Premiere im Börsenhandel von Geldmarktfonds

07.03.17 15:05

Geldmarktfonds nun mit T+1 handelbar

Von Sabine Paulus

Ein Novum im Börsenhandel: Erstmals können nun Geldmarktfonds mit einer verkürzten Abwicklungsperiode von T+1 über Xetra gehandelt werden.

Über das Handelssystem Xetra sind nun erstmals Geldmarktfonds mit einer verkürzten Abwicklungsperiode von einem Handelstag und einem Geschäftstag handelbar.

Deutsche Börse AG

Über das Handelssystem Xetra sind nun erstmals Geldmarktfonds mit einer verkürzten Abwicklungsperiode von einem Handelstag und einem Geschäftstag handelbar.

Zum ersten Mal sind nun Geldmarktfonds mit einer verkürzten Abwicklungsperiode von T+1 (Handelstag + ein Geschäftstag) über Xetra handelbar. Das teilte die Deutsche Börse zu Beginn dieser Woche mit. Die Produkte bildeten damit die erste Wertpapierklasse, bei der Transaktionen am Handelstag nach der Orderausführung abgewickelt würden. Vorreiter hierbei sind fünf Geldmarktfonds von Blackrock Institutional Cash Series, die Unternehmensangaben zufolge in ein breites Spektrum an festverzinslichen Wertpapieren und Geldmarktinstrumenten mit kurzen Restlaufzeiten investieren und auch in Einlagen von Kreditinstitutionen anlegen. Das neue Angebot steht aber künftig auch allen anderen Anbietern von Geldmarktfonds offen. Es „trägt den speziellen Handels- und Abwicklungsgepflogenheiten von Geldmarktfonds Rechnung“, heißt es seitens der Deutschen Börse weiter.

Die kurze Abwicklungsdauer ist ein Novum, denn für alle anderen Wertpapierklassen im Börsenhandel gilt derzeit ein Abwicklungszeitraum von T+2 (Handelstag + zwei Geschäftstage). Dies ist seit Herbst 2014 üblich. Damals hatten Initiativen, wie die Central Securities Depository Regulation (CSDR) oder die TARGET2-Securities (T2S) die Sicherheit und Effizienz in der europäischen Clearing- und Abwicklungsinfrastruktur verbessern wollen, weshalb die meisten Wertpapiermärke des Europäischen Wirtschaftsraums inklusive der Schweiz, Maßnahmen durchführten, um ihre Abwicklungszyklen auf T+2 anzupassen.

Wachsende Beliebtheit von Geldmarktfonds

Geldmarktfonds haben gerade in Zeiten von Strafzinsen bei Unternehmens-Treasurer an Beliebtheit gewonnen. Bei vielen Fonds sind die Renditen zwar ebenfalls unter die Nulllinie gerutscht, können allerdings nach wie vor attraktiver sein als kurzfristig geparkte Gelder bei Banken, die zum Teil den negativen Einlagenzins der EZB von -0,4 Prozent an ihre Kunden weitergeben. Druck auf die Anlageklasse gibt es allerdings von Seiten der Europäischen Union. Eine neue Richtlinie, die im zweiten Quartal 2017 in Kraft treten soll, legt den Instrumenten strengere Regeln auf.

Paulus[at]derTreasurer.de

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