EU-Kommission lässt sich Zeit bei Hedging-Ausnahme

10.03.16 08:24

Esma will neue Meldefelder bei Emir

Von Desiree Backhaus

Die EU-Wertpapieraufsichtsbehörde Esma schlägt vor, die Derivate-Meldepflicht gemäß Emir zu erweitern. In dem Überprüfungsbericht der Esma finden sich aber auch gute Nachrichten für Treasurer.

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Die Emir-Meldepflicht jährt sich in diesen Tagen zum zweiten Mal, die Prozesse für das Reporting der Derivatetransaktionen haben sich inzwischen eingespielt. Allerdings könnten schon bald neue Anforderungen auf die Treasury-Abteilungen zukommen: Die EU-Wertpapieraufsichtsbehörde Esma schlägt in ihrem Bericht zur Überprüfung der technischen Standards unter anderem vor, neue Meldefelder aufzunehmen. „Von derzeit 85 Feldern soll die Meldepflicht auf 129 Felder ausgeweitet werden“, sagt Dr. Karsten Meyer von der Finanz- und Risikomanagementberatung d-fine.

Die Esma hat diesen Vorschlag im November an die Europäischen Kommission übermittelt. Diese hatte bis Mitte Februar Zeit zu antworten. Bisher ist allerdings noch nicht geschehen. Aus Kommissionskreise ist zu hören, man befinde sich derzeit noch in der „Bewertungsphase“. Man wolle sicherstellen, dass die überarbeiteten technischen Standards von „höchster Qualität seien und die Anforderungen aller Marktteilnehmer reflektierten“.

Nachmeldung von Derivatetransaktionen könnte wegfallen

Die neuen Meldepflichten würden für die Treasury-Abteilungen zusätzlichen Aufwand bedeuten. Allerdings hätten die Unternehmen laut Meyer neun Monate Vorbereitungszeit bis die neuen Regeln tatsächlich gelten. An anderer Stelle stellt der Berater den Treasurern dagegen Entlastung in Aussicht: „Die Esma hat auch vorgeschlagen, die Frist für die Nachmeldung von Derivatetransaktionen von drei auf fünf Jahre auszuweiten.“ Statt bis kommenden Februar hätten die Unternehmen dann bis zum 12. Februar 2019 Zeit, die zwischen dem 16. August 2012 und 12. Februar 2014 beendeten Transaktionen zu melden. Beobachter mutmaßen, dass diese Nachmeldepflicht sogar komplett abgeschafft werden könnte.

Von einer möglichen Abschaffung der Hedging-Ausnahme, die vor allem Großkonzerne träfe, gibt es derweil nichts neues. Experten rechnen damit, dass die Kommission frühestens im Sommer ihren Bericht vorlegt. Dann müssten die Änderungen an den Emir-Regelungen noch den langwierigen EU-Gesetzgebungsprozess durchlaufen.

Backhaus[at]derTreasurer.de