Finanzierung
22.11.12 11:55

Ab dem 26. November will Ekosem Agrar, die deutsche Holding des russischen Agrarkonzerns Ekoniva, zum zweiten Mal in diesem Jahr den Bondmarkt anzapfen. Nach einer erfolgreichen Erstemission über 50 Millionen Euro im Segment Bond M im März an der Stuttgarter Börse, will CFO Wolfgang Bläsi nun weitere 60 Millionen Euro platzieren.

 

Ein Grund für das Ausweichen auf den deutschen Kapitalmarkt: Kreditzinsen in Russland sind angesichts von fast 7 Prozent Inflation deutlich teurer als die rund 7-Prozent-Kupons in Deutschland. Zudem ist der russische Bankensektor vergleichsweise zersplittert. Die Erlöse will er in die Herde von Milchkühen, Ställe und Fläche investieren und die Betriebsleistung in den kommenden Jahren von 80 Millionen Euro auf annähernd 200 Millionen Euro steigern. Die hohen Vorfinanzierungen führen dabei zu einem negativen Free Cashflow, solange das Unternehmen wächst, erklärt Bläsi. Das Geschäft sei profitabel genug, um die Investoren zu bedienen, versichert er. Ekosem profitiert von den auf Mangelversorgung beruhenden hohen russischen Milchpreisen.

 

Im Vorfeld der ersten Emission musste er mit der Börse und den Investoren „reden, reden, reden“, um die Russlandgeschichte deutlich zu machen. Wie er das politökonomische Risiko einschätzt, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.

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Ekosem, Stauder, MS Deutschland: Seit Wochen rollt eine gewaltige Emissionswelle über den Markt für Mittelstandsanleihen, am Jahresende werden noch mehr Mini-Bonds platziert worden sein als im bisherigen Rekordjahr 2011. Viele Beobachter argwöhnen jedoch, dass die Kreditqualität immer schlechter wird, sowohl bei den bestehenden als auch bei den neuen Emittenten – eine These, die Michael Munsch, Chef von Creditreform Rating, klar zurückweist: „Wir sehen keine geravierende Verschlechterung der Kreditqualität“, sagt er bei FINANCE-TV. Trotz erster Ausfälle hält der Chef des Ratingsmarktführers bei Mini-Bonds Vergleiche mit dem Neuen Markt für unangebracht: „Wir rechnen mit keiner unnormalen Entwicklung bei den Ausfallraten. Wenn in zwei, drei Jahren die ersten Refinanzierungen gelingen, gebe ich diesem Marktsegment eine große Chance.“

 

Wieso er die Kritik an den Creditreform-Ratings als überzogen zurückweist, wie die Ratingagentur zu ihren Einschätzungen kommt und was er von der Qualität der Ratings des Erzrivalen Scope hält – das ganze Interview nur hier bei FINANCE-TV.

Das europäische CO2-Handelssystem ETS steht in der Kritik: eine Flut an kostenlosen Emissionszertifikaten hat den Preis in den Keller getrieben und so den Anreizmechanismus außer Kraft gesetzt. Doch Andreas von Saldern, Experte für Klimawandel und Nachhaltigkeit bei Ernst & Young, setzt entgegen: "Das System hat genau getan, was es tun sollte. Die sinkende Industrieproduktion in Europa bei gleichzeitig steigender Energieeffizienz hat dazu geführt, dass der CO2-Preis gefallen ist.“ Im Interview bei FINANCE-TV warnt er CFOs davor, das Thema zu vernachlässigen, nur weil die gratis zugeteilten CO2-Zertifkate häufig mit dem Buchwert 0 in die Bilanz eingestellt würden. „Liefen die Schwankungen der CO2-Kosten durch die GuV, würden CFOs das Thema aufmerksamer verfolgen“, glaubt er.

Die Pipeline am Schuldscheinmarkt ist so voll, dass Andreas Petrie, Leiter des Primärmarktgeschäfts der Helaba, den Markt auf Kurs zu den historischen Rekordhochs von 20 Milliarden Euro Emissionsvolumen im Jahr sieht: „Die Deals driften im Moment vom Bond- in den Schuldscheinmarkt“, sagt Petrie bei FINANCE-TV zur Begründung. Welche Deals und Emittenten den Boom antreiben und warum der Mega-Schuldschein von ZF Friedrichshafen schon bald getoppt werden könnte – der Schuldscheintalk hier bei FINANCE-TV.

Totgesagte leben länger: Nur drei Jahre nach dem tiefen Einbruch des Automarktes und der hausgemachten Schuldenkrise steht der Autozulieferer Continental stärker da als je zuvor. Dank eines strammen Abbaus der Verschuldungsquote (Gearing) von 219 auf 85 Prozent hat Conti wieder Spielräume, die das Management aber vorerst nicht nutzen will: „Wir werden erst einmal weiter Schulden abbauen, bis wir unser Gearing unter 60 Prozent gedrückt haben“, kündigt Conti-CFO Wolfgang Schäfer im Interview bei FINANCE-TV an. Wie lange das noch dauern wird, was seine Pläne für die Zeit danach sind und wie er zu der Idee steht, Großinvestor Schaeffler herauszukaufen – Schäfers Antworten exklusiv hier bei FINANCE-TV.

Seit dem Sommer geht es am Bondmarkt nicht mehr vorwärts, die Emissionsbedingungen für CFOs verschlechtern sich nach und nach. Das hat Folgen: „Der Jahresstart war deutlich schwächer als 2015“, berichtet Paula Weißhuber, Leiterin des deutschen Debt-Emissionsgeschäfts der Bank of America Merrill Lynch bei FINANCE-TV. Ihr Rat an CFOs: „Timing wird in den nächsten Monaten extrem wichtig sein.“ Was Finanzchefs für ihre Fundingstrategie jetzt wissen müssen und warum sie unbedingt darauf achten sollten, was die Blue-Chip-Konzerne aus den USA in den nächsten Wochen machen – Paula Weißhubers Antworten nur hier bei FINANCE-TV.

Die Ankündigung der EZB, künftig auch Unternehmensanleihen kaufen zu wollen, hat die Bondrenditen deutlich gedrückt. Obwohl die EZB nur Investmentgrade-Papiere erwerben will, profitieren davon auch High-Yield-Emittenten: „Im Markt für Hochzinsanleihen ist reichlich Liquidität vorhanden. Was fehlt, sind die Neuemissionen“, sagt Steffen Wasserhess, Experte für High-Yield-Bonds bei der UniCredit. Warum die Neuemissionen bislang ausbleiben, was sich durch die EZB-Entscheidung ändert und wie sich der High-Yield-Markt in diesem Jahr entwickeln wird – Wasserhess‘ Antworten hier bei FINANCE-TV.