Wie haben Geldmarktfonds sich währen der Coronakrise entwickelt?

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18.10.21
Asset Management

Geldmarktfonds profitieren von Strafzinsen

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld locken Money Market Funds als Alternative bei der kurzfristigen Geldanlage. Wie hat der Markt es durch die Coronakrise geschafft?

Auch an Geldmarktfonds geht das Niedrigzinsumfeld nicht spurlos vorbei. Bei ganz kurzlaufenden Geldmarktfonds von Amundi, die in Papiere mit Laufzeiten von bis zu 397 Tagen anlegen können, liege die Rendite derzeit beispielsweise im Schnitt bei rund 60 Basispunkten im Minus, erklärt Christina Weiss, Director Liquidity Solutions bei Amundi. Bei Amundi-Standardgeldmarktfonds liege der Wert per Ende September zwischen minus 48 und minus 55 Basispunkten. Diese Fonds investieren in Papiere mit Laufzeiten bis zu zwei Jahren.

„Trotzdem bleiben Geldmarktfonds als Anlagealternative äußerst beliebt“, so Weiss. Dafür sorge auch der massive Druck der Banken, die versuchten, Liquidität abzuwehren. Speziell zum Jahresultimo verschärften Banken häufig ihre Abwehrhaltung wegen der Berechnung für den Einlagensicherungsfonds. „Inzwischen verlangen einige Häuser zudem als Guthabengebühr nicht nur den EZB-Einlagenzinssatz von minus 0,5 Prozent, sondern bereits deutlich schlechtere Sätze als den EZB-Satz“, beobachtet sie. Das mache Geldmarktfonds im Vergleich dann doch attraktiver.

Wachsendes Sicherheitsbedürfnis während der Krise

Auch in der Coronakrise hat es bei MMFs (Money Market Funds) einige Verschiebungen gegeben. „Wir haben bei Kunden ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis gesehen, weshalb einige Kunden ihr bereits in Standardgeldmarktfonds investiertes Geld zum Teil umgeschichtet haben in kurzlaufende Geldmarktfonds, um sich noch diversifizierter aufzustellen.“ Andere wiederum hätten auf der Suche nach höheren Renditen auch stärker auf geldmarktnahe Fonds zurückgegriffen, die zum Teil sogar eine schwarze Null erreichten.

Insgesamt hätten sich Zu- und Abflüsse seit Krisenbeginn etwa die Waage gehalten. „Wir hatten auf der einen Seite Unternehmen, die ihr Geschäft finanzieren mussten und deshalb ihre Liquiditätspuffer genutzt haben. Andere wiederum haben Cash-Bestände aufgebaut oder Kredite gezogen und das Cash in Geldmarktfonds geparkt, um direkt nach den Lockdowns wieder mit Investitionen starten zu können“, berichtet sie vom letzten Frühjahr. Ein großer Exodus aus den Fonds sei ausgeblieben.

Mehr über die Nutzung von Geldmarktfonds erfahren Sie im Webinar von DerTreasurer und Amundi am 20. Oktober. Dann erklärt Elzbieta Dziemsza, Treasury Project Manager bei LEG Immobilien, warum ihr Unternehmen sich dafür entschieden hat, Geldmarktfonds zu nutzen.

Koegler[at]derTreasurer.de

Hier geht es zur Anmeldung für das Webinar am 20. Oktober um 11:00 Uhr.