Asset Manager verteidigt sich gegen günstige Passivstrategien

08.06.18 09:54

Fidelity setzt auf variable Managementgebühr

Von Antonia Kögler

Investoren haben beim Asset Manager Fidelity nun die Wahl. Bei einer Handvoll Fonds können sie sich entscheiden, ob sie einen variablen oder fixen Preis zahlen möchten.

Investoren können bei dem Asset Manager Fidelity nun bei einigen Fonds zwischen einem fixen und einem variablen Preis wählen.

graffoto8/iStock/Thinkstock/Getty Images

Investoren können bei dem Asset Manager Fidelity nun bei einigen Fonds zwischen einem fixen und einem variablen Preis wählen.

Der Kronberger Asset Manager Fidelity International hat für einen Teil seiner Aktienfonds eine variable Fondsgebühr eingeführt. Bei fünf Fonds können Investoren nun wählen, ob sie einen variablen oder einen fixen Preis zahlen wollen. „Bei der variablen Variante bezahlen die Kunden eine Managementgebühr, die bei 70 Basispunkten und damit um 10 Basispunkte unter unserem üblichen Preis liegt“, erklärt Ferdinand-Alexander Leisten, Deutschlandchef des Asset Managers. Dazu kommt ein variabler Teil, der von der Performance des Fonds im Vergleich zum Benchmark-Index abhängt. Je besser der Fonds gegenüber dem Index abschneidet, umso höher fällt dieser Teil aus.

Insgesamt liegt die Spannbreite zwischen plus 20 Basispunkten und minus 20 Basispunkten. „Das bedeutet, dass der Fonds in Phasen, in denen er schlecht läuft, auch deutlich günstiger ist“, erklärt Leisten.

Variable Preisgestaltung in Europa bisher selten

Mit dem neuen Gebührenmodell will Fidelity vor allem zwei Dinge erreichen, erklärt der Deutschlandchef. Zum einen soll der Wettbewerb zwischen den Asset Managern gestärkt werden. „Derzeit sind die meisten Gebührenstrukturen vor allem in Europa sehr starr und bieten Anlegern wenig Varianz“, so Leisten. Zum anderen zeige der wachsende Erfolg von passiven Anlagestrategien, dass Kunden ein hohes Interesse an kostengünstigeren Investments haben. „Wir sind fest davon überzeugt, dass aktives Asset Management sich lohnt“, betont er. „Das variable Modell ist ein Weg, um Investoren in schwierigen Phasen nicht in solche passive Produkte zu treiben, sondern weiterhin von dem aktiven Produkt überzeugen zu können.“

In den Vereinigten Staaten gibt es solche variablen Gebührenmodelle bereits häufiger. Im europäischen Markt sieht man diese Art der Preisgestaltung bisher aber selten. Leisten hofft, dass sich das ändert und auch in Europa mehr Bewegung in die Gebührenmodelle kommt. Insgesamt glaubt der Fidelity-Manager, Investoren würden den Themen Kosten und Gebühren nicht immer den Stellenwert geben, der ihnen eigentlich zukommen sollte. „Unternehmens-Treasurer gehören allerdings aus meiner Erfahrung zu der Gruppe von Anlegern, die das Thema sehr genau im Blick haben.“

Welche Kundengruppen sich besonders für das variable Gebührenmodell interessieren, kann Leisten noch nicht sagen, da Fidelity das Modell gerade erst gestartet hat. Wenn es sich als Erfolg erweist, will der Asset Manager die Struktur auch auf andere Aktienfonds und weitere Anlageklassen ausweiten.

Koegler[at]derTreasurer.de

Bleiben Sie über Trends im Cash Management, Updates bei der Treasury-Software, Treasurer-Wechsel und alle anderen News im Treasury-Bereich auf dem Laufenden und folgen Sie uns auf Twitter.