Structured Finance
24.06.14 11:55

Das Bankhaus Lampe hat einen neuen Mezzanine-Fonds aufgelegt. 100 Millionen Euro will die Bank bei institutionellen Anlegern einsammeln und an deutsche Mittelständler ausgeben. Dass Unternehmen mit guter Bonität sich vor Finanzierungsalternativen derzeit kaum retten können, sieht Lampe nicht als Problem: „Als Eigenkapital-Surrogat brauchen viele Unternehmen Mezzanine“, sagt Ole Klose, Geschäftsführer von Lampe Capital Finance im Interview mit FINANCE-TV. Welche Unternehmen auf Geld aus dem Fonds hoffen dürfen und wie man sich von den wenig erfolgreichen Standard-Mezzanine-Programm abgrenzen will, verrät Klose hier bei mit FINANCE-TV.

Mezzanine-Finanzierung stirbt nicht aus

Mittelständler mit guter Bonität sind derzeit in einer komfortable Finanzierungssituation: Dank der Niedrigzinspolitik der EZB und den diversen Mittelstandsoffensiven der Banken kommen die Unternehmen derzeit so billig an Kredite wie lange nicht mehr. Und mit dem Minibond-Markt haben sie seit einigen Jahren auch eine Alternative am Kapitalmarkt. Ausgerechnet in dieser Phase kommt das Bankhaus Lampe jetzt mit einem neuen Mezzanine-Programm über 100 Millionen Euro auf den Markt. Ole Klose, Geschäftsführer von Lampe Capital Finance sieht dennoch eine Berechtigung für Mezzanine-Finanzierung: „Es stimmt, die Situation am Fremdkapitalmarkt ist gut. Aber Mezzanine-Kapital ist ein Eigenkapital-Surrogat und da sieht es anders aus“, sagt Klose.

Insbesondere in Wachstumsphasen und bei Wechseln im Gesellschafterkreis soll der Lampe-Fonds als Geldgeber einsteigen. Von Restrukturierungen, so verspricht das Bankhaus den Investoren, will man sich dagegen fernhalten. Doch gerade hier ist die Nachfrage nach Mezzanine besonders hoch: Unternehmen in Schwierigkeiten brauchen häufig eigenkapitalnahe Finanzierungen – auch um ihre Banken ruhig zu stellen. Um das gesamte Volumen austeilen zu können, kann Lampe sich daher nicht nur auf Unternehmen mit guter Bonität verlassen: „Wir akzeptieren auch Anfragen aus dem Subinvestmentgrade-Bereich“, räumt Klose ein. 

Einen Fehler, den in der Vergangenheit einige Mezzanine-Programme begangen haben, will Bankhaus Lampe dabei nicht machen: die Vergabestandards zum Ende der dreijährigen Investitionsperiode senken: „Wir lassen uns mit den Investitionsentscheidungen Zeit“, sagt Klose. „Eine richtige Selektion der Unternehmen ist uns wichtig.“ Um sich von den im Frühjahr ausgelaufenen wenig erfolgreichen Standard-Mezzanine Programmen abzugrenzen, legt Lampe deshalb viel Wert auf eine sorgfältige Due Diligence.

Auf welchen Prüfungsaufwand sich Unternehmen, die Geld aus dem Lampe-Fonds erhalten möchten, einstellen müssen und welche Vorteile Mezzanine gegenüber echtem Eigenkapital hat, sehen Sie bei FINANCE-TV.

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