Der Mittelstand verfolgt bei der Geldanlage ambitionierte Ziele. Aber wie?

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28.09.16
Asset Management

Commerzbank-Studie: Strafzinsen erfassen kleinere Mittelständler

Das negative Zinsumfeld hat auch den Mittelstand erfasst. Die Unternehmen blicken dennoch überraschend optimistisch auf ihre Geldanlagen.

Das negative Zinsumfeld setzt längst nicht mehr nur Großkonzerne unter Druck. Auch der kleinere Mittelstand mit einem durchschnittlichen Anlagebedarf von rund 4,7 Millionen Euro kann sich dem Thema nicht entziehen. Das zeigt eine aktuelle Befragung der Commerzbank und der Fachhochschule Mittelstand unter etwa 150 Unternehmen mit Umsätzen zwischen 5 und 50 Millionen Euro. 37 Prozent der befragten Mittelständler wurden von Banken bereits auf sogenannte Guthabengebühren angesprochen. Wie viele tatsächlich Strafzinsen zahlen müssen, ist nicht bekannt.

„Rund ein Drittel ist bereit, solche negativen Zinsen für die kurzfristige Verfügbarkeit der Liquidität in Kauf zu nehmen“, sagt Volker Wittberg von der Fachhochschule Mittelstand, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat. Zwei Drittel gehen dagegen aktiv auf die Suche nach höheren Renditen – mit unterschiedlichen Ansätzen: Rund  24 Prozent sind bereit, in Laufzeiten bis zu drei Jahren anzulegen, um im Gegenzug zwischen 0 und 0,5 Prozent Zinsen zu erhalten.

27 Prozent würden Kursschwankungen in gewissem Maß akzeptieren, um noch zwischen 1 und 2 Prozent einzusammeln. 14 Prozent lassen sich sogar auf stärkere Kursschwankungen ein, wenn es dafür einen Ertrag von 3 Prozent gibt.

Zinserwartung im Mittelstand steigt

Diese 3 Prozent entsprechen auch der durchschnittlichen Mindestverzinsung, die Unternehmen auf ihre Finanzanlagen erwarten. Im aktuellen Zinsumfeld ist dies ein ambitionierter Wert, zumal die Renditeerwartungen der Mittelständler gegenüber dem Vorjahr (2,4 Prozent) noch einmal gestiegen sind, während sich das Zinsumfeld weiter verschlechtert hat.

Wie die Mittelständler diese hohe Verzinsung erreichen wollen und welche Herausforderung sie aktuell häufig unterschätzen, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von DerTreasurer.

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