Bob Kowit von Federated Investors über Trade Finance als Anlageklasse

26.04.12 14:47

„Die Lernkurve bei Trade Finance ist steil“

Von Andreas Knoch

Trade Finance gewinnt als als Anlageklasse nur langsam an Bedeutung. Gerade institutionelle Investoren halten sich vielerorts noch zurück. Bob Kowit von Federated Investors erläutert die Gründe.

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>> Herr Kowit, Sie haben institutionellen Investoren in Deutschland gerade die Assetklasse Trade Finance näher gebracht. Wie war das Feedback?

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Das Interesse an Exportfinanzierungen als Anlageklasse bei professionellen Anlegern wächst. Was wir aber auch registriert haben ist, dass viele Investoren mit diesem Thema noch nicht viel anfangen können. Bis dato ist das die Domäne der global agierenden Banken. Ich bin aber überzeugt, dass sich das ändern wird. Die Lernkurve ist steil. Das war auch bei anderen Assetklassen der Fall.

>> Nun hat Trade Finance aber eine deutlich längere Historie. Woran liegt die Abstinenz institutioneller Investoren?

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Trade Finance ist ein hochkomplexes Geschäft. Es erfordert einen enormen Arbeits- und Dokumentationsaufwand. Das können institutionelle Investoren allein nicht leisten. In der Vergangenheit hatten die im Trade Finance aktiven Banken auch gar kein Interesse, das vergleichsweise lukrative Geschäft aus ihren Bilanzen zu nehmen. Inzwischen sind viele Institute aber gezwungen, ihre Bilanzen zu verkürzen und Eigenkapital freizusetzen. Das schafft Möglichkeiten für institutionelle Investoren.

Die Lernkurve bei Trade Finance ist steil

Kowit, Federated Investors

>> Was spricht für die Assetklasse aus Investorensicht?

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Es gibt eine ganze Reihe von Argumenten. Zunächst einmal das geringe Risiko von Handelsgeschäften. Einer Studie der Internationalen Handelskammer und der Asian Development Bank zufolge liegt die Ausfallrate bei Exportfinanzierungen bei lediglich 0,02 Prozent. Zudem ist die Recovery Rate mit über 60 Prozent sehr hoch. Auch die Renditen können sich sehen lassen. Mit unserer Trade- Finance-Strategie haben wir über die vergangenen sechs Jahre eine annualisierte Rendite von 5,9 Prozent erzielt und das bei einer monatlichen Volatilität von lediglich 1,3 Prozent. Darüber hinaus bietet die Assetklasse einen Inflationsschutz, da die Finanzierungen mit einem Spread auf den Libor vereinbart werden.

>> Wie können sich Investoren an diesen Aussichten beteiligen?

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Gerade für deutsche Investoren ist das wegen der oftmals restriktiven Anlagerichtlinien ein nicht ganz einfaches Thema. Federated Investors bieten Anlegern grundsätzlich zwei mögliche Varianten an: Zum einen die eines aufgesetzten Mandats, das in unsere Core- Strategie investiert. Zum anderen im Rahmen einer Master/Feeder- Konstruktion, einer speziellen Variante eines Dachfonds.

Knoch[at]derTreasurer.de