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27.02.12 11:50

Das Papier zur Bankenregulierung, das die Grünen vor Kurzem vorgelegt haben, hat es in sich: noch mehr Kapitalzuschläge für Großbanken als ohnehin schon vorgesehen, Zuschläge für Interbankenkredite, ungewichtete Kapital- und Leverage-Ratios. „Wir müssen uns gegen die Interessen der Banken durchsetzen“, findet Gerhard Schick, der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag. Kritiker werfen ihm vor, er mache die Bankenwelt kaputt und schneide die Unternehmen von der Kreditzufuhr ab. Was Schick dazu sagt – hier bei FINANCE-TV.

Banken in die Schranken – Gerhard Schick will die Banken an die Kandare nehmen

Die europäische Bankaufsicht EBA verschärft die Kapitalanforderungen an die Banken zusehends, und auch die strengere Regulierung durch Basel III wirft ihre Schatten voraus: Banken müssen ihre Kredite und Investments mit mehr Eigenkapital unterlegen und ihren Verschuldungshebel (Leverage) reduzieren.

Vor wenigen Wochen ist die Bundestagsfraktion der Grünen mit einem Papier an die Öffentlichkeit gegangen, in dem die Parlamentarier um ihren finanzpolitischen Sprecher Gerhard Schick noch deutlich weitergehende Forderungen erheben. Sie nehmen besonders die systemrelevanten Banken ins Visier, die von den Bankaufsehern als „too big to fail“ eingestuft werden. Das sind 29 Banken rund um den Globus, unter ihnen US-Häuser wie Goldman Sachs, Citigroup und Bank of America Merrill Lynch sowie europäische Großbanken wie Deutsche Bank, Commerzbank, Credit Suisse und UBS. Für diese Häuser fordern die Grünen noch höhere Risikopuffer beim Eigenkapital. Die 3 Prozentpunkte Eigenkapital-Aufschlag der aktuellen Regulierung halten sie für zu wenig, sie verlangen zusätzliche Aufschläge und eine weitergehende Begrenzung des Leverages. Daneben wollen sie den Banken den Spielraum nehmen, mit Risikogewichtungen ihre Eigenkapitalanforderungen zu reduzieren: „Wir wollen eine ungewichtete Eigenkapitalquote und Leverage-Ratio“, sagt Schick. Damit solle verhindert werden, dass sich die Banken ihre Bilanzen „schön rechnen“. Das würde die Renditen der Banken reduzieren. Dennoch: „Wir müssen uns gegen ihre Interesseren durchsetzen“, mahnt im Schick im FINANCE-Talk.

Daneben fordern die Grünen, dass die Kreditinstitute ihr Investmentbanking vom Privatkunden- und Kreditgeschäft abtrennen sollten, damit sich möglicherweise notwendige Finanzhilfen bei künftigen Schieflagen einer Bank auf bestimmte Teile des Geschäfts konzentrieren könnten. Um Kettenreaktionen im Finanzsystem wie nach dem Kollaps von Lehman Brothers zu vermeiden, votieren die Grünen auch für eine Begrenzung von Interbankenkrediten. Dies soll verhindern, dass einzelne Banken ein Klumpenrisiko für andere darstellen. Wie hoch Schickdie Chance einschätzt, das politisch durchsetzen zu können und was er Kritikern antwortet, die ihm vorwerfen, die Banken kaputtzumachen – das und mehr hier im Talk bei FINANCE-TV.

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Die Pipeline am Schuldscheinmarkt ist so voll, dass Andreas Petrie, Leiter des Primärmarktgeschäfts der Helaba, den Markt auf Kurs zu den historischen Rekordhochs von 20 Milliarden Euro Emissionsvolumen im Jahr sieht: „Die Deals driften im Moment vom Bond- in den Schuldscheinmarkt“, sagt Petrie bei FINANCE-TV zur Begründung. Welche Deals und Emittenten den Boom antreiben und warum der Mega-Schuldschein von ZF Friedrichshafen schon bald getoppt werden könnte – der Schuldscheintalk hier bei FINANCE-TV.

Die ING sieht sich mit ihrer Wachstumsoffensive im deutschen Firmenkundengeschäft auf Kurs: 130 deutsche Unternehmen zählt die niederländische Großbank inzwischen zu ihren Kunden, sagte Firmenkundenvorstand Joachim von Schorlemer im Interview mit FINANCE-TV und kündigte an: „Wir werden weiter kräftig investieren und wachsen.“ Welche Rolle der Kredit dabei spielt, wie sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis der Bank entwickelt hat und wie sich die ING im hartumkämpften deutschen Markt von Wettbewerbern abgrenzen will – von Schorlemers Antworten sehen Sie nur hier bei FINANCE-TV.

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