Stichtag für die Meldepflicht damit fix

08.11.13 11:18

Emir: Esma lässt vier Transaktionsregister zu

Von Desiree Backhaus

Die europäische Wertpapieraufsicht Esma hat die Transaktionsregister DTCC, Regis-TR, UnaVista und KDPW zertifiziert. Damit wird die Reportingpflicht nach Emir nun ab dem 12. Februar 2014 gelten. Für Treasurer wird die Zeit knapp.

Nach langem Warten: Am Esma-Sitz in Paris konnte man sich nun zu einer Zertifizierung von vier Transaktionsregistern durchringen.

Esma

Nach langem Warten: Am Esma-Sitz in Paris konnte man sich nun zu einer Zertifizierung von vier Transaktionsregistern durchringen.

Nach langem Hin und Her hat die Esma nun vier Transaktionsregister für die Derivateregulierung Emir zugelassen. Das gab die europäische Wertpapieraufsicht gestern Abend bekannt. Neben DTCC und Regis-TR, die im Vorfeld als aussichtsreichste Kandidaten gehandelt worden waren, haben auch UnaVista sowie das polnische Transaktionsregister KDPW die Zulassung erhalten. Die Lizenz tritt am 14. November in Kraft. Weitere Transaktionsregister befänden sich derzeit noch im Zertifizierungsprozess, so die Esma.

Mit der Entscheidung ist nun klar, dass die Meldung von OTC-Derivate-Geschäften ab dem 12. Februar 2014 für Unternehmen verpflichtend wird. Sie gilt für die fünf Assetklassen Kredit-, Zins-, FX-, Rohstoff und Aktien-Derivate. Die Esma hatte zuvor festgelegt, dass die Emir-Reportingpflicht 90 Tage nach der Zertifizierung der ersten Transaktionsregister beginnen sollte. Damit herrscht formal nun endlich Sicherheit für Corporate Treasurer. Andererseits müssen sie nun endgültig die Hoffnung auf eine erneute Verschiebung der Meldepflicht begraben.

Emir: Die Zeit für Treasurer wird knapp

In Kraft getreten ist die Derivateregulierung Emir bereits im vergangenen Jahr, das deutsche Ausführungsgesetz im März 2013. Offen waren bislang aber zahlreiche technische Details, für die die Esma verantwortlich zeichnet – unter anderem der Stichtag für die Meldepflicht. Dieser wurde mehrfach aufgeschoben, zuletzt weil sich der Zertifizierungsprozess für die Transaktionsregister länger hinzog als ursprünglich geplant. Zunächst war am 24. September mit einer Entscheidung gerechnet worden, die Deadline dann aber kurz vorher auf den 7. November verschoben.

Für Treasurer wird die Zeit nun knapp. Wer seine Daten intern bereits entsprechend aufbereitet hat und eine Vorauswahl bei den Transaktionsregistern getroffen hat, an die die Derivategeschäfte gemeldet werden sollen, ist nun im Vorteil. Besonders DTCC und Regis-TR hatten bereits seit längerem kommuniziert, dass sie sich um eine Zulassung beworben haben. Vor einigen Wochen hatte Regis-TR auch seine Gebührenstruktur offen gelegt.

Doch gerade bei der Anbindung an das Transaktionsregister und der Übermittlung der Daten ist vieles noch unklar, da auch einige Treasury-Systemanbieter mit ihren Updates noch auf sich warten lassen. Auch hier herrschte lange Unsicherheit über die exakte Ausgestaltung der Transaktionsregister. Einige Unternehmen warten deshalb derzeit auf die entsprechenden Updates. Gut 90 Tage bleiben noch – sofern an der Deadline nicht doch noch gerüttelt wird. Spekulieren sollte man darauf jedoch nicht.

Backhaus[at]derTreasurer.de