Kosteneinsparungen im neuen Euro-Zahlungsverkehr

25.02.14 08:59

DKV Mobility Services sieht Sepa als Strategie

Von Desiree Backhaus

Bei DKV Mobility Services ist man froh, den Euro-Zahlungsverkehr nun endlich vollständig auf Sepa umgestellt zu haben. Finanzdirektor Daniel Kriener-Plump erklärt im Interview mit DerTreasurer, welche Probleme der Tank- und Servicekartenspezialist dabei überwinden musste und warum er sich Kosteneinsparungen von Sepa erhofft.

Sepa, Finanzdirektor, DKV

DKV

Roger Szarmach (links) leitet das Sepa-Projekt bei DKV Mobility Services. Er berichtet an Daniel Kriener-Plump (rechts), Finanzdirektor bei dem Tank- und Servicekartenspezialisten.

Der Tank- und Servicekartenspezialist DKV Mobility Services hat sein Sepa-Projekt pünktlich zu Ende geführt und Mitte Januar die letzten Kunden auf Sepa umgestellt. Die zusätzlichen sechs Monate bis zur neuen August-Deadline muss das Unternehmen nicht nutzen: „Wir brauchen die Zeit nicht“, sagt Daniel Kriener-Plump, Finanzdirektor bei DKV. „Im Gegenteil: Eine Verschiebung würde uns nur davon abhalten, endlich Kosten dank Sepa zu sparen.“

Im Gegensatz zu vielen anderen Firmen hat DKV, von Beginn an an die Vorteile des neuen Zahlungsverkehrsverfahrens geglaubt. Das Unternehmen ist ein Sepa-Pionier: Am 2. November 2009, als das neue Lastschriftverfahren live geschaltet wurde, reichte DKV als eine der ersten Unternehmen 130 Sepa-Firmenlastschriften bei der Deutschen Bank ein. „Für uns war das eine strategische Entscheidung“, sagt Daniel Kriener-Plump. „Mit der Sepa-Firmenlastschrift konnte uns das Geld einen Tag früher gutgeschrieben werden, als dies bei den alten Abbuchungsaufträgen der Fall war.“ In Italien, wo im nationalen System zehn Tage Einreichungszeit üblich waren, habe DKV sogar noch mehr Zeit gewonnen. „Bei den Volumina, die wir einziehen, hat das schon einen Liquiditätseffekt.“ DKV tätigt etwa 70.000 Lastschriften pro Monat, nicht einmal 5 Prozent der Kunden zahlen noch per Überweisung.

Schwierigkeiten bei der Sepa-Firmenlastschrift

Doch 2011 musste DKV sein Projekt vorrübergehend auf Eis legen: Die Unterstützung der Banken fehlte, und viele Kunden konnten mit Sepa nichts anfangen. Gerade in den Ländern, in denen die Abbuchung bisher unbekannt war, wie etwa in Italien oder Frankreich, war die Migration auf Sepa-Firmenlastschriften eine besondere Herausforderung. DKV musste neue Mandate aller Kunden einholen und diese dazu bewegen, die Mandate an ihre Bank weiterzugeben. Für den Einzug einer Sepa-Firmenlastschrift ist dies Voraussetzung: „Hier gab es Verständnisfragen, aber auch bei den Banken waren die Kenntnisse über den korrekten Umgang mit den neuen Mandaten teilweise noch unvollständig“, erinnert sich Roger Szarmach, der das Sepa-Projekt bei DKV leitet. So entschied sich DKV für einen vorübergehenden Stopp. Erst nach dem Festlegen einer endgültigen Sepa-Deadline im März 2012 griff DKV das Projekt wieder auf.

Mitte Januar hat DKV nun alle nationalen Verfahren abgeschaltet: Als Unternehmen, das in 30 europäischen Ländern tätig ist, profitiert DKV erheblich davon, weil die Komplexität sinkt: „Wir haben nun in allen Ländern der Euro-Zone nur noch ein Format und deutlich weniger Prozesse im Zahlungsverkehr“, sagt Szarmach. Außerdem sinken die Bankgebühren, weil Sepa-Lastschriften preiswerter sind als einige alte Verfahren. Im nächsten Schritt sollen nun die Bankkonten reduziert werden: Bisher hat DKV 130, Zielwert ist 20. Ohne Sepa wäre eine Rationalisierung nicht möglich.

Backhaus[at]dertreasurer.de