Forsa und die Commerzbank haben das Anlageverhalten des Mittelstandes untersucht.

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23.10.19
Asset Management

Firmen nutzen Fremdwährungszinsen

Für Unternehmen bleibt Liquiditätsplanung das A und O der Anlagephilosophie. Beim Umgang mit den Strafzinsen zeichnet sich unter den Finanzabteilungen der Konzerne aber ein Trend zu Nicht-Euro-Termingeldern ab, wie eine aktuelle Studie von Forsa und der Commerzbank zeigt.

Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die daraus resultierenden Strafzinsen haben die Liquiditätsplanung der deutschen Unternehmen voll im Griff: Das geht aus einer aktuellen Studie über das Anlageverhalten deutscher mittelständischer Unternehmen hervor, die die Commerzbank in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Forsa durchführte.

Demnach mussten 29 Prozent der befragten 500 Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 15 Millionen Euro bereits Strafzinsen zahlen. Firmen mit einem Umsatz von mindestens 250 Millionen Euro sind mit 36 Prozent stärker von Negativzinsen betroffen als kleinere Mittelständler mit einem Umsatz zwischen 15 und 249 Millionen Euro (29 Prozent). Das dürfte vor allem daran liegen, dass die angelegten Volumina bei größeren Firmen höher sind.

Unternehmen werden Zinsarbitrageure

Die Reaktionen der Unternehmen auf die Strafzinsen fallen unterschiedlich aus: Am weitesten verbreitet ist mit 37 Prozent das Umschichten in andere Anlageformen.

Neben der Verlängerung der Anlagehorizonte, stellt Oliver Haibt, Head of Corporate Sales bei der Commerzbank noch eine weitere Reaktion fest. „Wir sehen, dass die Firmen vermehrt Termingelder außerhalb der Euro-Zone anlegen, um so die dort besseren Zinsen zu nutzen.“ So hätten besonders Firmen, die Termingelder in US-Dollar hielten, zum einen von dem besseren Zinsumfeld in den USA und zum anderen vom vorteilhaften Wechselkurs zum Euro doppelt profitiert.

Strafzinsen zeigen Wirkung

Doch das ist nicht die einzige Reaktion: Immerhin jeder vierte befragte Finanzverantwortliche gibt an, als Reaktion auf Negativzinsen die Bank gewechselt zu haben. Die Unternehmen zeigen aber auch, dass die von einigen Banken kritisierte Zinspolitik der EZB ihr Ziel nicht vollends verfehlt: 32 Prozent der befragten Finanzentscheider nutzen die Niedrigzinsphase um Investitionen in ihre Unternehmen zu tätigen. 25 Prozent der Befragten haben ihr Anlageverhalten dagegen nicht geändert.

Ploner[at]DerTreasurer.de

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