Interne Konvertierungen sind fehleranfällig

01.07.13 00:10

Zweifel an der Sepa-Readiness einiger Banken

Von Desiree Backhaus

Sepa rückt immer näher, aber sind die Banken auch bereit dafür? Derzeit sorgen vor allem interne Konvertierungen für Sorgenfalten. Auch deshalb, weil der Rückruf einer Sepa-Zahlung teuer ist.

Sind die Banken bereit für Sepa?

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Sind die Banken bereit für Sepa?

Wenn es um das Sepa-Enddatum im kommenden Februar geht, stellt sich oft die Frage, ob Corporates rechtzeitig fertig werden. Doch auch  manche Banken scheinen noch Probleme zu haben: sowohl bei der Umstellung im eigenen Haus als auch bei der Abwicklung von Sepa-Zahlungen. Laut einer aktuellen Studie der Bankberatung PPI unter 30 deutschen Kreditinstituten rechnen 7 Prozent der Befragten damit, die Umstellung des eigenen Zahlungsverkehrs nicht pünktlich stemmen zu können. 13 Prozent gehen davon aus, noch bis zum Stichtag mit ihren Projekten beschäftigt zu sein. „Wir beobachten, dass sowohl kleine als auch große Banken bis Februar 2014 erst einmal nur auf ein Mindestmaß an regulatorischer Compliance hinarbeiten“, sagt Bernd Richter von der Beratung Capco. „Damit laufen sie Gefahr, Kunden zu verlieren.“

Werner Steinmüller, Leiter Global Transaction Services bei der Deutschen Bank, zog beim Zahlungsverkehrsymposium der deutschen Bundesbank letzte Woche gar in Zweifel, dass alle Banken Sepa-Transaktionen ihrer Kunden korrekt abwickeln können: „Wir müssen sehen, dass jede Bank voll Sepa-tauglich ist. Das ist aktuell noch nicht so.“ Steinmüller beunruhigt vor allem, dass manche Banken interne Konvertierungen einsetzen: „Das sorgt für eine hohe Fehleranfälligkeit und Rücklaufquote der Zahlungen.“ Das ist etwa dann der Fall, wenn zwei Institute fusionieren oder eine Bank schließt und die Bankleitzahl wegfällt. Hier haben sich einige Banken bisher mit einer internen Konvertierung beholfen, was nun bei der Umstellung auf den BIC zu Problemen führt. Für Treasurer wird es in diesem Fall schwierig, den korrekten BIC zu ermitteln. Der Rückruf einer Sepa-Zahlung kostet im Schnitt jedoch 50 Euro, wie die EU schätzt.

Sepa: Schwierigkeiten mit den neuen Formaten

Hinzu kommt, dass manche Banken offenbar noch nicht auf das Empfangen des neuen XML-Formats eingestellt sind, wie Treasurer beim Cash Management Campus berichteten. Bei einigen Sparda-Banken und der Norisbank soll es immer wieder zu Rückbuchungen kommen. Einige Auftraggeberbanken würden wieder ins DTAUS-Format zurückkonvertieren, damit die Zahlung beim Empfänger ankomme. Die beiden Institute dementieren Probleme bei der Akzeptanz von Sepa-Zahlungen. „Wir sind Sepa-ready“, sagte ein Sprecher der Norisbank gegenüber Der Treasurer. „Es kann vereinzelt zu Rückbuchungen kommen, aber das war schon immer so und ist unabhängig von Sepa.“ Rückbuchungen müssen nicht am Format liegen, auch falsche Daten können ein Grund sein.

Backhaus[at]derTreasurer.de