Währungsmanagement auslagern

21.11.16 08:14

FX-Overlay-Manager wenden sich an Treasurer

Von Desiree Backhaus

Viele institutionelle Investoren setzen auf Currency Overlay Management, um ihr Portfolio gegen Währungsschwankungen abzusichern. Jetzt wollen die Overlay Manager und Banken auch bei Corporate Treasurern punkten. Kann das gelingen?

Creisinger/iStock/Thinkstock/Getty Images

Die US-Wahl hat für hohe Volatilität an den Währungsmärkten gesorgt, gerade bei einigen lateinamerikanischen Währungen.

Brexit, US-Wahl, schwächelnde Schwellenländer - die Volatilität an den Währungsmärkten ist hoch. Gerade in unsicheren Zeiten soll das sogenannte Currency Overlay Management das FX-Hedging verbessern, werben Banken und Asset Manager. „Mit dieser regelbasierten, automatisierten Sicherungsstrategie schafft man einen Profitpuffer für schlechte Zeiten“, sagt Gianni Hirschmüller, Inhaber von Inferenz Consulting.

Jeder Overlay Manager verfolgt eine andere Strategie. Im Kern werden aber künftige Trends an den Währungsmärkten anhand von Algorithmen oder komplexer verhaltenstheoretischer Modelle prognostiziert. In Phasen ungünstiger Marktbewegungen werden schnell Sicherungen abgeschlossen. Umgekehrt sinkt der Hedging-Ratio, wenn sich der Wechselkurs zum Vorteil des Unternehmens entwickelt. „Welches Sicherungsinstrument abgeschlossen wird - ob Termingeschäft, Option oder ein anderes Derivat -, kann jedes Unternehmen selbst entscheiden“, sagt Hirschmüller, der selbst solche Modelle entwickelt.

Mit Currency Overlay Management das FX-Management auslagern

Institutionelle Anleger nutzen den Ansatz schon lange, um ihr Portfolio gegen Währungsschwankungen abzusichern (passives Management) oder zusätzliche Rendite zu erwirtschaften (aktives Management). Letzteres geht weiter als die reine Absicherung des Grundgeschäfts, viele Unternehmen lehnen dies als „Spekulation“ ab. Dennoch nehmen die Anbieter inzwischen Treasurer in den Fokus: „Auch Unternehmen können davon profitieren, ihr Währungsmanagement an einen professionellen Manager auszulagern“, glaubt Thomas Suter, CEO bei der auf Overlay Management spezialisierten Schweizer QCAM Currency Asset Management AG. Das gelte zwar vor allem für Mittelständler, die selbst nicht über ein großes Treasury-Team mit FX-Expertise verfügen, räumt Suter ein. Er sieht aber selbst für Großkonzerne Effizienzvorteile: „Als Intermediär haben wir Zugang zu diversen Banken, können vergleichen und beraten."

Dass Handelsplattformen ebenfalls Vergleichbarkeit herstellen, lässt Suter nur in Teilen gelten. „Dort müssen Unternehmen zunächst aufwendige Verträge mit den Banken aufsetzen, um über die Plattform zu handeln.“ Overlay-Manager übernehmen dies und profitieren aufgrund ihrer Größe beim Wertpapierhandel von Synergien. Im Gegenzug nehmen sie Management-Fees, hinzu kommen Kosten für das Hedging-Geschäft. Am Ende muss jedes Unternehmen rechnen und die Entscheidung treffen: Wissen intern vorhalten oder auslagern?

backhaus[at]derTreasurer.de

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