1. Cash Management Campus – Rückblick


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FreseniusDer Gesundheitskonzern Fresenius hat Anfang 2013 eine vorrangige, unbesicherte Anleihe mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einem Volumen von 500 Millionen Euro platziert. Der Kupon beträgt niedrige 2,875 Prozent. Marktteilnehmern zufolge war sie bis dato die Anleihe mit der geringsten Verzinsung aus dem Hochrisikosegment aller Zeiten. Moody’s bewertete sowohl den Bond als auch Fresenius selbst mit „Ba1“, S&P und Fitch stuften die Bonität des Unternehmens mit „BB+“ ein. Damit liegt der Konzern eine Stufe unter Investment Grade und gehört de facto zum High-Yield-Segment. Investoren schätzen das Geschäftsmodell und die solide wirtschaftliche Entwicklung von Fresenius und sehen den Gesundheitskonzern nicht als Hochrisiko-Schuldner.LanxessDer Spezialchemiekonzern Lanxess konnte sich 2012 ebenfalls über einen Rekordkupon freuen. Im Jahr 2009 haben die Leverkusener ein Debt Issuance Programme über 2,5 Milliarden Euro aufgelegt. Seither kann der Chemiekonzern schnell an den Markt gehen, wenn sich eine Opportunität bietet. Zahlte der Konzern im April 2009 mit einem BBB-Rating noch 7,75 Prozent, so landete er im November 2012 (drei Transaktionen später) mit ebenfalls 500 Millionen Euro Volumen einen Rekordkupon von 2,265 Prozent. „Das war bis zu diesem Zeitpunkt der günstigste Euro-Bond, den ein Unternehmen mit BBB jemals platziert hat“, sagte Christoph Koch, Leiter Treasury bei Lanxess, im Frühjahr dieses Jahres zu Der Treasurer. LindeDas Gase- und Engineeringunternehmen Linde Anfang September 2012 eine Anleihe im Volumen von 1 Milliarde Euro mit einer Laufzeit von acht Jahren begeben. Der Kupon der dreifach überzeichneten Anleihe, die unter dem 10 Milliarden Euro schweren EMTN-Programm zu 35 Basispunkten über MidSwap emittiert wurde, liegt bei 1,75 Prozent. Linde hatte die Anleihe platziert, um mit den Mittel den syndizierten Kredit, den der DAX-Konzern für die Übernahme des US-Homecare-Unternehmens Lincare aufgenommen hatte, zurückzuführen.NestléDer Lebensmittelkonzern Nestlé hat im Herbst vergangenen Jahres neue Maßstäbe bei Anleiheemissionen im Euromarkt gesetzt. Die Schweizer emittierte eine zehnjährige unbesicherte Anleihe über 850 Millionen Euro mit einem historisch niedrigen Kupon von 1,75 Prozent. Die Anleihe erzielte damit den niedrigsten Kupon für eine zehnjährige Unternehmensanleihe in der Geschichte des Euro. „Angesichts einer Inflationsrate von 2 Prozent und mehr in der Eurozone erzielte Nestlé damit einen negativen Realzins“, sagt Matthias Minor, Head of Corporate Debt Capital Markets für den deutschsprachigen Raum bei der RBS, einer der an der Transaktion beteiligten Banken, damals gegenüber unserer Schwesterpublikation FINANCE . PhoenixDer Pharmahändler Phoenix hat im Mai über seine Gesellschaft Phoenix PIB Dutch Finance nach der Debütanleihe im Juli 2010 eine weitere Unternehmensanleihe platziert. CFO Michael Majerus (Foto) hat damit das „derzeitig attraktive Marktumfeld“ genutzt, wie es damals hieß. Die Anleihe wird von Phoenix Pharmahandel und einigen Tochtergesellschaften garantiert. Die siebenjährige Schuldverschreibung hat ein Volumen von 300 Millionen Euro. Der Zinskupon beträgt 3,125 Prozent p.a. S&P und Fitch bewerten die neue Anleihe mit BB. Das Rating ist mit den jeweiligen Unternehmens-Ratings sowie den Ratings für die im Jahr 2010 platzierte Anleihe identisch. Der Kupon der Anleihe von Phoenix Pharmahandel soll der niedrigste eines Hochzinsunternehmens außerhalb der Finanzbranche sein, seitdem Fresenius für siebeneinhalbjährige Papiere 2,875 Prozent geboten hatte. VolkswagenAuch Europas größter Autobauer VW musste im vergangenen Sommer kaum noch Zinsen bezahlen. Im Juni 2012 nutzten die Wolfsburger die Gunst der Stunden und haben ihren eigenen Rekord am Bondmarkt gebrochen. Für den von der Tochtergesellschaft VW Leasing emittierten und von VW Financial Services garantierten dreijährigen Bond im Volumen von 1 Milliarde Euro waren die Investoren mit einem Kupon von lediglich 1,5 Prozent zufrieden. VolkswagenIm März dieses Jahres hat Volkswagen eine zweiteilige, in Euro denominierte Anleihe aufgelegt. Die eine Tranche über 1,25 Milliarden Euro läuft bis März 2016 und wird mit 1 Prozent verzinst. Die zweite Tranche über 750 Millionen Euro hat eine Laufzeit bis März 2021 und ist mit einem Kupon in Höhe von 2 Prozent ausgestattet.

Programm und Präsentationen

Programm 2013

Präsentationen 2013

  • Begrüßung durch François Villeroy de Galhau, BNP Paribas
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  • Kontrahentenrisiken und Niedrigzinsen: Im herausfordernden Umfeld sicher anlegen
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  • TWIST-Initiative: Transparentere Bankgebühren im Zahlungsverkehr
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Rückblick: 1. Cash Management Campus

Beim 1. Cash Management Campus diskutierten über 100 Cash Management-Spezialisten.

 

Sicher anlegen im Niedrigzinsumfeld, mehr Transparenz über Bankgebühren und die Rolle der IT im Treasury – das sind wichtige Themen für deutsche Cash Manager. Doch kein Thema erhitzte die Gemüter der gut 100 Teilnehmer des 1. Cash Management Campus von „DerTreasurer“ und BNP Paribas so sehr wie die Sepa-Umstellung im Zahlungsverkehr.


Zwischen verärgert, verunsichert und vorsichtig optimistisch – so lässt sich das Stimmungsbild auf der Konferenz zusammenfassen. Zwar scheint die Mehrheit die Bedeutung und den mit der Umstellung verbundenen Aufwand mittlerweile erkannt zu haben, doch an der Umsetzung hapert es noch. Zum einen sind die Ressourcen im Treasury knapp, weil auch andere Regulierungen – insbesondere Emir – die Kapazitäten auffressen. „Die Sepa-Umstellung kann bei uns nicht mit der Manpower bearbeitet werden, die eigentlich notwendig wäre“, beschwert sich ein Konferenzteilnehmer.


Zum anderen sind trotz der nahenden Deadline im kommenden Februar noch viele Fragen ungeklärt – gerade bei den Lastschriften: Muss das Mandat im Original hinterlegt werden, oder reicht auch eine Kopie? Wie muss ein Unternehmen bei Onlinelastschriften mit Mandaten umgehen? „Die Regulierer haben das Thema Onlinehandel und e-Mandat schlicht vergessen“, sagt Thomas Clemens aus dem Treasury von Rewe. Die Handelskette will künftig stärker auf Onlinebestellungen setzen, und sucht nach Möglichkeiten, wie sie Onlinezahlungen per Lastschriften Sepa-compliant anbieten soll.


Die Veranstaltung zeigte jedoch auch, dass Firmen auf der Suche nach kreativen Lösungen Erfolg haben. Der Süßwarenhersteller Storck etwa konnte mit seinen Zahlungsverkehrsbanken aushandeln, dass er seine grenzüberschreitenden Überweisungen weiterhin im alten DTAZV-Format anliefern darf. Die Bank konvertiert diese dann ins neue Sepa-Format. Treasurer Klaus Hukriede ermutigte seine Kollegen: „Fragen Sie einfach Ihre Banken.“