In einem schwierigen Anlagejahr blieben Aktien ertragreicher als Anleihen - und das soll laut „Long-Term Capital Market Assumptions“ auch so bleiben.

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27.02.20
Asset Management

Aktien im Aufwind, Sorge bei Anleihen

Die Aktie soll ertragreicher als die Anleihe bleiben, prognostiziert JP Morgan Asset Management in seinem jährlichen Bericht „Long-Term Capital Market Assumptions“. Aber Anleihen haben nicht nur ein Rendite-Problem.

Der Dax markierte im Januar sein Allzeithoch. Auch langfristig bleibt die Anlageklasse Aktie der Anleihe voraus. Zu dieser Einschätzung kommt JP Morgan Asset Management in ihrem jährlichen Bericht "Long-Term Capital Market Assumptions" (LTCMA), in dem der Vermögensverwalter prognostiziert, wie sich die globale Wirtschaft, die Zinsen und die wichtigsten Asset-Klassen in den kommenden 10 bis 15 Jahren entwickeln werden.

Aktien legen global zu

Die durchschnittlichen globalen Aktienertragsprognosen für den Prognosezeitraum auf US-Dollar-Basis legten um 50 Basispunkte auf 6,5 Prozent zu. Für die westlichen Industrienationen soll der Wert nur um 20 Basispunkte auf 5,7 Prozent steigen. Allerdings befänden sich die langfristigen Prognosen für Aktienrenditen auch nach zehn Jahren Bullenmarkt im unteren Bereich der historischen Spanne. Zusätzlich weisen die Asset Manager darauf hin, dass zwar „Aktien bessere Ertragsaussichten als Anleihen bieten, aber im Falle eines Konjunktureinbruchs unter der Marktvolatilität zu leiden haben werden.“

Bei den Unternehmensanleihen ist die Situation ähnlich: Diese böten zwar weiterhin "akzeptable Ertragsmöglichkeiten" und "können eine Chance zur Verbesserung der Portfolioerträge darstellen", wie es im LTCMA-Bericht heißt. Das gelte vor allem für Anleihen im High-Yield-Bereich mit kürzerer Laufzeit. Deren Renditen erwiesen sich als widerstandsfähiger als die der langlaufenden Investmentgrade-Anleihen. Letztere seien parallel zu anderen Langläufern gesunken.

So schätzt JPM AM die Gleichgewichtsrenditen der in Euro notierten High Yields auf 5,8 Prozent und die der Investmentgrade-Anleihen auf 3,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr veranschlagten die Vermögensverwalter noch 6,25 für Hochzins- und 4 Prozent für die Investmentgrade-Anleihen.

BBB-gerateten Unternehmen sind problematisch

Aber es gibt eine Einschränkung: „Aktuell besteht die Sorge, dass immer mehr Unternehmensanleihen in den High-Yield-Bereich absacken könnten. Nicht deshalb weil die Wirtschaftslage schlechter ist als vor zehn Jahren, sondern schlichtweg deshalb, weil es mehr Unternehmen mit BBB Rating gibt als in der Vergangenheit“, erklärt Michael Feser, Portfoliomanager bei JPM AM.

Bei alternativen Anlageklassen erhöhte JPM AM seine Prognose für Private Equity um 55 Basispunkte auf 8,8 Prozent. Auch bei der Asset-Klasse Immobilien erwartet JPM AM eine stabile „durchschnittliche Rendite der Kern-Immobilien in den USA von 5,8 Prozent“ im Prognosezeitraum.

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