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18.04.12 11:50

Alle Jahre wieder sehen Banker im Frühjahr die IPO-Welle kommen. Doch auch 2012 bleibt die Lage für Börsengänge in Deutschland schwierig: „Eine IPO-Welle wäre willkommen, aber sie ist wohl nicht zu erwarten“, sagt Dr. Joachim von der Goltz, Managing Director der UBS und Leiter des Kapitalmarktgeschäfts in Deutschland und Österreich. Was Unternehmen bei ihren IPO-Vorbereitungen beachten sollten und welches die häufigsten Fehler sind, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Keine Entspannung am IPO-Markt in Sicht

Seit Jahren dümpelt der IPO-Markt in Deutschland auf niedrigem Niveau vor sich hin. Zwar waren die Marktbeobachter Anfang 2011 noch optimistisch, doch letztlich wagten im Prime Standard nur zwölf Börsenkandidaten den Sprung ans Parkett. Auch in diesem Jahr ruhen die Hoffnungen darauf, dass ein erfolgreicher Eisbrecher-IPO den Weg für weitere Börsenaspiranten frei macht. Kandidaten für den Sprung an die Börse gibt es genug, und einige von ihnen sind alte Bekannte. Anwärter wie Talanx oder Evonik waren bereits im vergangenen Jahr gehandelt worden. „Wir sehen eine Reihe von Kandidaten, die gern im zweiten Quartal an die Börse gehen möchten. Die Frage ist aber, ob das realistisch umsetzbar ist“, sagt Joachim von der Goltz, Managing Director der UBS und Leiter des Kapitalmarktgeschäfts in Deutschland und Österreich.

Wer eine gute Equity Story und ein stabiles Geschäftsmodell bietet, kann Investoren nach wie vor überzeugen, ist von der Goltz überzeugt. Erste positive IPOs sind aus dem europäischen Ausland zu vermelden: Die Kabelfirma Ziggo und der Schweizer Dienstleistungskonzern DKSH schafften den Sprung aufs Parkett. „Das waren größere Börsengänge und bereits erste Eisbrecher“, sagt von der Goltz. Allerdings werden die Zeitfenster, in denen ein IPO gelingen kann, immer kleiner. So war die Marktstimmung vor einigen Wochen – als auch ZIggo und die DKSH den IPO wagten – noch deutlich positiver als zurzeit. Was das für Börsenkandidaten bedeutet, wie sie sich vorbereiten können und welche Faktoren den Markt in nächster Zeit beeinflussen werden, erklärt von der Goltz im Gespräch bei FINANCE-TV.

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Seit 2009 hat die Holding Franz Haniel drei Anleihen begeben, zuvor hatte sich der Konzern von einer Ratingagentur durchleuchten lassen. Damit hat das Familienunternehmen einen Schritt gewagt, der vielen privatgeführten Konzernen schwerfällt: die Öffnung gegenüber dem Kapitalmarkt. „Diesen Schritt muss man früh intern kommunizieren“, rät Dr. Axel Gros, Leiter Finanzen bei Franz Haniel & Cie. Welche Tipps er Kollegen mit auf den Weg gibt, wie er zu Ratingagenturen steht und warum ihm die zunehmende Regulierung des Kapitalmarkts Sorgen bereitet, erklärt er im Interview mit FINANCE-TV.

Hybridanleihe, Schuldschein, Mezzanine-Kapital: Der Industriekonzern Georgsmarienhütte ist mit verschiedenen Instrumenten am Kapitalmarkt aktiv. „Etwa 50 Prozent unserer Linien sind bilaterale Kreditlinien, der Rest kapitalmarktnahe Transaktionen“, sagt Stefan Brunn, Leiter Finanzen, bei FINANCE-TV. Eine verlässliche Finanzplanung ist aber schwierig – aus Angst vor steigenden Strompreisen durch die Energiewende und nachlassender Wettbewerbsfähigkeit hat das Unternehmen Investitionen, die nicht unbedingt notwendig sind, zurückgestellt. Für die Georgsmarienhütte könnten es bis zu 50 Millionen pro Jahr sein – bei einem Ebit von 149 Millionen Euro im Jahr 2011 ein gewaltiger Betrag. Wie das Unternehmen darauf reagiert und wie sich dadurch auch die M&A-Strategie des Unternehmens ändert, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Der Schuldscheinmarkt boomt. In den ersten sechs Monaten hat der Markt mit einem Emissionsvolumen von über 13 Milliarden Euro erneut einen Rekord aufgestellt. Doch mit dem Hype wachsen auch die Zweifel: „Einige der Debütemittenten sind nicht kapitalmarktfähig“, warnt Gerald Christoph Dorsch, Leiter Credit Rating bei Feri EuroRating. Welche Entwicklungen dem Rating-Spezialisten besondere Sorgen bereiten, warum er den Trend zu Jumbo-Transaktionen kritisch sieht und wie Dorsch die Rolle der arrangierenden Banken einschätzt – das sehen Sie nur hier bei FINANCE-TV.

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Der Fußballclub Schalke 04 steht vor seinem Debüt am Kapitalmarkt, eine Anleihe soll 50 Millionen Euro in die Vereinskasse spülen. „Wir sind uns im Vorstand einig, dass wir jetzt nicht wie wild in den Kader investieren werden, nur um einen bestimmten sportlichen Erfolg zu erzielen“, weist Peters im Interview bei FINANCE-TV die Sorgen mancher Investoren zurück. Wie stabil die Schalke-Bilanz ist, mit welchen Einnahmen Peters in den nächsten Jahren kalkuliert und wie er es schaffen will, innerhalb von zehn Jahren mehr als 200 Millionen Euro Schulden abzubauen – die Antworten hier bei FINANCE-TV.

Ab dem 26. November will Ekosem Agrar, die deutsche Holding des russischen Agrarkonzerns Ekoniva, zum zweiten Mal in diesem Jahr den Bondmarkt anzapfen. Nach einer erfolgreichen Erstemission über 50 Millionen Euro im Segment Bond M im März an der Stuttgarter Börse, will CFO Wolfgang Bläsi nun weitere 60 Millionen Euro platzieren.

 

Ein Grund für das Ausweichen auf den deutschen Kapitalmarkt: Kreditzinsen in Russland sind angesichts von fast 7 Prozent Inflation deutlich teurer als die rund 7-Prozent-Kupons in Deutschland. Zudem ist der russische Bankensektor vergleichsweise zersplittert. Die Erlöse will er in die Herde von Milchkühen, Ställe und Fläche investieren und die Betriebsleistung in den kommenden Jahren von 80 Millionen Euro auf annähernd 200 Millionen Euro steigern. Die hohen Vorfinanzierungen führen dabei zu einem negativen Free Cashflow, solange das Unternehmen wächst, erklärt Bläsi. Das Geschäft sei profitabel genug, um die Investoren zu bedienen, versichert er. Ekosem profitiert von den auf Mangelversorgung beruhenden hohen russischen Milchpreisen.

 

Im Vorfeld der ersten Emission musste er mit der Börse und den Investoren „reden, reden, reden“, um die Russlandgeschichte deutlich zu machen. Wie er das politökonomische Risiko einschätzt, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.