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20.08.18
Asset Management

LMA und ACT drängen auf Libor-Alternative

Was passiert, wenn kein neuer Referenzzinssatz gefunden wird, der dem Libor in seinen Eigenschaften ähnelt? Dann müssten Overnight Risk Free Rates stattdessen genutzt werden, was deutliche Nachteile mit sich bringt.

Die Loan Market Association (LMA) und der britische Treasurer-Verband ACT (Association of Corporate Treasurers) warnen vor den weitreichenden negativen Folgen für die Unternehmensfinanzierung, falls bis Ende 2021 kein neuer, alternativer Referenzzinssatz gefunden werden sollte, der in seinen Eigenschaften zumindest ein wenig dem Libor ähnelt. Bislang steht als Ersatz im Sterling-Markt nur der Sonia (Sterling Overnight Index Average) als risikoloser Übernacht-Zins fest. Doch dieser Zinssatz könnte nicht als Ersatz für den ein-, drei- oder sechsmonatigen Libor genommen werden.

Größtes Problem dabei: Nimmt ein Unternehmen einen Kredit auf, dann steht bisher im Vorfeld jeder Zinsperiode fest, wie viel die Unternehmen an Zinsen für das Darlehen zahlen müssen. Der Refererenzzins Libor, der vielen Unternehmenskrediten zu Grunde liegt, wird nämlich im Voraus gebildet.

Mögliche Nachteile für syndizierte Kredite

Die risikolosen Zinssätze ergeben sich dagegen erst durch den Blick in die Vergangenheit. Konkret hieße das für Unternehmen: Nach Abschluss eines Kreditvertrags würden Treasurer nicht genau wissen, wie viel an Zinsen sie am Ende einer Zinsperiode zu zahlen haben werden. Das Management der Liquidität würde dadurch erschwert werden, betonen LMA und ACT in ihrer gemeinsamen Stellungnahme. Die notwendige Sicherheit und Transparenz sei nicht gegeben.

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Koegler[at]derTreasurer.de

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