Aus für offene Immobilienspezialfonds?

23.08.12 14:49

Kritik an AIFM-Richtlinie

Von Andreas Knoch

Der Diskussionsentwurf zur Umsetzung der AIFM-Richtlinie stößt auf heftige Kritik. Vom geplanten Verbot offener Immobilienspezialfonds könnten auch Corporate Treasurer betroffen sein.

Heftige Kritik gibt es an dem vom Bundesfinanzministerium vorgelegten Diskussionsentwurf zur Umsetzung der AIFM-Richtlinie. Vor allem das künftige Verbot von offenen Immobilienspezialfonds stößt Marktteilnehmern übel auf. „Eine Abschaffung des offenen Immobilienspezialfonds in Deutschland würde die Anleger zwangsläufig nach Luxemburg und Irland treiben“, sagt Thomas Richter vom Branchenverband BVI. Institutionelle Anleger benötigten angesichts der niedrigen Zinsen die Anlageklasse Immobilien mehr denn je. Und sie brauchen offene Fonds, weil beispielsweise Versicherungen aus rechtlichen Gründen nicht in geschlossene Vehikel investieren dürfen, so Richter.

Tatsächlich sind offene Immobilienspezialfonds bei institutionellen Kunden sehr gefragt. Dem BVI zufolge stieg das Fondsvolumen in den vergangenen zehn Jahren von 10,8 Milliarden auf über 34 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu offenen Immobilienpublikumsfonds hat es bei diesen Produkten nie Probleme gegeben. Auch Corporate Treasurer, das zeigen die vergangenen Ausgaben des Treasurer Panels, allokieren freie Mittel durchaus in Immobilien.

Die AIFM-Richtlinie muss bis Juli 2013 in deutsches Recht umgesetzt werden. Praktisch soll das im Rahmen des AIFM-Umsetzungsgesetzes (AIFM-UmsG) geschehen, das eine Reihe von Neuerungen mit sich bringt. Neben den neuen Regelungen für Immobilienfonds ergeben sich aus dem Entwurf insbesondere Änderungen im Bereich der Verwaltungsgesellschaften.

Knoch[at]derTreasurer.de