Änderungen in der strategischen Asset Allocation als Reaktion auf die Finanzkrise

04.10.12 14:49

Anleger unterschätzen Tail Risks

Von Andreas Knoch

Die europäische Schuldenkrise und eine welt- oder europaweite Rezession könnten noch im Laufe der nächsten zwölf Monate zu neuen Extremrisiken (Tail Risks) führen. Diese waren gerade von Profianlegern in der Vergangenheit regelmäßig unterschätzt worden.

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Institutionelle Investoren rechnen noch im Laufe der nächsten zwölf Monate mit dem Eintritt neuer Extremrisiken. Das geht aus einer aktuellen Studie der Economist Intelligence Unit hervor, die im Auftrag von State Street Global Advisors 310 institutionelle Anleger befragt hat. Als mögliche Ursachen machten die Befragten die Schuldenkrise in Europa und eine welt- oder europaweite Rezession aus. Jeder zweite Umfrageteilnehmer gab zudem an, dass Profianleger in der Vergangenheit regelmäßig die Häufigkeit und die Schwere von Extremrisiken unterschätzt haben.

Der Studie zufolge haben die Investoren inzwischen aber ein deutlich schärferes Bewusstsein entwickelt und ergreifen aktiver Maßnahmen, um sich gegen potentielle Auswirkungen abzusichern. So glauben 73 Prozent der institutionellen Anleger, dass sie dank einer geänderten strategischen Asset Allocation besser gegen kommende Extremereignisse geschützt seien als noch vor der Finanzkrise. Die Studie zeigt, dass alternative Anlagen wie Rohstoffe und Infrastruktur sowie Managed Futures und Commodity- Trading-Advisor- Strategien wieder stärker gefragt sind. Dachhedgefonds und direkte Hedgingstrategien verloren dagegen in der Gunst der Anleger.

Auf die Frage nach den größten Schwierigkeiten bei der richtigen Allokation im Rahmen ihrer Absicherungsstrategie gegen Extremereignisse verwiesen 64 Prozent der Anleger auf die Liquidität der entsprechenden Instrumente.

Knoch[at]derTreasurer.de