Zinsumfeld wird für Treasurer herausfordernder

09.05.17 09:00

Keine Entwarnung bei Strafzinsen

Von Antonia Kögler

Je länger das Niedrigzinsumfeld andauert, umso höher wird der Druck. Banken verschärfen ihr Vorgehen in Sachen Strafzinsen weiter.

Geld? Nein, danke! Überschüssige Liquidität anzulegen wird für Treasurer auch in diesem Jahr immer schwieriger.

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Geld? Nein, danke! Überschüssige Liquidität anzulegen wird für Treasurer auch in diesem Jahr immer schwieriger.

Negativzinsen vermeiden“, geben viele Treasurer zu Protokoll, wenn sie nach ihren aktuellen Herausforderungen befragt werden. Ob es um den höheren Aufwand bei der Diversifikation der Geldanlage, den Erhalt möglichst großer Liquidität oder schlicht das Sparen von Strafzinskosten geht – die negativen Zinsen, die Geldinstitute für die überschüssige Liquidität berechnen, treiben die Treasurer um. Viele Banken verschärfen ihre Politik bei kurzfristigen Einlagen, hat DerTreasurer aus Gesprächen mit Finanzverantwortlichen erfahren. Frühere Kulanzregelungen und Freibeträge würden immer mehr reduziert, berichtet beispielsweise ein Leiter Finanzen eines MDax-Konzerns, der nicht namentlich genannt werden will. Deswegen müsse sein Unternehmen tatsächlich negative Zinsen akzeptieren.
 
Die Beobachtung deckt sich mit einer aktuellen Bankenumfrage in der aktuellen Ausgabe von FINANCE, der Schwesterpublikation von DerTreasurer. Alle Geldinstitute, die sich zu dem Thema geäußert haben, geben an, Strafzinsen unter bestimmten Umständen zu erheben. Im Vergleich zum Beginn des vergangenen Jahres sind die Botschaften klarer formuliert: Während im Frühjahr 2016 bei einer ähnlichen Umfrage nicht alle Befragten die negativen Zinsen tatsächlich an Firmenkunden überwälzten, erheben sie inzwischen alle.

Druck auf die Banken wächst weiter

Das ist auch eine Reaktion auf die Marktentwicklungen. „Nach der Zinssenkung der EZB im März 2016 belegten unsere Wettbewerber vermehrt größere Einlagen von Firmenkunden mit Gebühren oder negativen Zinsen“, schreibt etwa die HSBC Deutschland und fügt hinzu: „Da wir daraufhin starke Zuflüsse zu verzeichnen hatten, stellen auch wir seit Mitte 2016 unseren Firmenkunden negative Zinsen in Rechnung.“ In der Umfrage wird allerdings auch deutlich, dass die Geldinstitute nach Wegen suchen, um negative Zinsen zu vermeiden.

Deshalb schaffen es einige Treasurer noch, den Strafzinsen aus dem Weg zu gehen. Wie das beispielsweise bei Knorr-Bremse und Aurubis funktioniert, lesen Sie im aktuellen E-Magazin von DerTreasurer.
 
Koegler[at]derTreasurer.de

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