Interview mit Alfred Gohdes, Chefaktuar (bAV) bei Towers Watson

25.04.13 14:55

„Niedrigere PSV-Beiträge sind ein Argument“

Von Andreas Knoch

Mit einem neuen Pensionsfonds wirbt das Beratungsunternehmen Towers Watson um Unternehmen aller Größen. Flexibilität, und günstige Beiträge sollen die Treasurer überzeugen, erklärt Alfred Gohdes, Chefaktuar (bAV) bei Towers Watson.

Das Beratungsunternehmen Towers Watson hat einen neuen Pensionsfonds aufgelegt.

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Das Beratungsunternehmen Towers Watson hat einen neuen Pensionsfonds aufgelegt.

>> Herr Gohdes, an wen richtet sich der von Towers Watson gegründete Pensionsfonds?

<< Der Pensionsfonds richtet sich an Unternehmen aller Branchen und Größenklassen. Im Visier haben wir vor allem Firmen, die die hohe Flexibilität eines eigenen Pensionsfonds schätzen, jedoch die mit dem Betrieb verbundenen Aufgaben selbst nicht darstellen können oder wollen. Viele Unternehmen wollen neben ihrem Kerngeschäft nicht auch noch die ganzen Compliance- Aufgaben schultern.

>> Sie sprechen von Flexibilität. Sind Unternehmen mit einem CTA nicht wesentlich flexibler als mit einem Pensionsfonds?

<< Prinzipiell stimmt das. CTAs sind im Gegensatz zu Pensionsfonds nicht reguliert und bieten so weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten, etwa in der Wahl der Vermögensanlage. In der Vergangenheit war das sicherlich ein Grund, weshalb das CTA-Modell so viele Anhänger gefunden hat. Doch inzwischen unterscheiden sich die Governance-Anforderungen in den Unternehmen nicht mehr wesentlich von denen der regulatorischen Vorgaben für Pensionsfonds. Hinzu kommen zwei wesentliche Punkte, die für Pensionsfonds sprechen: Die per Gesetz gesicherte Insolvenzsicherheit und die deutlich niedrigeren Beiträge an den Pensionssicherungsverein.

>> Was heißt „deutlich niedriger“?

<< Wegen der gesetzlich geregelten Zweckgebundenheit des Planvermögens fallen bei Pensionsfonds ganze 80 Prozent niedrigere PSV-Beiträge an. Das ist für Unternehmen ein wesentliches Argument, zumal die Beiträge zum PSV in der Vergangenheit sehr volatil waren und in wirtschaftlich schwierigen Phasen stark gestiegen sind: Der Durchschnitt liegt bei rund drei Promille des insolvenzgeschützten Betriebsrentenvolumens. 2009 schnellte er wegen der vielen Insolvenzen aber auf 14,2 Promille hoch.

>> Mit was können Treasurer beim Towers Watson Pensionsfonds rechnen?

<<
Der Pensionsfonds vervollständigt unsere bAV-Plattform, die bis dato schon aus CTA, Unterstützungskasse und der dazugehörigen Beratung und Administration besteht. Mit Hilfe dieser Plattform sind die verschiedensten bAV-Lösungen denkbar. Unser Home Turf sind dabei die strategische Vermögensberatung sowie das Risikomanagement, Punkte, die für die betriebliche Altersvorsorge im aktuellen Niedrigzinsumfeld immer wichtiger werden. Auf Wunsch können Unternehmen die Vermögensanlage aber auch selbst in die Hand nehmen. In diesem Fall stellen wir lediglich die Infrastruktur.

Knoch[at]derTreasurer.de