Neues Buch zur Sepa-Migration

06.09.12 15:15

„Die Sepa-Umstellung ist eine Wundertüte“

Von Sabine Reifenberger

Die Sepa-Migration in SAP hält einige Hürden parat. In einem Buch beschreibt Claus Wild aus dem Finanzbereich der Würth-Gruppe als Co-Autor die Probleme und mögliche Lösungen.

Voller Überraschungen: Die Wundertüte Sepa.

Thinkstock / Getty Images

Voller Überraschungen: Die Wundertüte Sepa.

Sepa Claus Wild

Claus Wild

>> Herr Wild, bei Würth sammeln Sie seit 2008 Erfahrung mit Sepa- Formaten. Was war der Anlass für Ihr Buch?

 

<< Wir wollten Kollegen im Treasury und in der IT einen kompakten und aktuellen Leitfaden liefern, in dem wir unsere Erfahrungen weitergeben und auf die häufigsten Stolpersteine in Form eines Tutorials aufmerksam machen. Die Umstellung ist eine Wundertüte, man weiß im Voraus nie, was passiert.

 

>> Was sind denn gängige Aha- Erlebnisse?

 

<< Zum einen ist die Sepa-Formatstrategie nicht so einheitlich, wie man es sich wünschen würde. Schon in Österreich ist etwa das Standardformat für Überweisungen anders als in Deutschland. Ein Nutzer muss sich erkundigen: Stellt SAP ein entsprechendes Format zur Verfügung? Muss ich es selbst erstellen? Akzeptiert es meine Bank? Außerdem gibt es laufend Neuerungen, man kann sich auf einer einmal erfolgten Umstellung nicht ausruhen.

 

>> Wie sollten Unternehmen Ihrer Erfahrung nach mit diesen Neuerungen umgehen?

 

<< Es ist wichtig, immer nach neuen SAP-Hinweisen Ausschau zu halten und alle wichtigen Updates auszuführen. Auch Regelungen und Spezifikationen der deutschen Kreditwirtschaft zu Sepa-Formaten muss man beachten. Viele Vorgaben und Regelungen, etwa zur Lastschrift, wurden erst kürzlich festgelegt oder sind noch immer nicht vollständig geklärt. Da muss dann auch SAP erstmal nachziehen. Auch Programmierfehler kommen vor. Man sollte daher die Systeme immer wieder testen.

 

>> Was passiert, wenn ich vom SAP-Standard abweichen will oder muss?

 

<< Das kann vorkommen, etwa bei den neuen Vorlauffristen für Lastschriften. Die sind laut Sepa-Richtlinie je nach Basisfall fünf, zwei, oder einen Tag vor der Abbuchung vorgesehen. Es kann aber sein, dass die Hausbank einen zusätzlichen Tag für die Verarbeitung braucht. Dann muss man in SAP teilweise individuelle Lösungen entwickeln. Nicht jedes Unternehmen hat genug Ressourcen, um die Sepa- Umstellung allein zu stemmen. Wer im Moment sein Projekt plant, sollte sich früh nach Beratern umsehen, die in Sepa-Projekten bereits einschlägige Erfahrungen vorweisen können.

Reifenberger[at]derTreasurer.de

Erfahrungen und Tipps zum Thema gibt das Buch Sepa und SAP von Claus Wild und Jörg Siebert, erschienen beim Espresso Tutorials Verlag, 170 Seiten, 19,95 Euro.