Treasury
10.03.14 11:55

Seit wenigen Wochen ist die Meldepflicht nach der Derivaterichtlinie EMIR in Kraft. Auch Unternehmen müssen nun aktuelle Meldungen zum Derivatehandel sowie einige historische Transaktionen melden. „Das ganz große Chaos ist Gott sei Dank ausgeblieben“, freut sich Günther Peer, EMIR-Experte beim Softwarehaus Reval. „Aber es hakt schon noch an einigen Stellen.“ Welche Punkte konkret den Unternehmen die größten Schwierigkeiten bereiten und was Unternehmen und ihren CFOs bei Verstößen gegen die Meldepflicht droht, darüber spricht er im Talk bei FINANCE-TV.

Die ersten EMIR-Erfahrungen: Was schon klappt und wo es noch hakt

Mit der Derivaterichtlinie EMIR will die EU dazu beitragen, die systemischen Risiken im Derivatemarkt einzudämmen. Auch viele Unternehmen sind seit Mitte Februar verpflichtet, ihre Derivatetransaktionen zu melden. Das klappt bei einigen, aber noch längst nicht bei allen: „Das ganz große Chaos ist Gott sei Dank ausgeblieben, aber es hakt schon noch an einigen Stellen“, sagt Günther Peer, EMIR-Experte beim Softwarehaus Reval. Unternehmen, Softwareanbietern und Transaktionsregistern habe besonders der enge Zeitplan in der Vorbereitungs- und Testphase  zu schaffen gemacht: „Die enge zeitliche Schiene hat alle unter Druck gesetzt“, resümiert Peer.

Noch schlagen die Anfangsschwierigkeiten offenbar noch nicht allzu sehr ins Gewicht. Die zuständige EU-Behörde ESMA zeigt sich Peers Beobachtung zufolge zumindest im Moment noch recht verständnisvoll, wenn es mit dem EMIR-konformen Reporting noch nicht ganz funktioniert. Wichtig sei dabei aber, dass das Unternehmen klar erkennen lasse, dass es an einer schnellstmöglichen Umsetzung der Meldepflichten arbeitet. „Man muss sich als Unternehmen vorbereiten“, sagt Peer – ein Nichtstun akzeptiere die Behörde nicht. Noch werde jedoch bei Problemen zumeist das Gespräch gesucht, um gemeinsam mit Transaktionsregistern und Softwareanbietern nach einer Lösung zu suchen. In welchem Punkt genau viele Unternehmen zurzeit noch im Hintertreffen sind und welche Teilbereiche der EMIR-Richtlinie den Unternehmen die meiste Arbeit abverlangen, darüber spricht Peer im Talk bei FINANCE-TV.

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Seit gut einem Jahr ist die Derivaterichtlinie Emir mit ihren Reportingpflichten in Kraft. Auch Unternehmen, die Derivate in erster Linie für Hedging-Vorhaben einsetzen, unterliegen den neuen Meldevorgaben. Im ersten Jahr nach der Einführung ist nicht alles glatt gelaufen, beobachtet Norbert Kuhn, Leiter Unternehmensfinanzierung beim Deutschen Aktieninstitut: „Der Umstellungsaufwand war insgesamt enorm, viele Regelungen waren anfangs noch unklar.“ Er befürchtet, dass die Detailtiefe der Meldungen weiter zunehmen könnte. Wie die Verantwortlichen in den Finanzabteilungen auf die neue Situation reagieren und welche weiteren regulatorischen Änderungen in den kommenden Monaten noch auf CFOs und Treasurer zukommen werden, das erklärt Kuhn im Talk bei FINANCE-TV.

Solarworld, IVG, AEG Power und nun Mifa: Bei Gläubigerversammlungen, die über die Restrukturierung einer Anleihe befinden müssen, geht es mitunter kernig zur Sache: „CFOs können mit einem Shitstorm rechnen“, warnt der Restrukturierungsspezialist Frank Günther von One Square Advisors im Interview mit FINANCE-TV. Günther, der aktuell unter anderem bei Windreich, MT-Energie, Strenesse und Zamek mandatiert ist. Wie CFOs das verhindern und was sie von Hedgefonds zu halten haben, verrät Frank Günther hier im FINANCE-TV-Talk.