Regulierung zwingt Unternehmen ihre ERP-Systeme anzupassen

07.11.13 12:15

SAP, Sepa und Emir

Von Desiree Backhaus

Mit Sepa und Emir laufen gerade zwei Regulierungen, die Änderungen in den ERP- und Treasury-Management-Systemen der Unternehmen erfordern. Wie der Softwareanbieter SAP die Umstellungen angeht und warum manchmal auch Kritik laut wird.

Die Regulierungen Sepa und Emir bringen viele Neuerungen in den ERP-Systemen der Unternehmen mit sich. SAP ist gefragt.

SAP

Die Regulierungen Sepa und Emir bringen viele Neuerungen in den ERP-Systemen der Unternehmen mit sich. SAP ist gefragt.

Unternehmen müssen ihre ERP-Systeme und Treasury-Management-Systeme anpassen, um Sepa- und Emir-compliant zu werden. Der Softwareanbieter SAP arbeitet deshalb auf Hochtouren, denn bei der Umstellung auf den Sepa-Zahlungsverkehr ist das SAP-System gleich mehrfach betroffen: Die Stammdaten müssen geändert, Formate angepasst und eine Mandatsverwaltung eingerichtet werden. Das erfordert Updates des Systems. „Wir setzen uns seit 2006 mit diesen Fragestellungen auseinander und haben die Anforderungen der Regulierung in unsere Releases eingebaut“, sagt Christian Mnich von SAP, räumt aber ein: „Mit den Änderungen der Sepa-Rulebooks Schritt zu halten, ist nicht immer ganz einfach für uns.“ Es sei aber auch nicht jede Änderung der Rulebooks für Unternehmen relevant, einige beträfen nur den Interbankenzahlungsverkehr. Auf die Wünsche der Unternehmen habe man immer wieder reagiert, sagt Mnich.

Doch nicht alle Wünsche lassen sich erfüllen – und das sorgt zuweilen für Kritik. So hatte etwa ein Treasury-Verantwortlicher gegenüber DerTreasurer angemerkt, dass eine IBAN nur dann änderbar sei, wenn man auch eine Kontonummer in SAP eingegeben habe. Er sagt: „Wenn wir auf Sepa umgestellt haben, möchten wir die Felder Bankleitzahl und Kontonummer im SAP-Stammsatz nicht mehr sehen.“ Bei dem Unternehmen werden die Stammdaten in der Fläche gepflegt. Dass ein Mitarbeiter nach der Umstellung aus Versehen Kontonummer statt IBAN ändere, sei daher vorprogrammiert, so der Treasury-Verantwortliche. SAP erklärt dieses Verfahren mit im System hinterlegten Matchingtabellen: „Wenn Unternehmen nur noch mit Sepa arbeiten, ist die Kontonummer auch nicht mehr notwendig“, sagt Mnich.

 

 

Emir: Lösung für Anbindung an Transaktionsregister

Auch bei der Derivateregulierung Emir musste SAP einige Herausforderungen meistern und auf die regulatorischen Anforderungen reagieren: Die Auslegung der Vorschriften wurde zwischendurch verändert, im System mussten neue Felder geschaffen werden, wie etwa für den Legal Identifier Code (LEI). Auch im Reporting haben sich die Prozesse verändert. Für die Meldepflicht von Derivategeschäften an Transaktionsregister stellt SAP eine Lösung zur Anbindung und Übermittlung der Daten bereit. Sie läuft allerdings nur, wenn ein Unternehmen auch mit dem Treasury und Risk Management System von SAP arbeitet.


Bei der Entwicklung habe man sich an Regis-TR orientiert, erklärt Dr. Klaus Müller von SAP: „Sie waren im September vergangenen Jahres, als wir mit der Entwicklung begonnen haben, am weitesten. Die Lösung ist aber mit allen sechs Transaktionsregistern kompatibel, die sich aktuell bei der Esma um eine Zertifizierung bemühen.“ Unternehmen, die sich zur Meldepflicht an Regis-TR anbinden wollen, sparen lediglich ein paar Tage bei der Implementierung. Aktuell arbeitet SAP für die Lösung mit 30 Kunden zusammen.

backhaus[at]derTreasurer.de