Treasury
07.11.12 11:55

Finanzabteilungen verschlingen immer mehr Geld. Dies ist das Kernergebnis einer aktuellen Benchmarkstudie von PwC. Doch angesichts der immens steigenden Anforderungen an die CFOs und ihre Mitarbeiter sei der Kostenanstieg moderat, findet Thomas Weber, Partner im Finance-Consulting-Bereich bei PwC: „Die Finanzabteilungen werden effizienter.“ Doch auch die Schwächen, die die Untersuchung zu Tage gefördert hat, stechen ins Auge: Reporting, Forecasting, Risikomanagement – in all diesen Feldern schätzen viele Finanzabteilungen ihre Leistungen selbst als ungenügend ein. Wo genau die Probleme liegen und wie CFOs die Performance ihrer Teams verbessern können – die Antworten hier bei FINANCE-TV.

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Die Bedrohung durch Cybercrime greift zunehmend auf die Finanzabteilungen über. Mit gerissenen Methoden versuchen die Betrüger, Geld zu erbeuten. „Das geht soweit, dass einige CFOs inzwischen schon selbst Zahlungen freigeben wollen“, sagt Axel Goedecke, Berater bei Horváth & Partner, gegenüber FINANCE-TV. Wie genau die Betrüger vorgehen, warum ihre Maschen so schwer zu enttarnen sind und wie sich Unternehmen dennoch schützen können, das sehen Sie in der heutige Ausgabe von FINANCE-TV.

Seit gut einem Jahr ist die Derivaterichtlinie Emir mit ihren Reportingpflichten in Kraft. Auch Unternehmen, die Derivate in erster Linie für Hedging-Vorhaben einsetzen, unterliegen den neuen Meldevorgaben. Im ersten Jahr nach der Einführung ist nicht alles glatt gelaufen, beobachtet Norbert Kuhn, Leiter Unternehmensfinanzierung beim Deutschen Aktieninstitut: „Der Umstellungsaufwand war insgesamt enorm, viele Regelungen waren anfangs noch unklar.“ Er befürchtet, dass die Detailtiefe der Meldungen weiter zunehmen könnte. Wie die Verantwortlichen in den Finanzabteilungen auf die neue Situation reagieren und welche weiteren regulatorischen Änderungen in den kommenden Monaten noch auf CFOs und Treasurer zukommen werden, das erklärt Kuhn im Talk bei FINANCE-TV.

Viele deutsche Unternehmen – insbesondere im Mittelstand – vernachlässigen das Thema Treasury, meint der Ex-Treasurer und heutige IT-Unternehmer Martin Bellin: „In vielen Finanzabteilungen regieren die Buchhalter.“ Weshalb er ein gutes Treasury für existentiell wichtig hält, was ein Finanzvorstand davon erwarten kann und warum das gar nicht viel kosten muss – Bellins Einschätzung hier bei FINANCE-TV.

Mit einem Volumen von 17 Milliarden US-Dollar ist die Übernahme des amerikanischen Laborausrüsters Sigma-Aldrich der bis dato größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte des Darmstädter Chemiekonzerns Merck. Für das Treasury-Team war die Akquisitionsfinanzierung ein Kraftakt. Insbesondere das Währungsrisiko, das aus dem großen Volumen in US-Dollar entstand, musste das Treasury absichern. Für diese Leistung hat das Team auf der diesjährigen Structured FINANCE von der Publikation „Der Treasurer“ den Preis für das Treasury des Jahres erhalten.

 

Für Merck ist es die zweite Auszeichnung: Bereits 2010 wurde das Unternehmen für die Begleitung der Millipore-Übernahme ausgezeichnet. Welche der Transaktionen für das Treasury komplexer war, ob die Erfahrungen aus der Millipore-Transaktion eine Hilfe waren und wie es sich anfühlt, in unsicherem Umfeld den Bondmarkt zu eröffnen, davon berichtet Mercks Treasury-Chef Rando Bruns im Talk bei FINANCE-TV.

 

Ab dem 26. November will Ekosem Agrar, die deutsche Holding des russischen Agrarkonzerns Ekoniva, zum zweiten Mal in diesem Jahr den Bondmarkt anzapfen. Nach einer erfolgreichen Erstemission über 50 Millionen Euro im Segment Bond M im März an der Stuttgarter Börse, will CFO Wolfgang Bläsi nun weitere 60 Millionen Euro platzieren.

 

Ein Grund für das Ausweichen auf den deutschen Kapitalmarkt: Kreditzinsen in Russland sind angesichts von fast 7 Prozent Inflation deutlich teurer als die rund 7-Prozent-Kupons in Deutschland. Zudem ist der russische Bankensektor vergleichsweise zersplittert. Die Erlöse will er in die Herde von Milchkühen, Ställe und Fläche investieren und die Betriebsleistung in den kommenden Jahren von 80 Millionen Euro auf annähernd 200 Millionen Euro steigern. Die hohen Vorfinanzierungen führen dabei zu einem negativen Free Cashflow, solange das Unternehmen wächst, erklärt Bläsi. Das Geschäft sei profitabel genug, um die Investoren zu bedienen, versichert er. Ekosem profitiert von den auf Mangelversorgung beruhenden hohen russischen Milchpreisen.

 

Im Vorfeld der ersten Emission musste er mit der Börse und den Investoren „reden, reden, reden“, um die Russlandgeschichte deutlich zu machen. Wie er das politökonomische Risiko einschätzt, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.

Gleich für zwei Paukenschläge hat der Pay-TV-Sender Sky Deutschland kürzlich gesorgt: Die Münchener präsentierten im zweiten Quartal den ersten operativen Gewinn seit Jahren, und sie erwarben im Frühjahr die Bundesliga-Übertragungsrechte bis 2016 – für einen doppelt so hohen Preis wie zuvor. Sky-Deutschland-CFO Steven Tomsic betont im Interview mit FINANCE-TV, dass das alles solide finanziert sei: „Wir müssen keinen Deal machen und der Telekom oder einem anderen Internet-TV-Anbieter die Internetrechte weiterverkaufen – einen Deal machen wir nur, wenn er für uns attraktiv ist.“ Was diese aggressive Strategie für die Finanzen und den Cashflow des TV-Riesen bedeutet und wie es sich als CFO anfühlt, seit Jahren am finanziellen Tropf des Mutterkonzerns News Corp zu hängen – dies und mehr verrät Tomsic im Gespräch mit FINANCE-TV.