Die Ergebnisse des 14. Treasurer-Panels

10.06.15 08:20

Treasurer halten ihr FX-Management für verbesserungswürdig

Von Desiree Backhaus

Auf den Währungsmärkten herrschten zuletzt stürmische Zeiten. Viele deutsche Unternehmen profitieren von diesen Entwicklungen, doch es gibt auch Verlierer. Angesichts dessen stellen einige Treasurer ihr FX-Management in Frage, wie das heute veröffentlichte 14. Treasurer-Panel zeigt.

Der schwache Euro hilft vielen deutschen Unternehmen, doch die Turbulenzen an den Währungsmärkten haben Treasurer verunsichert.

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Der schwache Euro hilft vielen deutschen Unternehmen, doch die Turbulenzen an den Währungsmärkten haben Treasurer verunsichert.

Mit der Absicherung von FX-Risiken sollen Treasury-Abteilungen den Einfluss von Wechselkursschwankungen auf Cashflow, Umsatz und Gewinn eindämmen. Im heute veröffentlichten 14. Treasurer-Panel, eine Umfrage unter leitenden Treasurern, die diese Redaktion alle sechs Monate durchführt, stellt sich ein beachtlicher Teil der 85 Befragten jedoch kein gutes Zeugnis aus: Immerhin 40 Prozent sehen Verbesserungsbedarf im FX-Management ihres Unternehmens. Am häufigsten genannt wird die Erfassung des Währungsexposures: 27 Prozent der Befragten halten diesen Prozess für verbesserungswürdig.

Die Panelisten fällen damit ein ähnliches Urteil wie diverse Treasury-Berater. Letztere kritisieren immer wieder, dass bei der Ermittlung des Währungsrisikos zu viel geschätzt wird und die Daten – wenn überhaupt – allenfalls quartalsweise vorliegen. Das kann gravierende Konsequenzen haben, da Treasurer auf der Basis des ermittelten Exposures absichern. Ist es ungenau, kann das Unternehmen über- oder untersichert sein.

Treasurer lassen Translationsrisiken offen

Ein kleiner Teil der Befragten sieht auch Defizite bei der Messung der Effektivität des Hedgings (13 Prozent) und bei der Festlegung der Hedging-Quoten (11 Prozent). Mit der Wahl der Sicherungsinstrumente – meist Termingeschäfte, selten Optionen – sind dagegen fast alle Treasurer zufrieden: Lediglich 6 Prozent sehen hier Verbesserungsbedarf.

Zwei weitere Ergebnisse stechen heraus: 56 Prozent der Befragten sichern Translationsrisiken generell nicht ab.  Bei einigen Unternehmen haben diese FX-Umrechnungseffekte zuletzt aber tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Die Mehrheit folgt dennoch der Maßgabe: Wenn kein Cash fließt, wird nicht gesichert.

FX-Management: Wechselkursprognosen häufig irrelevant

Ebenfalls interessant: In nur knapp jedem fünften Unternehmen beeinflussen Wechselkursprognosen die Absicherungsquote. Die meisten Treasurer verfolgen also entweder eine starre Quote oder richten sie anhand vergangenheitsbezogener Daten aus. Meinungen und Prognosen von Banken oder anderen Analystenhäusern zur zukünftigen Entwicklung des Wechselkurses spielen dagegen selten eine Rolle.

Backhaus[at]derTreasurer.de

In welchem Bereich sehen Treasurer aktuell die größten Herausforderungen? Wie geht es nach Sepa im Zahlungsverkehr weiter? Weitere spannende Ergebnisse rund um aktuelle Treasury-Themen finden Sie im heute veröffentlichten 14. Treasurer-Panel.