Onlineumfrage zu Emir

01.07.13 01:21

Treasurer setzen auf externe Hilfe

Von Andreas Knoch

Reval-Onlineumfrage zeigt uneinheitliches Bild bei den Vorbereitungen zu Emir. Treasurer setzen bei den Reportingpflichten auf ihre Systemanbieter.

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Treasury-Management-Systeme leisten bei den Reportingpflichten wertvolle Dienste.

Corporate Treasurer bauen bei der Umsetzung der Anforderungen aus der European Market Infrastructure Regulation (Emir) auf externe Hilfe. Das geht aus einer aktuellen Onlineumfrage des Softwareanbieters Reval hervor. Befragt wurden im Mai 66 Treasurer aus der DACH-Region über den Stand der Emir-Vorbereitung in ihren Unternehmen und den zu erwartenden Aufwand, den die Reportingpflichten für Derivate mit sich bringen dürften. Demnach gehen 58 Prozent der befragten Finanzprofis davon aus, dass sich die Mehrarbeit zur Identifizierung meldepflichtiger Derivate in Grenzen halten wird, da diese in Treasury-Management-Systemen verwaltet werden und die notwendigen Daten dort hinterlegt sind. Etwas aufwendiger wird es jedoch in Unternehmen, in denen Derivate aus mehreren Systemen konsolidiert werden müssen. Bei knapp 30 Prozent der Umfrageteilnehmer ist das der Fall.

Wie die Meldungen an das Transaktionsregister abgewickelt werden, ist in knapp der Hälfte der befragten Unternehmen allerdings noch nicht entschieden. Die andere Hälfte hat dagegen schon konkretere Vorstellungen: So wollen 20 Prozent der Befragten das Reporting externer Derivate an ihre Bank delegieren und nur Intercompany- Geschäfte selbst melden, 33 Prozent der Befragten planen, das Reporting sowohl externer als auch interner Derivategeschäfte selbst zu übernehmen. Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Transaktionsregister zertifiziert ist, tendiert die Mehrheit der Treasurer zum Anbieter DTCC. „Der Markt favorisiert zurzeit DTCC wegen der Möglichkeit, die Meldeanforderungen sowohl nach Emir als auch nach Dodd-Frank abzudecken. Gerade bei den umfangreichen Hedgingaktivitäten multinationaler Unternehmen ist das ein wichtiges Kriterium, da die Reportingpflichten nicht deckungsgleich sind“, sagt Günther Peer, Regional Vice President Solution Consulting EMEA bei Reval.

Emir-Vorbereitungen nicht abgeschlossen

Den gemäß Emir-Verordnung zwingend notwendigen General Entity Identifier (GEI bzw. Legal Entity Identifier LEI) haben bis dato nur 12 Prozent der Befragten beantragt. Der GEI, für dessen Vergabe unter anderem die WM Datenservice zuständig ist, wird zur eindeutigen Identifikation der Kontrahenten benötigt und verschlüsselt den juristisch korrekten Name der Firma, die Adresse und weitere Informationen. In Sachen Derivateclearing gehen 86 Prozent der Umfrageteilnehmer davon aus, nicht betroffen zu sein. Um die permanente Überwachung der Clearingschwellen kommen die Corporate Treasurer aber trotzdem nicht herum. 56 Prozent der Befragten rechnen damit, dass ihnen diese Aufgabe ihr Treasury-System abnehmen wird, 44 Prozent planen dagegen eine manuelle Berechnung des Schwellenwerts.

Knoch[at]derTreasurer.de