Unkündbare Limite im Londoner Markt

01.08.16 09:00

GFL: Kreditversicherer senken Limite

Von Desiree Backhaus

Die Zahlungsmoral verschlechtert sich, die Zahl der weltweiten Insolvenzen steigt. Darauf reagieren auch die Kreditversicherer und senken ihre Limite. Deutsche Treasurer müssen über Alternativen nachdenken.

mady70/iStock/Thinkstock/Getty Images

Die Stahlindustrie gehört zu den besonders betroffenen Branchen: Kreditversicherer senken ihre Limite.

Die Kreditversicherer schlagen Alarm: Erstmals seit dem Finanz- und Wirtschaftskrisenjahr 2009 dürften die weltweiten Insolvenzen in diesem Jahr wieder steigen. Besonders prekär ist die Lage in zwei großen Schwellenländern: In Brasilien dürften die Zahl der Pleiten in diesem Jahr um 22 Prozent gegenüber 2015 zulegen, in China um 20 Prozent, schätzt der Kreditversicherer Euler Hermes. Konkurrent Coface warnte jüngst vor Zahlungsverzögerungen in Asien, insbesondere in Indien und China. Und Atradius stellte gerade fest, dass deutsche Unternehmen häufiger von schlechter Zahlungsmoral betroffen sind als der westeuropäische Durchschnitt.

Die drei deutschen Marktführer haben auf diese Entwicklung bereits reagiert – mit Folgen für die Unternehmen: „Die Versicherer senken die Limite oder lehnen Absicherungen von vorneherein ab“, sagt Marcus Sarafin, Geschäftsführer des Spezialversicherungsmaklers Gesellschaft für Liquidität (GFL). Das gelte insbesondere für die kriselnde Stahl- und Metallindustrie. Aber auch in den Branchen Textil, Lebensmittel und Automobil seien die Kreditversicherer zurückhaltend, Absicherungen zu stellen. 

Kreditversicherungen nach englischem Recht als Alternative

Für deutsche Unternehmen, die in diesen Branchen tätig sind, ist vor allem das Absenken der Limite ärgerlich. Schließlich ist es Sinn und Zweck einer Versicherung, in schwierigen Zeiten zu greifen. Die deutschen Kreditversicherer verstehen sich laut Sarafin aber eher als Frühwarnsystem denn als Risikoträger: „Im Londoner Markt ist das anders“, sagt der GFL-Geschäftsführer. „Dort sind nicht kündbare Deckungen üblich.“ Über die Dauer der Versicherungspolice – in der Regel zwölf Monate – hat das Unternehmen damit Planungssicherheit.

Für Unternehmen, die derzeit mit Limitkürzungen zu kämpfen haben, können unkündbare Deckungen nach englischem Recht eine Alternative sein. Welche Vorgaben deutsche Unternehmen dabei beachten müssen, das lesen Sie im aktuellen E-Magazin von DerTreasurer.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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