Klebstoffhersteller sieht auch Vorteile

22.01.14 09:52

Wie Tesa die Sepa-Migration meisterte

Von Desiree Backhaus

Tesa hat die Ziellinie fast überquert: Der Klebstoffhersteller ist mit der Umstellung des Zahlungsverkehrs auf Sepa nahezu fertig. Bis zum 1. Februar muss Tesa nur noch in wenigen Punkten anpassen.

Fariha Amin leitet das Sepa-Projekt bei Tesa. Nach Erreichen der regulatorischen Anforderungen geht es nun bald in die nächste Phase.

Tesa

Fariha Amin leitet das Sepa-Projekt bei Tesa. Nach Erreichen der regulatorischen Anforderungen geht es nun bald in die nächste Phase.

Die mögliche Verschiebung der Sepa-Deadline um sechs Monate beeinflusst Tesa nicht. Dafür hat Fariha Amin, die Sepa-Projektmanagerin bei dem Klebstoffhersteller, mit ihrem zehnköpfigen Kernteam hart gearbeitet: Im August 2012 startete das Projekt offiziell bei Tesa. Nach einer Vorbereitungsphase begann dann im Januar 2013 die Implementierung in den verschiedenen Ländern. Jeden Monat stellte Tesa seither drei bis vier der betroffenen Töchter auf Sepa um. „Eine zeitgleiche Migration wäre weder zu bewältigen gewesen, noch hätte sie Sinn ergeben“, sagt Fariha Amin: „Jedes Land, jede Bank und jede Gesellschaft hat Besonderheiten, die berücksichtigt werden mussten.“

Mandatsverwaltung für Sepa-Lastschriften sehr aufwendig

In der Systemlandschaft musste Tesa neben seinen drei ERP-Systemen auch entsprechende Anpassungen in den gegenwärtigen Cash Management Systemen vornehmen. Doch das war bei Weitem nicht die größte Herausforderung, erklärt Fariha Amin. Etwas komplizierter gestaltete sich da schon die Konvertierung der Stammdaten, besonders außerhalb Deutschlands.

Am aufwendigsten gestaltete sich aber der Aufbau einer Mandatsverwaltung: Tesa arbeitet sowohl mit B2B- als auch mit B2C-Lastschriften. Da das Unternehmen nicht mehr alle Einzugsermächtigungen im Original vorliegen hatte, mussten somit Mandate neu eingeholt werden. In einigen europäischen Ländern war dies eine echte Herausforderung. Dafür musste die Projektmanagerin in Zusammenarbeit mit den Kollegen in den Tochtergesellschaften zunächst jedes Mandat in die jeweilige Landessprache übersetzen.

Sepa-Projektmanagerin sieht auch Vorteile

Obwohl kurzfristig der Administrationsaufwand überwiegt, sieht Amin auch einige Vorteile in der Regulierung: „Im Sepa-Raum gibt es keinen Unterschied mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen, weshalb alle Transaktionen gleich bepreist werden“, sagt die Sepa-Projektmanagerin. Auch die Abwicklung der Zahlung innerhalb eines Banktages sieht sie als Vorteil: „Bisher waren bis zu drei Bankarbeitstage üblich.“ Des Weiteren bietet  das Projekt für Unternehmen die Chance, klare und standardisierte Prozesse und Zahlungsvorgänge zu definieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch Sepa eine bessere Disposition und Liquiditätsplanung möglich ist.

Nach der Erfüllung der Mindestanforderungen will tesa nun im nächsten Schritt – Fariha Amin nennt ihn Sepa-Heavy – die Effizienz im Zahlungsverkehr noch weiter verbessern.

backhaus[at]derTreasurer.de