Treasury
25.08.14 11:55

Mit einer Inhouse Bank, die konzerninterne Finanzdienstleistungen erbringt, wollen Unternehmen Prozesse im Treasury optimieren und Abläufe zentralisieren. Doch den Aufwand sollte man nicht unterschätzen: „Der Aufbau einer Inhouse Bank kann bis zu vier Jahre dauern“, sagt Manfred Fleckenstein, der bei der SEB als Head of Working Capital Management auch das Cash Management verantwortet. Welches die klassischen Schritte auf dem Weg zur Inhouse Bank sind und welche regulatorischen Hürden die Unternehmen bewältigen müssen, erklärt er im Talk bei FINANCE-TV.

Vom standardisierten Treasury zur Inhouse Bank

Der Weg zu einer Inhouse Bank ist lang und mitunter beschwerlich. Durchschnittlich zwei Jahre brauchen die meisten Unternehmen, um die Vorgänge im Treasury zu standardisieren und die ersten Zentralisierungsschritte zum Aufbau eines Cashpools und einer Payment Factory zu gehen. Der Aufbau einer Inhouse Bank kann schnell nochmals zwei Jahre erfordern. Die Unternehmen haben dann einen eigenen Finanzintermediär in der Gruppe – und sind unabhängiger von externen Bankenpartnern. „Wir sehen das auch mit einem weinenden Auge, wenn ein Firmenkunde typische Bankdienstleistungen selbst organisiert. Wir wollen uns diesem Trend aber nicht verschließen“, sagt Manfred Fleckenstein, Head of Working Capital Management bei der SEB.

Am häufigsten beobachtet er den Trend zur Inhouse Bank bei Großkonzernen mit internationaler Ausrichtung: „Sie haben Niederlassungen in der ganzen Welt und hohe Volumina bei Intercompany-Zahlungen.“ Welche Voraussetzungen ein Unternehmen schaffen muss, um eine Inhouse Bank im eigenen Konzern implementieren zu können und welche Bereiche sich für den Einstieg in ein zentralisiertes Treasury eignen, darüber spricht Fleckenstein im Talk bei FINANCE-TV.

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Um fast die Hälfte ist der Markt für Konsortialkredite in Europa im ersten Quartal eingebrochen, in Deutschland hielt sich der Rückgang mit 8 Prozent in Grenzen: „Der Markt wird sich im Laufe des Jahres wieder erholen“, gibt sich Arne Mühlholm, Leiter des Structured-Finance-Geschäfts der SEB, im Gespräch mit FINANCE-TV überzeugt. Grund: „Die Preise für Konsortialkredite sind absolut wettbewerbsfähig, und es gibt kein Finanzierungsinstrument, das flexibler ist.“ Wie stabil die Bankkonsortien im Moment sind, worauf die Kreditgeber am meisten achten und was CFOs liefern müssen – die Antworten hier im FINANCE-Talk.

Das Treasury hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert, sagt Michael Spiegel, Global Head of Trade Finance and Corporate Cash Management bei der Deutschen Bank. Treasurer hätten sich in Zeiten vor der inzwischen fünf Jahre dauernden Finanzkrise stärker auf ihr Unternehmen selbst fokussiert und sich mit Zinsänderungen, Währungs- und Finanzierungsrisiken beschäftigt. Heute rücke auch die Nachhaltigkeit der Supply Chain mit in den Fokus.

 

Treasurer würden ihre Aufgabe im weiteren Sinne als ein umfassendes Unternehmensrisiko-management auffassen, das auch Zulieferfinanzierungen umfasst. „Die Frage ist doch: Wie gesund und solvent sind die Zulieferer und wie gesund die Kunden?“ Wie sich die Eurokrise auf die Wahl der Bankpartner auswirkt, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.

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Als Wachstumstreiber sind die Emerging Markets für viele deutsche Unternehmen wichtig, Zahlungsverkehr in diese Länder bringt aber Schwierigkeiten mit sich. Das beginnt bei umfangreicher Dokumentation und endet bei Schriftzeichen, die deutsche Tastaturen nicht abbilden können. Dennoch kann es sich lohnen, in lokaler Währung zu zahlen, beobachtet Franz-Xaver Puy Michl, Head of Payments & Cash Management Germany bei der HSBC: „Man nimmt dem Geschäftspartner vor Ort das Währungsrisiko ab. Im Gegenzug räumt dieser oft Rabatte ein.“ Bis zu 5 Prozent seien häufig drin. Oberstes Gebot sei es, die Regularien einzuhalten, auch wenn sie strikt erscheinen. „Im Zweifelsfall sollte man sich mit dem Regulierer direkt zusammensetzen, damit kein Vertrauen verspielt wird“, rät Puy Michl. Welche Fortschritte er beim Zahlungsverkehr in den Emerging Markets sieht, welche Lockerungen er für den Renminbi erwartet und welche Probleme von Firmen oft unterschätzt werden, erklärt Puy Michl im Talk bei FINANCE-TV.

Auf fast 900 Milliarden Euro schätzt das Beratungshaus REL die Summen, die Europas Firmen ungenutzt in ihrem Working Capital gebunden haben. Vor allem die deutschen CFOs hätten beim Working Capital Management nachgelassen: „Bei deutschen CFOs ist Cash nicht mehr King“, kritisiert REL-Direktor Daniel Windaus. Wieso seine Berechnungen valide sind und was die Top-Unternehmen aus dem Ausland den deutschen Nachzüglern voraus haben – Windaus' Antworten hier bei FINANCE-TV.

Mit der Umstellung auf Sepa ist der Zahlungsverkehr schneller geworden. Jetzt kommt der nächste Schritt: Überweisungen in Echtzeit. „Noch in diesem Jahr werden 25 Banken mit Instant Payments starten“, glaubt Andreas Windmeier, Leiter Treasury Services Deutschland und Österreich bei JP Morgan. „Spätestens 2020 werden Echtzeitzahlungen die neue Normalität“, prognostiziert er bei FINANCE-TV. Wie die Instant Payments funktionieren, welche Hürden es beim Einsatz von Echtzeitzahlungen noch gibt und was sich dadurch für Treasury-Abteilungen ändert – Windmeiers Antworten hier bei FINANCE-TV.