldedaten

31.03.16 12:03

Esma bestraft Emir-Transaktionsregister DTCC

Von Desiree Backhaus

Die EU-Wertpapierregulierungsbehörde Esma macht Ernst: Sie verhängt eine Geldstrafe gegen DTCC. Der Anbieter eines Transaktionsregisters hatte monatelang versäumt, dem Regulator Zugang zu den Emir-Meldedaten zu gewähren.

MAXPPP/picture alliance/dpa

Steven Maijoor, Chef der Esma, greift durch. Die Wertpapierregulierungsbehörde bestraft DTCC.

Paukenschlag bei der Derivateregulierung Emir: Die EU-Wertpapierregulierungsbehörde Esma verhängt eine Geldbuße in Höhe von 64.000 Euro gegen DTCC Derivatives Repository Limited (DDRL). Es ist das erste Mal, dass die Esma eine Strafe gegen ein Transaktionsregister ausspricht.

Stärker als die Geldbuße dürfte DTCC aber die öffentliche Brandmarkung treffen. Der Vorwurf: Das Transaktionsaktionsregister soll neun Monate lang nicht in der Lage gewesen sein, der Esma einen direkten Zugang zu den Emir-Meldedaten zu gewähren. In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung findet die Behörde dafür deutliche Worte: Die Versäumnisse von DDRL hätten zur „Verspätung beim Zugang der Daten durch den Regulator geführt“. Sie offenbarten „systematische Schwächen in der Organisation“ insbesondere in den Prozessen, Management-Systemen sowie internen Kontrollen. Diese beeinflussten die Qualität der gemeldeten Daten in negativer Weise.

2,6 Milliarden Derivatereports sind betroffen

Die Vorwürfe gegen das größte in der EU registrierte Transaktionsaktionsregister sind schwerwiegend: Zwischen dem 21. März 2014 und dem 15. Dezember 2014 sei die Esma nicht dazu in der Lage gewesen, Derivatemeldungen unmittelbar nach der Übermittlung einzusehen. Die Verspätung baute sich dabei von zunächst zwei auf später 62 Tage auf. 2,6 Milliarden Derivatereports waren nach Angaben der Esma von der Verzögerung betroffen.

DTCC habe es nicht nur versäumt, entsprechende Datenverarbeitungssysteme zu installieren. Als die Probleme bekannt wurden, habe das Transaktionsregister die Behörde nicht rechtzeitig informiert. Außerdem habe DTCC drei Monate gebraucht, bis der Anbieter einen Verbesserungsplan vorgelegt habe. In der Zwischenzeit hätten sich die Zugangsverzögerungen verschlimmert.

DTCC und RegisTR sind die Marktführer in Deutschland

Die meisten deutschen Unternehmen melden ihre Derivatetransaktionen entweder an DTCC oder den Konkurrenten RegisTR. Beide gehörten im November 2013 zu den ersten vier Transaktionsregistern, die die Esma für die Emir-Meldepflicht zugelassen hatte. Insgesamt hatte die Behörde sechs Transaktionsregister für Emir zertifiziert.

90 Tage später, am 12. Februar 2014, trat die Reportingpflicht für Derivatetransaktionen in Kraft. Viele Treasury-Abteilungen und TMS-Anbieter kritisierten den Zeitraum damals als zu kurz, um eine ordnungsgemäße Anbindung an die Transaktionsregister sicherzustellen. Die Esma ließ sich von den Bedenken allerdings nicht beirren und startete das Emir-Reporting vor rund zwei Jahren. Der Start der Meldepflicht verlief erwartungsgemäß recht holprig. Große Zweifel bestehen weiterhin, dass das Projekt zu mehr Transparenz und Finanzmarktstabilität beiträgt.

Backhaus[at]derTreasurer.de