Investoren wollen ESG-Anlagen.

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20.07.20
Asset Management

ESG-Anlagen werden bei Investoren populärer

Immer mehr Investoren setzen auf nachhaltige Anlagemöglichkeiten. Auch das Wissen über ESG-Anlagen ist bei den Großanlegern gestiegen.

Für Anleger wird der Faktor Nachhaltigkeit immer wichtiger. Die Mehrheit der institutionellen Investoren setzt auf ESG-Anlagestrategien,wie eine Nachhaltigkeitsstudie von Union Investment unter rund 160 deutschen Asset Managern erbrachte. So zeigt die Befragung, die von Januar bis April durchgeführt wurde, dass vier von fünf Großanlegern nachhaltige Strategien für ihre Kapitalanlage nutzen – das sind 8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

„Dass die Zahl gestiegen ist, überrascht mich nicht. 2019 hat das Thema Nachhaltigkeit enorm an Bedeutung gewonnen. Und so wird es auch weitergehen“, prognostiziert Daniel Theilen, Senior Client Relationship Manager bei Union Investment. Er schätzt, dass in den nächsten drei Jahren alle Großanleger Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen werden. „ESG-Anlagestrategien werden künftig zum Standard werden. Je größer der Investor und das verwaltete Vermögen, desto schneller wird das Thema voll umgesetzt.“ Das glauben auch die Befragten selbst: 83 Prozent erwarten einen sehr starken oder starken Anstieg des ESG-Anlagevolumens in den kommenden zwölf Monaten. Als Grund dafür nennen sie vor allem die Regulatorik in dem Bereich.

So kommt es auch, dass das Wissen über solche Kapitalanlagen bei den Investoren gestiegen ist. Während vor fünf Jahren gerade einmal 38 Prozent der Befragten ihren Kenntnisstand als gut oder sehr gut bewerteten, waren es nun 60 Prozent. Dieses Wissen würde künftig auch dafür sorgen, dass die Schere auf der Anbieterseite auseinander geht. „Weil fast alle so einer Anlage nachgehen, werden Anleger die Qualität der Nachhaltigkeitsstrategien kritischer hinterfragen. Sie dürften dann schnell zwischen fundierten Ansätzen und Greenwashing unterscheiden“, so Theilen.

Die Zufriedenheit mit den nachhaltigen Investments ist laut der Studie bei den Investoren in den vergangenen fünf Jahren zwar um 13 Prozentpunkte gestiegen. Allerdings gibt nur etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) an, sie sei zufrieden. Das ist insofern überraschend, weil lediglich zwei von 130 Befragten, die nachhaltig und konventionell investieren, angaben, dass die Rendite ihrer nachhaltigen Kapitalanlage im Vergleich zu konventionellen Portfolios schlechter gewesen sei. Bei 12 Prozent entwickelte sich die Rendite jedoch deutlich besser. Der Anteil dürfte infolge der Coronakrise allerdings steigen, glaubt Theilen: „In der Krise haben Portfolios mit einer Nachhaltigkeitskomponente bisher besser performt.“

s.backhaus[at]finance-magazin.de

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