Kosten für Devisengeschäfte würden sich vervielfachen

19.01.12 15:22

Transaktionssteuer käme teuer

Von Andreas Knoch

Eine Finanzmarkttransaktionssteuer würde auch die Kosten für Devisentransaktionen für Unternehmen erheblich verteuern. Im Schnitt um das Drei- bis Achtfache schätzt die Unternehmensberatung Oliver Wyman.

Transaktionssteuer käme teuer

iStock / Thinkstock / Getty Images

Die Kosten für simple Devisenswaps könnten sich durch die Finanztransaktionssteuer verzehnfachen.

Eine Finanzmarkttransaktionssteuer, wie sie von der Europäischen Union vehement ins Spiel gebracht wird, würde auch die Kosten für Devisentransaktionen für Unternehmen erheblich verteuern – im Schnitt um das Drei- bis Achtfache, in Einzelfällen sogar um den Faktor 18. Das hat die Unternehmensberatung Oliver Wyman in einer von der Global Financial Markets Association (GFMA) in Auftrag gegebenen Studie errechnet. Nach den bis dato vorliegenden Plänen der EU für eine solche Steuer würde jede Transaktion außerbörslich gehandelter Devisenswaps, -forwards und -optionen sowie börsengehandelter Devisenfutures und -optionen mit 0,01 Prozent besteuert; Transaktionen am FXSpotmarkt sind nach aktueller Lesart dagegen befreit.

 

Die Kosten eines Euro/US-Dollar- Devisenswaps mit einer Laufzeit von einer Woche und einem Nominalvolumen von 25 Millionen Euro würden für einen Endkunden demnach von aktuell 279 Euro auf 2.779 Euro steigen. Da sowohl der Endkunde als auch der Händler besteuert werden soll, stiege die Gesamtbelastung einer solchen Transaktion sogar auf 5.279 Euro. Neben den direkten Kosten sei, so Oliver Wyman, noch mit erheblichen Sekundäreffekten zu rechnen, da ein großer Teil des Devisenhandels aus der EU-Jurisdiktion abgezogen würde. Das könnte in niedrigeren Transaktionsvolumen, geringerer Liquidität und höheren Spreads resultieren und die indirekten Kosten von Devisengeschäften noch einmal um das Doppelte verteuern.

Knoch[at]derTreasurer.de