Häufige Diskrepanzen zwischen strategischer Planung und operativer Umsetzung

16.02.12 14:33

Beim Softwareprojekt zu viel versprochen

Von Stefan Peter

Mangelnde Kommunikation und unterschiedliches Vorwissen führen bei der Umsetzung von Treasury-Softwareprojekten immer wieder zu Problemen. Im schlimmsten Fall lassen sich die Pläne der Führungsetage operativ überhaupt nicht umsetzen.

Wenn bei Softwareprojekten zu viel versprochen wird, führt das schnell zu Problemen.

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Wenn bei Softwareprojekten zu viel versprochen wird, führt das schnell zu Problemen.

Treasury-Führungskräfte sind selten Informatiker, sie beschäftigen sich mit der strategischen Planung des großen Ganzen und machen sich Gedanken darüber, mit welchen Terminen man dem Finanzvorstand durchschlagende Erfolge versprechen kann. Dass Führungskräfte und ihre Mitarbeiter meist aber über einen unterschiedlichen fachlichen Hintergrund verfügen, kann sich besonders bei Treasury-Softwareprojekten gravierend auswirken. Bisher aufwendige und zeitraubende Tätigkeiten werden nunmehr vollautomatisch innerhalb von Sekunden erledigt – und das alles noch dazu fehlerfrei.

Die Krux dabei: Das Wissen über die nötigen Details zur operativen Umsetzung solcher Pläne liegt verteilt auf Mitarbeiter der verschiedensten Abteilungen, die die technischen Möglichkeiten und Grenzen der bestehenden Infrastruktur genau kennen – besser oft als die strategische Ebene. Das eigentliche Problem entsteht vor allem durch mangelnde Kommunikation. Projektmitarbeiter, mit denen die gewünschten Ziele nicht vorab besprochen wurden, stellen bei der Auftragsver gabe an das Projektteam mit Erstaunen fest, dass viele der vom Chef an den Vorstand abgegebenen Versprechungen technisch nur schwer umzusetzen sind. Manche davon in der bestehenden Infrastruktur vielleicht gar nicht, jedenfalls nicht zu diesen kurzfristigen Terminen, ohne Überstunden und ohne zusätzliche Kosten.

Hier scheiden sich die Geister innerhalb der Führungsebene. Sollen sie ihre Vorgaben mit allen Mitteln der Kunst durchdrücken? Oder passen sie mögliche Schritte in Absprache mit ihren Mitarbeitern an? Die zweite Variante bringt zwar kurzfristig weniger spektakuläre Ergebnisse, ist langfristig häufig aber besser, besonders weil sich Schnellschüsse oft auf der Kostenseite rächen.

Redaktion[at]derTreasurer.de