Erste Firmen in Pilotprojekt mit Deutscher Bank engagiert

05.07.12 15:19

Vereinfachung für Renminbi-Zahlungen

Von Sabine Reifenberger

Grenzüberschreitende Renminbi- Zahlungen könnten für manche Unternehmen einfacher werden. Die People’s Bank of China erlaubt es ausgewählten Banken, engen Kunden einen vereinfachten Überweisungsvorgang anzubieten. Im Pilotprojekt ist die Deutsche Bank dabei.

Renminbi-Zahlungen: Erste Firmen sind im Pilotprojekt mit der Deutschen Bank engagiert.

iStock / Thinkstock / Getty Images

Renminbi-Zahlungen: Erste Firmen sind im Pilotprojekt mit der Deutschen Bank engagiert.

Die vereinfachten Regeln des Pilotprojekts könnten das Cash Management in Punkto Renminbi-Zahlungen erleichtern, gelten allerdings nicht für jeden: Die Firma muss einen Sitz in Shanghai haben und sollte in Renminbi-Zahlungen Erfahrung mitbringen: „Eine mindestens einjährige Geschäftsbeziehung zu uns sowie eine belastbare Anzahl an erfolgreichen Renminbi-Zahlungen ist Voraussetzung, damit ein Kunde von uns für das vereinfachte Verfahren in Frage kommt“, sagt Lothar Meenen, Managing Director im Bereich Global Transaction Banking bei der Deutschen Bank. Eine Liste der teilnehmenden Kunden – zurzeit laut Meenen noch ein „überschaubarer Kreis“ – geht an die chinesischen Behörden. Bank und Kunde müssen sich im vereinfachten Verfahren aufeinander verlassen können. Werden Fehler gemacht, könnte die chinesische Seite das Projekt wieder beenden. Denn völlig ohne Bürokratie geht es nach wie vor nicht. Die Überprüfungen sollen Währungsspekulationen verhindern. Eine Meldung der Cross-Border-Zahlung an die People’s Bank of China ist Pflicht, allerdings übernimmt die Deutsche Bank dies. Weitere Nachweise wie Quittungen oder Lieferscheine müssen nicht mehr vor der Ausführung der Zahlung eingereicht werden, dennoch muss das Unternehmen diese bei stichprobenartigen Überprüfungen vorweisen können.

 

Durch den reduzierten Verwaltungsaufwand werden die Zahlungen schneller ausgeführt – ein Vorteil für deutsche Exporteure, die das als Argument für kürzere Zahlungsziele nehmen können. Zudem eröffnen sich neue Kundengruppen: „Eine Reihe chinesischer Firmen darf nur in ihrer eigenen Währung handeln. Diese können nun besser erreicht werden“, sagt Meenen. Das Unternehmen Hüttenes- Albertus nutzte als erster Kunde das vereinfachte Verfahren mit der Deutschen Bank. Besondere technische Anforderungen sind mit der Nutzung des Pilotverfahrens nicht verbunden, der Kunde nutzt die bestehende Verbindung zur Bank wie zuvor. Noch gilt das vereinfachte Verfahren nur für Joint Ventures oder Firmen mit Sitz in Shanghai. Meenen hält es aber für denkbar, dass die Reichweite bei einem Erfolg des Pilots ausgebaut wird.

reifenberger[at]derTreasurer.de