Treasury
08.03.16 11:55

Der Brexit rückt näher und Unternehmen sollten sich bei aktuellen M&A- und Joint-Venture-Verhandlungen unbedingt für ein mögliches Ausscheiden Großbritanniens aus der EU wappnen, meint der Anwalt Nils Krause, Partner der Kanzlei DLA Piper: „Solche Verträge sollten deutsche Unternehmen besser nicht mehr auf Basis des britischen Rechts abschließen und zur Absicherung zudem den Brexit als MAC-Klausel einbauen“, empfiehlt Krause im Interview mit FINANCE-TV. Wo genau die rechtlichen Fallstricke eines Brexits für Unternehmen liegen und was Manager jetzt tun sollten – die Brexit-Tipps in der heutigen Ausgabe von FINANCE-TV.

Megarisiko Brexit: Wie Unternehmen sich schützen können

Am 23. Juni ist es soweit: An diesem Tag werden die Briten über den Verbleib in der EU abstimmen. Das Risiko, das sie – trotz der von Premierminister David Cameron ausgehandelten Zugeständnisse der EU-Regierungschefs – Nein sagen und es zum gefürchteten Brexit kommt, wird aktuell auf knapp 50 Prozent geschätzt.

In der deutschen Industrie scheint die Brexit-Gefahr deutlich geringer eingeschätzt zu werden. Zumindest haben sich noch nicht viele Unternehmen gegen ein mögliches Ausscheiden der Briten aus der EU abgesichert. Dabei ist Großbritannien für Deutschland mit einem jährlichen Handelsvolumen von 177 Milliarden Euro ein noch bedeutenderer Handelspartner als Frankreich (171 Milliarden Euro) und China (169 Milliarden Euro). Zudem belaufen sich die Direktinvestitionen deutscher Unternehmen auf der britischen Insel auf über 100 Milliarden Euro. Das ist mehr als dreimal so viel wie in Frankreich und mehr als doppelt so viel wie in China.

BMW beispielsweise betreibt große Autofabriken in England, die Versorger RWE und E.on eine Reihe von Kraftwerken und Vertriebsgesellschaften. Insgesamt haben mehr als 2.500 deutsche Unternehmen Niederlassungen in Großbritannien, wo insgesamt 370.000 Menschen für sie arbeiten.

Im Fall eines Brexits von entscheidender Bedeutung wäre die Neuregelung der Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU. Blaupausen könnten etwa die Handelsregelungen der EU mit den Nicht-EU-Mitgliedern Norwegen und Schweiz sein. Die nötigen Verhandlungen würden sich zwar hinziehen, doch nach spätestens zwei Jahren würde das europäische Recht in Großbritannien nicht mehr gelten, erklärt Nils Krause, Partner der Wirtschaftskanzlei DLA Piper bei FINANCE-TV. Daraus würde sich eine hohe Rechtsunsicherheit für bestehende Verträge zwischen europäischen und britischen Unternehmen ergeben. Die kritischen Themen sind unter anderem Steuern, Wechselkursabsicherung und der allgemeine Rechtsrahmen. Wie Unternehmer in der Praxis diese Punkte adressieren können, erklärt DLA-Piper-Partner Nils Krause hier bei FINANCE-TV. 

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