Investoren sehen in der Coronakrise Anlagechancen bei Unternehmensanleihen.

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13.05.20
Asset Management

Investoren entdecken Corporate Bonds wieder

Die Coronakrise hat alle Assetklassen unter Druck gesetzt. Nun kristallisieren sich aber einige neue Investorenlieblinge heraus: Unternehmensanleihen, High Yield Bonds und ABS-Papiere stehen immer öfter auf der Einkaufsliste.

Die Coronakrise hat alle Assetklassen unter Druck gesetzt. „Nachdem viele Unternehmen in den vergangen Wochen quasi im Krisenmodus waren, wird nun der Blick wieder etwas langfristiger nach vorne gerichtet“, kommentiert Sabrina Jacobs, Fixed-Income-Spezialistin bei Insight Investment. „Genauso sieht es bei den Investoren aus, die zunächst einmal die Verwerfungen aushalten mussten und nun aber auch wieder den Blick für mögliche Opportunitäten im Markt öffnen“, beobachtet sie.

Liquides Credit-Segment rückt in den Blick

Ein Bereich, der dabei wieder in den Fokus rücken könnte, ist der liquide Credit-Bereich. „Während wir bei Anleihen im Investmentgrade-Segment vor der Krise extrem niedrige Renditen – ja zum Teil sogar negative – gesehen haben, hat dieser Markt nun wieder an Attraktivität gewonnen“, so Jacobs. Besonders gute Gelegenheiten biete momentan der Markt für Corporate Bonds. „Bereits jetzt sieht man, dass Investoren aus Asien umschichten und stärker in diesem Segment investieren. Aber auch bei europäischen Investoren dürfte dieser Trend zunehmen“, erläutert sie.


Ebenfalls im Fokus der Investoren stehen laut Jacobs Produkte aus dem High-Yield-Segment und auch ABS-Papiere. „Bei ABS-Papieren erhalten Anleger derzeit für Produkte mit Top-Ratings Renditen, die es vorher nur im BBB-Bereich gab“, sagt sie. Allerdings seien die Ausfallrisiken bei niedrigeren Ratings in diesen Assetklassen zuletzt aber deutlich angestiegen. Man müsse also vorsichtig sein, in welche Titel man investiere.

ESG-Trend setzt sich fort

Einen starken Drang zu Safe Haven Assets, wie Staatsanleihen, kann sie dagegen nicht erkennen. Dass Corporate Bonds wieder höhere Renditen bieten, wird nach ihrer Ansicht dazu führen, dass der Drang zu alternative Assets etwas abflachen wird. „Gerade im Immobiliensegment könnte inzwischen die Grenze erreicht sein. Darüber hinaus lockt der Corporate-Bond-Markt durch seine Liquidität.“

Ein Trend, der von der Krise profitieren könnte, ist das Thema ESG. „Wir sehen, dass nachhaltige Portfolios in der Krise etwas besser performt haben als klassische“, berichtet Jacobs. Das liege daran, dass stark ölabhängige Unternehmen in diesen Portfolios weniger vertreten seien und die Ölpreisschlacht daher weniger starke Auswirkungen hatte. Grüne Investmentprodukte hätten aufgrund der Branchenzusammensetzung in dieser Krise, in der speziell die Luftfahrt- und Automobilindustrie schwer getroffen ist, einfach auch Glück gehabt. „Zudem sorgen die vielen Buy-and-Hold-Investoren im ESG-Segment für mehr Stabilität“, ergänzt sie.

Koegler[at]derTreasurer.de


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