Unternehmen größtenteils gut abgesichert / Furcht vor Wechselkursmanipulationen

14.02.13 15:12

Industrie besorgt über Währungskrieg

Von Andreas Knoch

Corporate Treasurer müssen sich auf einen stärkeren Euro und deutlich volatilere Wechselkurse einstellen.

Corporate Treasurer müssen schwankende Wechselkurse absichern.

Thinkstock / Getty Images

Vielen Unternehmen macht der Abwertungswettlauf bereits zu schaffen.

Mit ihren Anleihekäufen in Billionenhöhe haben die Notenbanken rund um den Globus die Spielregeln der Geldpolitik neu definiert. Inzwischen gilt: Je aggressiver die Notenbank Assets aufkauft, desto schwächer ist die Währung. Und dabei hinkt Europa hinter den meisten anderen Währungsräumen her. Seit Mitte Juli 2012 ist die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar um knapp 15 Cent auf inzwischen 1,34 Euro gestiegen. Vielen Unternehmen macht die starke Aufwertung bereits zu schaffen – und zwar nicht nur die gegenüber dem Greenback sondern auch die gegenüber anderen Währungen. Größter Verlierer ist der japanische Yen, der in den vergangenen drei Monaten zum Euro satte 18 Prozent nachgegeben hat. Europas Unternehmen sind gerade dabei, den Ertragsschub wieder einzubüßen, den ihnen der schwächelnde Euro ein knappes Jahr lang beschert hatte.

Unternehmen zurzeit "solide gehedgt"

Mit konkreten Zahlen haben jüngst Wacker Chemie und BASF auf die Problematik hingewiesen. So kostet Wacker Chemie jeder Euro-Anstieg um 1 Cent 2 Millionen Euro des operativen Gewinns (EBITDA). Der BASF entgehen sogar 50 Millionen Euro Gewinn, wenn der Euro um 1 Cent zulegt. Allerdings hat der Konzern einen Großteil seines Engagements in ausländischen Währungen gegen Wechselkursschwankungen abgesichert. Auch die deutschen Autobauer sehen sich zurzeit gut gegen die Euro-Schwankungen geschützt. „Wir sind solide gehedgt für Dollar, Yen und Pfund“, heißt es etwa bei Volkswagen. BMW macht sich für 2013 ebenfalls keine großen Sorgen. „Gegenüber den Hauptwährungen sind wir zu mehr als 50 Prozent gesichert“, sagte ein Sprecher. Bei Bosch wird die externe Sicherung vor allem mit Devisentermingeschäften umgesetzt. Dabei sehe die Regel vor, für die nächsten zwölf Monate bis zu 40 Prozent des Exposures zu sichern. Kurzfristig mögen die Konzerne mit solchen Strategien und intelligentem Cash Management Wechselkursschwankungen eliminieren können. Gegen einen „Währungskrieg“ mit manipulierten Wechselkursen über einen längeren Zeitraum ist Hedging aber keine Lösung, zumal die Verfügbarkeit langfristiger Sicherungslösungen abnimmt und tendenziell teurer wird.

Knoch[at]derTreasurer.de