Treasury
19.04.17 11:55

Mit der Umstellung auf Sepa ist der Zahlungsverkehr schneller geworden. Jetzt kommt der nächste Schritt: Überweisungen in Echtzeit. „Noch in diesem Jahr werden 25 Banken mit Instant Payments starten“, glaubt Andreas Windmeier, Leiter Treasury Services Deutschland und Österreich bei JP Morgan. „Spätestens 2020 werden Echtzeitzahlungen die neue Normalität“, prognostiziert er bei FINANCE-TV. Wie die Instant Payments funktionieren, welche Hürden es beim Einsatz von Echtzeitzahlungen noch gibt und was sich dadurch für Treasury-Abteilungen ändert – Windmeiers Antworten hier bei FINANCE-TV.

Vor allem Onlinehändler profitieren von Instant Payments

 

In Großbritannien, Dänemark, Singapur und Australien gibt es sie schon, bald sollen Privatpersonen und Unternehmen auch in der Euro-Zone in Echtzeit bezahlen können: Ab November 2017 werden erstmals Echtzeitüberweisungen möglich sein – so das erklärte Ziel der Europäischen Zentralbank. Der neue Service wird 24 Stunden, 365 Tage im Jahr verfügbar sein. Kern des Projekts: Innerhalb von zehn Sekunden muss das Geld final auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben sein. Das Risiko, dass ein Kunde nicht zahlt, wird so eliminiert.

Für die Banken bedeuten die sogenannten Instant Payments einen enormen Umstellungsaufwand. Zwar sind sie anders als bei der Sepa-Umstellung im Jahr 2014 nicht dazu gezwungen, Echtzeitzahlungen anzubieten. Doch vor allem die großen Häuser werden wohl nicht darum herumkommen, denn die Kunden fragen diesen Service nach: „Insbesondere die Onlinehändler verlangen nach Echtzeitüberweisungen“, sagt Andreas Windmeier, Leiter Treasury Services Deutschland und Österreich bei JP Morgan im Interview mit FINANCE-TV. Sie könnten dadurch künftig beispielweise ihren Versandprozess beschleunigen.

„Durch Instant Payments ergeben sich aber auch völlig neue Möglichkeiten für Industrieunternehmen“, meint der Banker und verweist etwa auf die Automobilhersteller: Bei Angeboten wie etwa Carsharing könnten Echtzeitzahlungen ebenfalls zum Einsatz kommen. Viele Treasurer wollen Instant Payments auch im B2B-Zahlungsverkehr einsetzen, wie eine noch unveröffentlichte Studie der FINANCE-Schwesterpublikation „DerTreasurer“ zeigt. Dieser Hoffnung versetzt Windmeier aber einen Dämpfer: „Am Anfang werden Instant Payments im B2B-Bereich keine Rolle spielen.“

Unter welchen Umständen sich dies ändern könnte, ob das Treasury künftig rund um die Uhr arbeiten muss und warum durch Instant Payments ein neues Einfallstor für Betrüger entstehen könnte, das erfahren Sie hier bei FINANCE-TV.

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Von Februar 2014 an müssen Firmen ihren Zahlungsverkehr nach den Maßgaben der Single Euro Payments Area (Sepa) ausführen – doch bei der Vorbereitung gibt es Nachholbedarf, meint Norbert Müller, Leiter Cash Management Sales Deutschland bei der UniCredit. „Sepa ist eines der von den Unternehmen am meisten unterschätzten Themen.“ Wo es hakt, wie ein Unternehmen Engpässe vermeidet und welche Vorteile die Umstellung auf ein einheitliches Zahlungsverkehrsformat bringen kann, erklärt Müller bei FINANCE-TV.

Als Wachstumstreiber sind die Emerging Markets für viele deutsche Unternehmen wichtig, Zahlungsverkehr in diese Länder bringt aber Schwierigkeiten mit sich. Das beginnt bei umfangreicher Dokumentation und endet bei Schriftzeichen, die deutsche Tastaturen nicht abbilden können. Dennoch kann es sich lohnen, in lokaler Währung zu zahlen, beobachtet Franz-Xaver Puy Michl, Head of Payments & Cash Management Germany bei der HSBC: „Man nimmt dem Geschäftspartner vor Ort das Währungsrisiko ab. Im Gegenzug räumt dieser oft Rabatte ein.“ Bis zu 5 Prozent seien häufig drin. Oberstes Gebot sei es, die Regularien einzuhalten, auch wenn sie strikt erscheinen. „Im Zweifelsfall sollte man sich mit dem Regulierer direkt zusammensetzen, damit kein Vertrauen verspielt wird“, rät Puy Michl. Welche Fortschritte er beim Zahlungsverkehr in den Emerging Markets sieht, welche Lockerungen er für den Renminbi erwartet und welche Probleme von Firmen oft unterschätzt werden, erklärt Puy Michl im Talk bei FINANCE-TV.

Mit ihrer Bargeldreform hat die indische Regierung das Land ins Chaos gestürzt, und die Krise ebbt nur langsam ab. Auch ausländische Konzerne sind betroffen, vor allem solche mit Endkundengeschäft in Indien, berichtet Wilbert Evers, Cash-Management-Experte der HSBC, bei FINANCE-TV: „Aber jetzt beruhigt sich die Lage. Und die Krise stellt sich als ein enormer Push für den elektronischen Zahlungsverkehr heraus.“ Wie sich dadurch jetzt die gesamte Cash-Management-Landschaft in Indien ändert, und wie widerstandsfähig die neue Struktur für politische Hauruckaktionen ist – die wichtigsten Antworten für Treasurer und CFOs, heute hier bei FINANCE-TV.

Die Pipeline am Schuldscheinmarkt ist so voll, dass Andreas Petrie, Leiter des Primärmarktgeschäfts der Helaba, den Markt auf Kurs zu den historischen Rekordhochs von 20 Milliarden Euro Emissionsvolumen im Jahr sieht: „Die Deals driften im Moment vom Bond- in den Schuldscheinmarkt“, sagt Petrie bei FINANCE-TV zur Begründung. Welche Deals und Emittenten den Boom antreiben und warum der Mega-Schuldschein von ZF Friedrichshafen schon bald getoppt werden könnte – der Schuldscheintalk hier bei FINANCE-TV.

Nicht nur Großkonzerne, auch viele Mittelständler sind inzwischen international aufgestellt und arbeiten mit Tochterfirmen und Banken rund um den Globus zusammen. Bei der Einbindung der internationalen Töchter in das zentrale Treasury stehen viele Mittelständler aber noch am Anfang, meint Treasury-Softwareanbieter Martin Bellin. Er hält inzwischen auch das ursprünglich für die Interbankenkommunikation gestartete Netzwerk Swift für mittelstandsfähig: „Das ist noch als teuer und komplex belegt“, räumt er ein. Inzwischen könnten Mittelständler aber schon für „wenige Hunderte Euro im Monat“ daran teilnehmen. Welche Voraussetzungen ein Mittelständler für eine Vernetzung schaffen muss, welche Fortschritte die Automatisierungsbemühungen in papierlastigen Domänen wie Trade Finance machen und bis wann internationale Treasury-Prozesse nach Meinung von Martin Bellin sogar nahezu ganz ohne Papier auskommen werden, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Die Bedrohung durch Cybercrime greift zunehmend auf die Finanzabteilungen über. Mit gerissenen Methoden versuchen die Betrüger, Geld zu erbeuten. „Das geht soweit, dass einige CFOs inzwischen schon selbst Zahlungen freigeben wollen“, sagt Axel Goedecke, Berater bei Horváth & Partner, gegenüber FINANCE-TV. Wie genau die Betrüger vorgehen, warum ihre Maschen so schwer zu enttarnen sind und wie sich Unternehmen dennoch schützen können, das sehen Sie in der heutige Ausgabe von FINANCE-TV.