Gold ist laut einer aktuellen Umfrage von Willis Towers Watson beim Pensionsmanagement derzeit nicht mehr gefragt.

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11.12.19
Asset Management

Nachfrageüberhang bei Private Equity

Klassische „Save-Haven“-Assetklassen verlieren im Pensionsmanagement laut Willis Towers Watson an Attraktivität. Stattdessen sind die Investoren inzwischen auch in Anlageklassen mit Nischenthemen unterwegs.

Sowohl regulierte als auch unregulierte Investoren haben bei der Anlage ihrer Pensionsvermögen die Allokation in alternative Assets erhöht. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, die die Beratung Willis Towers Watson von Juli bis September dieses Jahres unter 38 Unternehmen, Stiftungen, CTAs sowie Pensionseinrichtungen durchgeführt hat. Ebenfalls zu beobachten ist, dass die Investoren trotz der höheren Unsicherheit im Markt immer weniger auf die klassischen „Save-Haven“-Assetklassen setzen. So sind zum Beispiel Commodities wie Gold laut der Umfrage gar nicht mehr gefragt.

Investitionen in die Assetklasse Hedgefonds sind ebenfalls deutlich zurückgegangen. Hat 2017 noch mehr als ein Viertel der Investoren (26 Prozent) einen Teil seines Pensionsvermögens in diese Anlageklasse gesteckt, sind es 2018 und in diesem Jahr lediglich noch 5 Prozent gewesen.

Investoren diversifizieren sich in der Geldanlage

„Die Investoren haben sich in den vergangenen drei Jahren stärker diversifiziert und besetzen inzwischen bei Anlageklassen auch Nischenthemen“, sagt Tobias Bockholt, der bei Willis Towers Watson Unternehmen und deren Pensionseinrichtungen zur Geldanlage berät, gegenüber DerTreasurer. Insbesondere die Assetklasse Private Equity, die in den vergangenen zwei Jahren schon die größte Assetklasse im alternativen Anlagenbereich war, hat der Umfrage zufolge noch einmal um 5 Prozent auf 41 Prozent zugenommen.

Ein weiterer spannender Aspekt ist, dass das Anlagevolumen in alternative Anlagen in den vergangenen Jahren generell deutlich gestiegen ist und somit auch hier die Renditen unter Druck kommen. Bockholt ist daher der Meinung, dass die Investoren bei der Anlage der Pensionsgelder ihre „Komfortzone“ noch mehr verlassen sollten, als sie das bislang getan haben. „Viele der Investoren verharren noch in den historischen Anlagemustern“, kommentiert der Experte.

Immerhin 29 Prozent der befragten Unternehmen, Stiftungen, CTAs und Pensionseinrichtungen hätten ihr Renditeziel im vergangenen Jahr nicht erreicht. „Der Druck ist für die Investoren aber immer noch nicht hoch genug, um risikofreudiger zu agieren und neue Assetklassen auszuprobieren“, sagt Bockholt. Er empfiehlt gerade den regulierten Investoren, die Interpretationsspielräume der VAG-Anlagerichtlinie zu nutzen, um trotz der allseits präsenten Niedrig- und Negativzinsen mehr Rendite zu erzielen.

Paulus[at]derTreasurer.de

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