19.05.15 09:30

Niedrigzinsen-Ticker

Von Antonia Kögler

Das Zinsniveau sinkt immer weiter und Unternehmen geraten gerade bei der Geldanlage im kurzfristigen Bereich immer stärker unter Druck. Welche Bank erhebt jetzt Strafzinsen? Wie verhält sich die EZB und was bedeutet das für Treasurer? Über die wichtigsten Entwicklungen im Niedrigzinsumfeld informiert Sie hier DerTreasurer.

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Update 9.8.2017: Strafzinsen treffen Sachsen, Bayern und Thüringen am stärksten

ifo Institut

Fast jedes fünfte Unternehmen wird inzwischen von Banken mit Strafzinsen konfrontiert. Die kleinen Firmen trifft es allerdings deutlich weniger häufig als große und mittlere Unternehmen. Das hat eine aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts unter 4.000 Unternehmen ergeben. Die Untersuchung zeigt auch regionale Unterschiede: Unternehmen in Sachsen, Bayern und Thüringen sind am stärksten betroffen. Allerdings versuchen alle betroffenen Unternehmen, Strafzinsen so lange wie möglich zu vermeiden. Bislang haben nur 8 Prozent negative Zinsen bei einer Bank tatsächlich akzeptiert.

Knapp die Hälfte der betroffenen Firmen versucht, über Verhandlungen mit den Banken Negativzinsen zu vermeiden. Etwas mehr als ein Drittel der Betroffenen hat zu einer Bank gewechselt, die keine Strafzinsen verlangt. Etwa 30 Prozent verschieben Gelder zudem in andere Anlageformen, zahlen Kredite zurück oder schichten Liquidität innerhalb des Unternehmens um. Nur 11 Prozent geben an, dass sie ihre Investitionen erhöht haben, um die negativen Zinsen zu vermeiden. Ein kleiner Teil der Unternehmen (4 Prozent) hat sich sogar entschlossen, mehr Bargeld vorzuhalten, um das Geld nicht bei den Banken parken zu müssen.


Update 8.8.2017: Deutsche Bank erhöht Gebühren

Das Niedrigzinsumfeld bringt nicht nur Strafzinsen mit sich. Banken drehen auch an der Gebührenschraube. Die Deutsche Bank erhöht die Gebühren für selbständige Unternehmer, die bislang ein kostenloses Geschäftskonto nutzen konnten. Ab Oktober müssen sie 8,90 pro Monat dafür zahlen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die neue Gebühr betrifft nur Kunden, die im Schnitt im Monat mindestens 5.000 Euro auf dem Konto haben, für die anderen fiel die Gebühr ohnehin an. Experten rechnen jedoch damit, dass die Regelung dennoch tausende oder sogar zehntausende Geschäftskunden treffen wird, heißt es in dem Bericht weiter.


Update 23.7.2017: Banken bunkern Bargeld

Deutsche Banken horten in ihren Tresoren 10 Milliarden Euro zusätzlich, um den negativen Zinsen der Europäischen Zentralbank zu entgehen. Das sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele gegenüber dem „Tagesspiegel“. Er rechnet damit, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. DerTreasurer berichtete bereits im vergangenen Jahr darüber, dass einige Institute über solche Schritte nachdenken.


Update 17.7.2017: Die Volksbank Reutlingen schafft Negativzinsen wieder ab

Nach der Androhung einer Klage durch die baden-württembergische Verbraucherzentrale schafft die Volksbank Reutlingen Strafzinsen auf Tagesgeld- und Girokonten von Privatkunden wieder ab. Auch die Verbraucherzentrale Sachsen hatte zuletzt eine Klage angekündigt. Großkunden der Volksbank mit Anlagen in Höhe von mindestens 500.000 Euro werden, nach Absprache, jedoch weiter belastet. Der Verbraucherschutz hatte zudem nach einer Unterlassungserklärung zur Belastung von Kleinsparern verlangt, dem war die Volksbank allerdings nicht nachgekommen: Man werde auch in Zukunft auf steigende Verwahrungskosten, wie die Bank die Negativzinsen nennt, reagieren müssen, gab die Volksbank gegenüber dem „Handelsblatt“ bekannt.


Update 4.5.2017: Banken verschärfen Strafzinsen-Politik bei kurzfristigen Einlagen

Trotz der Diskussionen über eine mögliche Zinswende bleiben negative Zinsen für viele Treasurer ein Problem. Denn die Banken verschärfen ihre Vorgehensweise in Sachen Strafzinsen sogar, hat eine aktuelle Umfrage des Magazins FINANCE erbracht . Frühere Kulanzregeln und Freibeträge würden zurückgefahren, berichtet ein Leiter Finanzen eines MDax-Konzerns, dessen Unternehmen mittlerweile negativen Zinsen bezahlen muss. Wie Treasurer mit der Situation umgehen, lesen Sie im aktuellen E-Magazin von DerTreasurer. Eine ausführliche Analyse darüber, was die Banken dazu sagen, finden Sie zudem in der Mai/Juni-Ausgabe von FINANCE, einer Schwesterpublikation von DerTreasurer, die sie hier als E-Paper bestellen können.


Update 27.4.2017: EZB belässt Einlagenzins bei –0,4 Prozent

Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer Sitzung Ende April die Zinssätze unverändert gelassen. Der Leitzins liegt nach wie vor bei 0 Prozent, der Einlagenzins bleibt auf seinem bisherigen Tiefststand von –0,4 Prozent. Zum weiteren Ausblick auf die Zinsentwicklung äußerte sich die Zentralbank wie schon in den vergangenen Sitzungen. Die EZB erwartet, dass die Zinsen noch für einen längeren Zeitraum auf dem derzeitigen Stand bleiben – oder sogar noch weiter sinken. Wie bereits im vorherigen Dezember betont die Zentralbank explizit, dass damit ein Zeitraum über die Dauer ihres Anleihekaufprogramms gemeint ist. Die EZB hatte ihre Bondkäufe bis Dezember dieses Jahres verlängert, allerdings das Volumen ab April von 80 auf 60 Milliarden Euro reduziert.


Update 12.4.2017: DZ Bank prognostiziert Leitzinserhöhung im Herbst

Die Spekulationen um eine baldige Zinswende haben begonnen. Während aus der Europäischen Zentralbank selbst dazu bisher widersprüchliches zu hören ist, erwarten einige Marktbeobachter, dass es schon in diesem Jahr soweit sein könnte. Die DZ Bank prognostiziert in einem aktuellen Research-Papier, dass die Zentralbank die Zinsen in diesem Herbst von –0,4 Prozent auf –0,25 Prozent anhebt. Ein Argument dafür sei die zurückgegangene Deflationsgefahr in der Euro-Zone.

Generell kritisiert die Research-Abteilung der DZ Bank die These der EZB, der negative Einlagensatz führe zu einer verstärkten Kreditvergabe. Diese Argumentation sei wenig überzeugend, da die Überschussliquidität unter den Banken ungleich verteilt ist. Geschäftsbanken in Kerneuropa legen deutlich mehr Liquidität bei ihren Zentralbanken an und zahlen entsprechend den negativen Einlagenzins. In dieser Region sei die Kreditvergabe ohnehin stabil und brauche keinen zusätzlichen Impuls. In den Ländern der europäischen Peripherie halten die Banken dagegen wenig überschüssige Liquidität. Der Stimulus geht demnach an ihnen vorbei.


Update 21.2.2017: Einsparpotential bei Fondsgebühren

Im andauernden Niedrigzinsumfeld sind die Kosten bei der Geldanlage eine wichtige Stellschraube. Doch gerade im Asset Management mangelt es in dieser Hinsicht häufig an Transparenz. Laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft Faros Pension & Asset Advisory fehlt den meisten Anlegern der Marktüberblick, um feststellen zu können, welche Kosten sie noch senken können. Laut Faros besteht das größte ungenutzte Einsparpotential bei den Fondsgebühren. Welches Preisniveau derzeit Standard ist und wie Treasurer die Fondsgebühren im eigenen Portfolio senken können, lesen Sie bei DerTreasurer.


Update 8.2.2017: Hamburger Sparkasse erhebt Strafzinsen

Jetzt will auch Deutschlands größte Sparkasse negative Zinsen erheben. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) will laut einem Bericht der F.A.Z.  ihre Firmenkunden zur Kasse bitten. Die Bank will allerdings den negativen Einlagenzins der Europäischen Zentral von minus 0,4 Prozent nicht immer weitergeben, sondern im Einzelfall entscheiden. Der Zinssatz sei nicht festgelegt, sondern richte sich nach dem individuellen Geschäftsumfang mit der Haspa. Negative Zinsen für Privatkunden wolle die Bank solange wie möglich vermeiden.


Update 17.1.2017: Bundesbank kauft Anleihen mit Rendite unter -0,4 Prozent

Deutsche Bundesbank

Die Bundesbank hat im Januar erstmals Anleihen gekauft, deren Rendite unterhalb der -0,4 Prozent liegt, die die EZB als Einlagenzins aufruft. Es handelte sich dabei laut einem Bericht der F.A.Z. um fünfjährige Staatsanleihen.

Der Kauf dieser Papiere mit so hoher negativer Rendite ist erst seit kurzem möglich. Die EZB hatte im Dezember die Verlängerung des Anleihekaufprogramms für das gesamte Jahr 2017 verkündet und dabei auch die Bedingungen aufgeweicht. Bislang durften Bonds nur mit einer negativen Rendite von -0,4 Prozent gekauft werden.


Update 12.1.2017: Langfristige Zinsen steigen an

Ob sich bereits eine Zinswende andeutet, ist bei den Experten umstritten. Klar ist, dass die Zinsen im langfristigen Bereich gerade ansteigen. Am 12. Januar hat die Bundesrepublik zum ersten Mal seit August vergangenen Jahres eine zehnjährige Staatsanleihe begeben, für die sie Zinsen zahlen muss. Der Kupon liegt bei 0,25 Prozent, berichtet die Frankfurter Allgemeine.


Update 28.12.2016: Sparkassen und Volksbanken erheben Strafzinsen

Auch zum Jahresende 2016 weiten sich negative Zinsen aus. Nun verlangen auch die Stadtsparkasse München und die Hamburger Volksbank Gebühren bei der kurzfristigen Geldanlage, berichtete die Frankfurter Allgemeine. Die Münchener Bank will ab April von Firmenkunden und institutionellen Anlegern 0,4 Prozent verlangen, wenn die Summe von 250.000 Euro überschreitet. In Hamburg sollen es 0,2 Prozent auf Tagesgeldkonten mit mehr als 500.000 Euro sein. Allerdings wolle man zunächst mit den Kunden über Anlagealternativen sprechen. Weitere Banken erwägen dem Bericht zufolge ähnliche Schritte. Während das Phänomen bisher hauptsächlich Firmenkunden betrifft, gibt es laut dem Bericht auch einzelne Banken die sie von ihren Privatkunden verlangen.


Update 14.12.2016: US-Notenbank Fed erhöht Leitzins

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben. Sie reagiert damit auf die positive Entwicklung der US-Wirtschaft. Im kommenden Jahr werden zudem drei weitere Zinsschritte erwartet. Bislang hatten Marktbeobachter mit zwei Anhebungen gerechnet. In den USA stieg die Rendite zehnjähriger Treasuries am Tag nach der Bekanntgabe des Zinsschritts mit rund 2,6 Prozent auf den höchsten Stand seit Herbst 2014. Mit der Fed-Entscheidung koppeln sich die USA und Europa in Sachen Zinsentwicklung voneinander ab.


Update 12.12.2016: Niedrigzinsumfeld macht Commercial Paper attraktiv

Das Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS Saat hat zum ersten Mal ein Euro-Commercial-Paper-Programm aufgelegt. Damit liegt das Unternehmen im Trend. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld beginnen einige Unternehmen, die niedrigen Zinsen über diesen kurzfristigen Finanzierungsweg für sich zu nutzen. Auch der Versandhändler Otto hatte im September eine kurzlaufende Anleihe  begeben und Anfang Oktober ein Commercial-Paper-Programm aufgelegt.

Doch nicht nur auf der Finanzierungsseite sind die kurzlaufenden Wertpapiere für Unternehmen attraktiv. Auch auf der Anlageseite investieren Treasurer verstärkt in CPs, um weniger Geld kurzfristig bei den Banken anlegen zu müssen und so den Strafzinsen zu entgehen.


Update 8.12.2016: EZB verlängert Anleihekaufprogramm

Die Europäische Zentralbank wird auch über das gesamte Jahr 2017 weiterhin als Investor am Bondmarkt auftreten. Das Anleihekaufprogramm wurde bis Dezember 2017 verlängert, allerdings mit einem geringeren Volumen: Ab April wird die Zentralbank monatlich nur noch 60 anstatt wie bisher 80 Milliarden Euro in die Märkte pumpen. Das geringere Kaufvolumen könnte zu einem langsamen Ende der Bond-Rally bei Unternehmensanleihen führen.

Neben der Verlängerung des Programms wurden auch einige Rahmenbedingungen für die Anleihekäufe angepasst. So konnte die Zentralbank bisher keine Bonds kaufen, deren Rendite unter dem eigenen negativen Einlagenzins von -0,4 Prozent notierte. Diese Beschränkung wurde nun aufgehoben. Der negative Einlagensatz ebenso wie der Leitzins von 0 Prozent bleiben unverändert.


Update 2.12.2016: Continental platziert Nullkuponanleihe

Continental AG

Die Finanzierungsbedingungen bleiben für Unternehmen nach wie vor extrem günstig. So konnte zum Beispiel der Automobilzulieferer Continental eine Anleihe ohne Kupon platzierten.  Für den Dax-Konzern ist es die erste Platzierung dieser Art. 600 Millionen Euro sammelte das Unternehmen ein. Das Papier wurde zu einem Kurs von 99,41 Prozent platziert, so das für die Investoren unterm Strich eine positive Rendite bleibt.

Continental ist das fünfte deutsche Unternehmen, das in diesem Jahr eine Anleihe mit Nullkupon begeben hat. Die Deutsche Bahn und Henkel konnten ihre Bonds sogar über par platzieren und damit eine negative Rendite an die Investoren ausgeben.


Update 23.11.2016: Negativzinsen fordern Treasurer beim Cash Pooling

Während die meisten deutschen Treasury-Abteilungen mit der Aufstellung ihrer Cash Pools zufrieden sind, gibt es zwei Bereiche, die sie umtreiben. Das hat das aktuelle Treasurer-Panel ergeben. Neben den steuerrechtlichen Anforderungen, die Treasurer Sorgen machen, ist das vor allem der Umgang mit negativen Zinsen im Cash Pool. Wann müssen die sogenannten Strafzinsen an Tochterunternehmen weitergegeben werden? Mit dieser Frage setzt sich gerade jeder dritte Befragte stark oder sehr stark auseinander. Wie viele Unternehmen negative Zinsen tatsächlich über den Cash Pool weitergeben, erfahren sie im aktuellen Treasurer-Panel.


Update 6.10.2016: Tresor als neue Anlageform

Um den Strafzinsen der Europäischen Zentralbank zu entgehen, erwägen immer mehr Banken Geld im Tresor zu horten. Die Nachfrage Versicherungen für Tresor-Anlagen sei sprunghaft angestiegen, berichten Brancheninsider. Da die Prämien niedriger sind als der EZB-Einlagenzins, kann sich die Alternative Tresor lohnen. Für wen die Tresorlösung eine Option ist, erfahren Sie in unserem E-Magazin 18-2016.


Update 4.10.2016: Diskussion um EZB-Kaufprogramm

Das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank sorgt im Anleihemarkt nach wie vor für niedrige Zinsen – und das auch im langfristigen Bereich. In den vergangenen Tagen wurde spekuliert, die Zentralbank könnte das Programm langsam herunterfahren und weniger zukaufen. Das dürfte zu einem Anstieg der Zinsen führen. Zentralbank-Chef Mario Draghi dementierte jedoch ein baldiges Ende des Programms.


Update 29.9.2016: Erster Schweizer Konzern platziert Anleihe mit Minusrendite

Der Schweizer Hörgerätehersteller Sonova tritt in Henkels Fußstapfen. Der Konzern platziert als erstes Schweizer Unternehmen eine Unternehmensanleihe mit negativer Verzinsung am dortigen Bondmarkt. Die gesamte Transaktion umfasst 760 Millionen Schweizer Franken in drei Tranchen. 250 Millionen Franken davon entfallen auf eine Nullkuponanleihe, die über par platziert wurde. Bei einer weiteren Tranche liegt der Zinst bei 0,01 Prozent.


Update 7.9.2016: Henkel und Sanofi platzieren Bonds mit negativer Rendite

Henkel

Die ersten Unternehmen ohne Staatshintergrund haben es geschafft: Der deutsche Konsumgüterhersteller Henkel und der französische Pharmakonzern haben Anleihen platziert, die bereits bei der Emission eine negative Rendite aufgewiesen haben. Bei beiden Transaktionen lag sie bei rund -0,05 Prozent.

Am Sekundärmarkt sind negative Renditen mittlerweile gang und gäbe. Laut Reuters notieren auch bei Unternehmensanleihen im Investmentgrade-Segment mehr als 27 Prozent im Minus.


Update 10.8.2016: 10-Jährige Bundesanleihe aufgestockt

Der Bund hat die zehnjährige Bundesanleihe, die im Juli erstmals mit negativer Rendite platziert wurde, um 5 Milliarden Euro aufgestockt. Das Gesamtvolumen des Papiers beläuft sich damit auf 10 Milliarden Euro. Die Investoren akzeptierten eine negative Rendite von minus 0,09 Prozent.


Update 4.8.2016: Bank of England senkt Leitzins

Um die negativen Folgen des Brexit-Referendums abzufedern, hat die Bank of England beschlossen, den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent zu senken. Außerdem wird das QE-Programms für Staatsanleihen um 60 Milliarden Britische Pfund erweitert. Die Zentralbank will zudem Unternehmensanleihen über 10 Milliarden Britische Pfund kaufen.


Update 14.7.2016: Deutsche Bahn begibt erste Anleihe mit negativer Rendite

Die Deutschen Bahn hat als erstes Unternehmen eine Euroanleihe mit negativer Rendite platziert. Der Staatskonzern hat über die Deutsche Bahn Finance eine Nullkuponanleihe begeben. Anders als bei bisherigen Unternehmensanleihen mit Nullkupon wurde dieser Bond allerdings über par platziert. Unternehmen wie Sanofi oder Unilever hatten ihre Nullkuponanleihen über par platziert und damit noch eine positive Rendite geboten.


Update 1.7.2016: Britische Staatsanleihen rutschen ins Negative

Nachdem die Bank of England signalisiert hat, dass sie bereit ist geldpolitische Maßnahmen wie Quantative Easing zu nutzen, um die Märkte zu stützen, ist auch die erste britische Staatsanleihe in den negativen Bereich gerutscht. Der sogenannte Gilt mit einer Laufzeit bis März 2018 erzielte am 30. Juni eine Rendite von -0,003 Prozent. Die Bank of England erwägt Staatsanleihen und möglicherweise auch Unternehmensanleihen zu kaufen.


Update 14.6.2016: Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sinkt ins Negative

Bisher waren zehnjährige Bundesanleihen noch eines der wenigen Papiere der Bundesrepublik, bei der die Rendite ein positives Vorzeichen hatte. Seit dem heutigen Tag ist das nicht mehr so, auch diese langlaufenden Bonds bringen dem Anleger kein Geld mehr. Neben der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Zentralbank sorgt vor allem die Sorge um einen möglichen Brexit dafür, dass viele Anleger auf deutsche Staatsanleihen als sicherem Hafen zurückgreifen.

Laut der Beratungsgesellschaft Barkow Consulting wiesen Anfang Juni bereits 70 Prozent der deutschen Staatsanleihen eine negative Rendite auf. Der Wert dürfte sich nach den aktuellen Entwicklungen noch erhöht haben. Im globalen Durchschnitt werden laut Bank of America Merrill Lynch rund ein Viertel aller Staatspapiere mit negativer Rendite gehandelt.


Update 9.6.2016: Commerzbank will Geld im Tresor lagern

Julia Schwager/Commerzbank

Die Commerzbank wehrt sich gegen die Strafzinsen der Europäischen Zentralbank. Die Commerzank will laut Finanzkreisen in Zukunft möglicherweise mehr Geld in den eigenen Tresoren lagern, anstatt es bei der Zentralbank für einen negativen Einlagenzinssatz von -0,4 Prozent anzulegen.

Nur einen Tag zuvor hatte auch Thomas Mayer, der Chefsvolkswirt der Deutschen Bank, harsche Kritik an der Politik der Zentralbank geübt. Die Politik der EZB sende das Signal, dass Sparen schlecht sei. Anleger würden so in riskantere Wertanlagen getrieben.


Update 8.6.2016: KfW begibt neuen Bond mit negativer Rendite

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat zum  ersten Mal eine fünfjährige Anleihe mit negativer Rendite begeben. Der Bond wird mit 0 Prozent verzinst und unter par platziert. Daraus ergibt sich eine negative Rendite von -0,196 Prozent. 5 Milliarden Euro konnte die Bank mit der Nullkuponanleihe einsammeln. Das Orderbuch belief sich sogar auf 7,5 Milliarden Euro. Es war für KfW nicht nur die größte Transaktion des Jahres, sondern auch die erste fünfjährige Anleihe einer staatlichen, supranationalen Organisation (SSA) mit negativem Vorzeichen


Update 10.5.2016: Zinsstatistik der Bundesbank rutscht ins Minus

Banken drohen nicht mehr nur mit dem Strafzins, mittlerweile werden Unternehmen tatsächlich zur Kasse gebeten. Das spiegelt sich inzwischen auch in der aktuellen Zinsstatistik der Bundesbank wider. Im März ist der Zins für Einlagen der Unternehmen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr auf –0,3 Prozent gesunken. Insgesamt wurden rund 15 Milliarden Euro neue Mittel angelegt. Laut der Bundesbank haben vor allem großvolumige Transaktionen zu dem negativen Zins geführt. Laut der Beratungsfirma Barkow Consulting können diese Großtransaktionen aufgrund des Berechnungsverfahrens zwar überproportionalen Einfluss auf die Statistik haben, doch im Januar lag der Wert noch bei 0,8 Prozent.


Update 21.4.2016: Bundesanleihen im Minus

Die Geldpolitik der EZB sorgt vor allem am Anleihemarkt für weiter sinkende Zinsen. Das negative Vorzeichen hat sich auf die Papiere mit bis zu neun Jahren ausgeweitet. Im April sank außerdem die Umlaufrendite der deutschen Staatsanleihen zum ersten Mal auf 0 Prozent.


Update 28.4.2016: Negativzins erreicht auch private Sparer

Auf lange Sicht können sich selbst Privatleute dem negativen Zinsumfeld möglicherweise nicht entziehen. Die Sparkassen schließen den Strafzins für normale Sparer nicht mehr aus. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.  Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, betonte, er die Sparkassen werden alles tun, um private Sparer zu schützen. Wenn das negative Zinsumfeld allerdings dauerhaft anhalte, dann könne man die Kunden nicht davor bewahren.

Auch auf Finanzierungsseite weitet sich das Phänomen der negativen Zinsen auf Privatleute aus. Ein Möbelgeschäft wirbt bereits mit einer 24-Monaten laufenden Finanzierung zu –1 Prozent. Es handelt sich dabei allerdings um einen Rabatt des Händlers selbst, nicht um eine Bankenfinanzierung.


Update 7.4.2016: Sanofi platziert Anleihe mit Nullkupon

Der französische Pharmakonzern Sanofi hat einen dreijährigen Bond mit einem Nullkupon begeben. Dabei handelt es sich um die erste Unternehmensanleihe mit dieser Laufzeit, die mit 0 Prozent verzinst wird. Die Tranche hat ein Volumen von 500 Millionen Euro.  Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, auch Corporate Bonds zu kaufen hat die preislichen Bedingungen für Unternehmen weiter gedrückt. Marktbeobachter rechnen damit, dass die erste Unternehmensanleihe mit negativer Rendite bei der Emission in greifbare Nähe rückt.


Update 1.4.2016: Negativzinsen bedrohen den Cash Pool

Das negative Zinsumfeld hinterlässt nicht nur bei der externen Geldanlage sondern auch innerhalb vieler Konzerne Spuren. Bald könnten die Negativzinsen auch im Cash Pool, also bei unternehmensinternen Finanzierungen, zum Tragen kommen. Denn aus steuerlichen Gründen könnte es problematisch sein, die negativen Zinsen nicht ohne Weiteres über den Cash Pool weiterreichen. Denn Cash-Pool-Bedingungen müssen den Marktbedingungen entsprechen. Mehr über die Problematik lesen Sie im E-Magazin von DerTreasurer.


Update 23.3.2016: DZ Bank will Strafzinsen an Volksbanken weiterreichen

Demnächst müssen sich auch Volks- und Raiffeisenbanken auf negative Zinsen einstellen, wenn sie ihr Geld bei ihrem Spitzeninstitut, der DZ Bank, parken wollen. Die genossenschaftliche Bank will die Nullzinsgrenze, die bisher galt, nur noch bis Ende Juni erhalten, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Danach werden die Interbankeinlagen angelehnt an den Marktzins verzinst. Die Vorstand der Bank verweist dabei auf die erneute Senkung des Einlagenzinses durch die Europäischen Zentralbank. Die Diskrepanz zwischen diesem Zins und der bisherigen Nullzinsgrenze sei mittlerweile zu groß, um nicht zu reagieren. Die DZ Bank verzeichne durch das fehlende „Preisregulativ“ einen erheblichen Zufluss an Einlagen mit sehr kurzen Laufzeiten.


Update 10.3.2016: EZB senkt den Einlagenzins erneut

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Die Europäische Zentralbank hält weiterhin an der Niedrigzinspolitik fest. Auf der heutigen Ratssitzung hat sie ihre Maßnahmen noch einmal verschärft, indem sie den negativen Einlagenzins erneut um 10 Basispunkte gesenkt hat. Banken, die über Nacht bei der EZB Geld parken wollen, müssen ab 16. März also 0,4 Prozent Zinsen zahlen. Die Zentralbank senkt außerdem den Leitzins um fünf Basispunkte: dieser liegt jetzt bei Null Prozent.

Auch das Anleihekaufprogramm der Bank wird auf 80 Milliarden Euro ausgeweitet und umfasst jetzt auch Investmentgrade-Anleihen noch Emittenten außerhalb des Finanzsektors. Mit der weiteren Verschärfung der Niedrigzinspolitik hatten Marktbeobachter im Vorfeld gerechnet.


Update 4.3.2016: Sparkassen planen Schutzmaßnahmen gegen Strafzins

Sparkassen erwägen drastische Maßnahmen: Sie denken offenbar darüber nach, ihre überschüssige Liquidität im eigenen Tresor aufzubewahren, statt sie zum negativen Einlagenzins bei der EZB anzulegen. Das geht aus einem internen Rundschreiben des bayerischen Sparkassenverbands vor, das der Frankfurter Allgemeine Zeitung vorliegt. Die Sparkassen stellten sich demnach die Frage, ob es nicht wirtschaftlicher sei „hohe Bargeldwerte nicht – wie bisher – bei der EZB einzulagern, sondern stattdessen selbst zu verwahren“. Die höheren Versicherungskosten, die für das Bargeld im eigenen Tresor anfallen, seien immer noch geringer als der EZB-Strafzins. Wenn sich dieses Verhalten ausweitet, läuft die Geldpolitik der EZB zumindest bei den Sparkassen ins Leere, sie zu höherer Kreditvergabe anzuregen.


Update 29.2.2016: Fünfjährige Euro-Swaps sind jetzt negativ

Das negative Zinsumfeld weitet sich aus. Jetzt ist auch der Euro-Swap-Satz für fünfjährige Laufzeiten in den negativen Bereich gerutscht. Der Euro-Swap-Satz orientiert sich an Swap-Quotierungen gegen den 6-Monats-Euribor und ist eine wichtige Referenzgröße für Festsatzfinanzierungen. Bereits seit vergangenem Herbst notiert der Zinssatz für zweijährige Laufzeiten negativ, vor kurzem folgte der Zinssatz für vierjährige Laufzeiten. Den Schwenk in den negativen Bereich hatten Finanzierungsexperten bereits erwartet, wie DerTreasurer berichtet.


Update 23.2.2016: Gesundheitsfonds muss negative Zinsen zahlen

Das Niedrigzinsumfeld greift weiter um sich. Auch die Krankenversicherungen sind betroffen. Der Gesundheitsfonds, der vom Bundesversicherungsamt gemanagt wird, bestätigte gegenüber der F.A.Z., im vergangenen Jahr insgesamt 1,8 Millionen Euro an Strafzinsen gezahlt zu haben. Das Gesamtvolumen des Fonds liegt bei 200 Milliarden Euro.

Der Gesundheitsfonds ist durch Strafzinsen besonders betroffen, da monatlich immer wieder hohe Summen für kurze Zeit auf den Konten liegen, wenn die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber eingesammelt werden. Nach einigen Tagen werden die Gelder auf die Konten der Krankenkassen verteilt.


Update 11.02.2016: Finanzvorstände fordern Rechnungszins von 4,5 Prozent

23 deutsche Finanzvorstände, darunter die CFOs von Bayer, Deutscher Post, Siemens, Continental, Lufthansa, Adidas und Metro haben in einem Brief an den Bundestags-Rechtsausschuss um mehr Unterstützung bei der Bewältigung der Niedrigzinsphase gefordert. Erleichterungen seien vor allem bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen notwendig. Durch die dauerhaft niedrigen Zinsen sind Unternehmen gezwungen, immer mehr Geld für die Betriebsrenten zurückzulegen.

Die bisherigen Pläne zur Erleichterung reichen den Unternehmen nicht. Die Regierung hat angekündigt, dass sich der Rechnungszins, der zur Berechnung der Rückstellungen herangezogen wird, zukünftig aus dem durchschnittlichen Zins der vergangenen zehn statt wie bisher sieben Jahre ergeben soll. Damit soll sich das sinkende Zinsniveau weniger stark im Durchschnittszins niederschlagen. Die Unternehmen fordern dagegen den Zins bei 4,5 Prozent festzulegen oder den Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre als Berechnungsgrundlage zu verwenden.

Weiterhin kritisierten die Finanzchefs, dass die Regierung die Ausweitung des Bewertungszeitraums an eine Sperre der Ausschüttungen der Unternehmen geknüpft werden soll. Das würde komplexe Rechnungen nach sich ziehen, heißt es von Seiten der Unternehmen.


Update 10.02.2016: 10-jährige Japan-Bonds rutschen ins Negative

Die Rendite der japanischen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit ist zum ersten Mal ins Negative gerutscht. Damit müssen Anleger dem japanischen Staat quasi Geld dafür zahlen, wenn sie ihm Geld leihen. Die Schuldverschreibungen des Staates haben nicht zuletzt durch die große Unsicherheit an den Börsen für Investoren deutlich an Attraktivität gewonnen.

Japan ist nicht das erste Land, dessen zehnjährige Anleihen eine negative Rendite bringen. Auch Schweizer Staatsanleihen in diesem Laufzeitbereich bringen bereits eine Rendite unter Null. Die Papiere des deutschen Staates bewegen sich bei zehnjähriger Laufzeit noch im positiven Bereich.


Update 09.02.2016: Commerzbank weitet Strafzinsen aus

Die Commerzbank weitet die Vergabe von negativen Zinsen aus. In den vergangenen Monaten ist die Bank verstärkt auf Unternehmen zugegangen, die hohe Geldbestände bei dem Institut halten. Nach Konzernen seien jetzt auch mittelgroße Firmenkunden betroffen. Ziel der Bank sei allerdings nicht, die Strafzinsen tatsächlich zu erheben, sondern den Firmenkunden alternative Anlageformen anzubieten. Welche das sind, lesen Sie hier.


Update 05.02.2016: Banken schließen Strafzinsen flächendeckend nicht mehr aus

Die Weitergabe von negativen Zinsen an Firmenkunden, ist bei der kurzfristigen Geldanlage zur neuen Normalität geworden, wie eine aktuelle FINANCE-Umfrage unter 14 Banken ergeben hat. Kein Geldinstitut schließt negative Guthabenzinsen mehr grundsätzlich aus. Acht der 14 befragten Banken räumen ein, dass negative Zinsen für Firmenkunden in bestimmten Fällen möglich sind. Zwei Banken erheben sie nach eigenen Angaben aktuell zwar nicht, schließen sie aber für die Zukunft nicht aus. Vier Banken – RBS, BNP Paribas, BNY Mellon sowie die Helaba – wollten sich zu dem sensiblen Thema allerdings nicht äußern. Wie die Banken ihr Vorgehen begründen und wie Treasurer reagieren, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von DerTreasurer. Die gesamte Umfrage ist in der Februar-Ausgabe von FINANCE erschienen, die Sie hier als E-Paper bestellen können.


Update 29.01.2016: Japans Notenbank verlangt Strafzinsen

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Die japanische Notenbank zieht nach: Überraschend hat die Bank in einer knappen Entscheidung beschlossen ebenso wie etwa die Europäische Zentralbank einen negativen Einlagenzins zu erheben. Banken müssen zukünftig 0,1 Prozent dafür zahlen, wenn sie Gelder bei der Bank of Japan parken wollen. Auch eine weitere Senkung des Zinses ist nicht ausgeschlossen, teilte die Bank mit.

Im Kampf gegen die Deflation setzt die Bank auch weiterhin auf eine Ausweitung der Geldmenge um jährlich 80 Billionen Yen, was etwa 617 Milliarden Euro entspricht.


Update 03.12.2015: EZB senkt den Einlagenzins auf minus 0,3 Prozent

Die Europäische Zentralbank hat beschlossen, den Einlagenzins noch weiter zu senken. Banken müssen jetzt einen negativen Zins von 0,3 Prozent zahlen, wenn sie Gelder bei der EZB parken wollen. Das sind 10 Basispunkte mehr als bisher, der Zins lag seit September 2014 bei minus 0,2 Prozent. Der Leitzins bleibt dagegen unverändert bei 0,05 Prozent.

Die EZB will durch die Maßnahme die Kreditvergabe der Banken ankurbeln. Allerdings wird dadurch die kurzfristige Geldanlage auch für Unternehmen immer herausfordernder. Banken blocken schon seit mehr als einem Jahr verstärkt kurzfristige Anlageliquidität ab und geben die Strafzinsen teilweise auch an Firmenkunden weiter.

Zudem verlängert die Zentralbank ihr Anleihekaufprogramm um weitere sechs Monate bis März 2017. Seit März dieses Jahres kauft die EZB monatlich Anleihen im Wert von rund 60 Milliarden Euro. Ursprünglich sollte das Programm im kommenden September auslaufen.


Update 22.10.2015: EZB erwägt, Einlagenzinsen zu senken

Nach den jüngsten Äußerungen von EZB-Präsidenten Mario Draghi ist klar, dass ein Ende des Niedrigzinsumfelds noch lange nicht in Sicht ist. Nach einer Sitzung des EZB-Rats verkündete Draghi, dass die Bank angesichts neuer Risiken und einer nach wie vor sehr niedrigen Inflationsrate zu handeln bereit sei. Ein mögliches Instrument dafür sei eine weitere Absenkung des Einlagenzinses, den Banken zahlen müssen, wenn sie Gelder bei der EZB parken. Der Zins liegt derzeit mit minus 0,2 Prozent schon seit über einem Jahr im negativen Bereich. In den vergangenen Monaten hatten viele Banken gedroht, den Negativzins an ihre Unternehmenskunden weiterzugegeben.

Weiterhin spekulieren Marktbeobachter darauf, dass Draghi das umfassende EZB-Anleihekaufprogramm ausweiten könnte. Mit dem Programm pumpt die Bank Geld in die Märkte, um die Zinsen zu senken und die Inflation anzutreiben. Mit einer Entscheidung über diese Maßnahme wird noch im Dezember gerechnet.


Update 17.09.2015: US-Notenbank Fed erhöht den Leitzins nicht

Die US-Notenbank Federal Reserve hat entschieden. Die Leitzinsen werden nicht erhöht. Damit bleibt die erste Leitzinserhöhung seit neun Jahren wieder aus und auch in den USA setzt sich das Niedrigzinsumfeld fort.

Im Vorfeld wurde die Entscheidung heftig diskutiert. Die Gegner einer Erhöhung befürchten, dass ein höherer Leitzins den Schwung der Wirtschaft bremsen könnte. Auch sei der Arbeitsmarkt in den USA längst nicht so positiv wie oft beschrieben, heißt es. Die Befürworter befürchten dagegen, dass Inflation und Preisblasen drohen, wenn die Zeiten des billigen Geldes nicht schnell vorbei sind.

Die Fed begründete ihr Abwarten mit den jüngsten Turbulenzen in der Weltwirtschaft. Weiterhin betonte Janet Yellen, dass im Oktober und Dezember die nächsten Möglichkeiten für eine Erhöhung anstünden.


Update 10.06.2015: Statt negative Zinsen zu verlangen, platzieren Banken Anleihen über pari

Um sich nicht auf Diskussionen über negative Kupons bei Anleihen einzulassen, verlangen viele Banken im Euroraum bei variabel verzinslichen Anleihen einfach vorab mehr Geld. Laut Medienberichten unter Berufung auf Bloomberg-Daten hätten die Banken in diesem Jahr variabel verzinste Anleihen und Floating Rates Notes in einem Gesamtvolumen von 5,1 Milliarden Euro mit Ausgabepreisen über pari an den Markt gebracht. Dafür gibt es einen Aufschlag beim Kupon, damit dieser trotz sinkender Referenzzinsen nicht negativ wird.

Die Swedbank habe beispielsweise eine Anleihe zu einem Ausgabekurs von 101,5 Cent je Euro Nominalwert platziert. Dafür zahlt die Bank mit 68 Basispunkten über dem 3-Monats-Euribor. Das sind etwa 50 Basispunkte mehr als sie unter normalen Bedingungen in diesem Laufzeitenbereich zahlen würde.


Update 28.5.2015: Jeder zweite Treasurer mit Strafzinsen konfrontiert

Niedrigzinsen

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Negative Zinsen sind zum Massenphänomen geworden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von DerTreasurer hervor. Mehr als jeder zweite der 85 befragten deutschen Treasurer wurde von Banken bereits mit negativen Zinsen konfrontiert. Allerdings kann der Großteil der Treasurer die Strafzinsen erfolgreich umgehen. Nur ein sehr kleiner Teil zahlt bei der Geldanlage wirklich drauf. Einigen kommen die Sockelbeträge zugute, unter denen die Banken die Negativzinsen nicht weitergeben. Knapp ein Drittel konnte den Strafzins durch Verhandlungen mit den Banken abwenden.

Viele Unternehmen überdenken Ihre Anlagerichtlinien und schichten auch um. Wie Osram, die Deutsche Bahn und die Deutsche Annington auf das derzeitige Niedrigzinsumfeld reagieren, lesen Sie in dieser Ausgabe des E-Magazins DerTreasurer.


Update 27.05.2015: Einige Emittenten schützen ihre Investoren vor negativen Kupons bei Unternehmensanleihen

Der 3-Monates-Euribor ist schon seit längerem im negativen Bereich. Für variabel verzinste Anleihen von guten Adressen kann es da schon knapp werden mit einem Kupon, der noch im positiven Bereich liegt. Einige Emittenten haben jetzt darauf reagiert und schützen die eigenen Investoren durch Klauseln in den Anleihebedingungen vor zukünftigen negativen Kuponzahlungen. Einer der Emittenten ist Volkswagen. Der Autokonzern hat einem Bericht des Handelsblatts zufolge bei einer ABS-Transaktion vor wenigen Wochen zum ersten Mal eine solche Klausel eingeführt. Volkswagen will seine Investoren nicht zur Kasse bitten.  


Update 26.05.2015: Viele Treasurer rechnen mit anhaltendem Niedrigzinsumfeld

Die Mehrheit der deutschen Treasurer rechnet damit, dass die Niedrigzinsphase noch weiter anhalten wird. 36 Prozent der 101 befragten Unternehmens-Treasurern in Deutschland gehen aktuell davon aus, dass der 3-Monats-Euribor auch Ende 2016 noch im negativen Bereich liegen wird. Das hat eine aktuelle Umfrage der Treasury-Beratung Schwabe Ley & Greiner (SLG) ergeben.

Mit 31 Prozent geht etwas weniger als ein Drittel davon aus, dass der Zinssatz bei um die 0 Prozent liegen wird. Allerdings rechnen auch 24 Prozent der Treasurer mit einem Anstieg des Zinses auf bis zu 0,5 Prozent. Einen Anstieg darüber hinaus erwarten lediglich 9 Prozent.


Update 22.05.2015: Sachsen-Anhalt begibt US-Bond mit negativem Zins

Jetzt sichert sich auch Sachsen-Anhalt ähnlich wie der Bund die negativen Zinsen für die Finanzierung. Das Land hat in dieser Woche eine Anleihe auf dem US-Markt über 750 Millionen US-Dollar platziert. Für den Bond mit einer dreijährigen Laufzeit zahlt das Land nach eigenen Angaben nach der Absicherung des Währungsrisikos einen negativen Zins von minus 0,08 Prozent.

Es war die erste Anleihe, die das Land am US-Markt begeben hat. Die Emission wurde von einem Bankenkonsortium aus Barclays Bank, Deutsche Bank und Morgan Stanley begleitet. Das Orderbuch war mit 1 Milliarde US-Dollar deutlich überzeichnet.


Update 21.05.2015: Portugal verkauft Staatsanleihe mit negativer Rendite

Jetzt hat es auch ein Land aus dem südlichen Teil Europas geschafft: Portugal hat eine Staatsanleihe mit negativer Rendite versteigert. Am Mittwoch emittierte das Land eine Anleihe mit einer Laufzeit von sechs Monaten mit einer Rendite von -0,002 Prozent. Das heißt, das Land erhält eine Gebühr dafür, dass es sich Geld von Investoren leiht. Im März hatte die Rendite eines ähnlichen Papiers noch bei 0,047 Prozent gelegen. Besonders brisant daran ist, dass Portugal selbst eines der Euro-Länder war, das in der Finanzkrise ins Trudeln geriet und auf finanzielle Hilfe angewiesen war.

Die Emission des Papiers erfolgte einen Tag nachdem bekannt wurde, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm in den nächsten Wochen verstärken wird, um die schwachen Sommermonate Juli und August auszugleichen, in denen erfahrungsgemäß wenig Liquidität am Markt besteht.


Update 15.04.2015: KfW erwägt negative Kreditzinsen

Im Rahmen ihrer Bilanzpressekonferenz hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau auch das anhaltende Niedrigzinsniveau thematisiert. Die Bank prüfe derzeit auch die Einführung von negativen Kreditzinsen. Allerdings sei noch keinesfalls sicher, dass diese Zinsen tatsächlich kommen werden, doch man bereite sich darauf vor. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder weist daraufhin, dass die Politik der EZB die Banken in diese Lage bringe. Die Sparkultur könnte völlig auf den Kopf gestellt werden: Sparer legen drauf, Schuldner erhalten Zinsen.


Update 14.04.2015: SEB kündigt Strafzinsen in Deutschland an

Die Deutschland-Tochter der SEB kündigt an, Strafzinsen von Firmenkunden zu verlangen. Von Seiten der Bank heißt es, dass sie „in den kommenden Monaten und Wochen über ein Entgelt für große Einlagenvolumina sprechen“ müsse. Die Bank stehe bereits seit 2014 im Austausch mit Kunden mit großen Einlagenvolumina, um alternative Anlagestrategien zu entwickeln und Volumenobergrenzen zu diskutieren.


Update 08.04.2015: Erste 10-jährige Anleihe mit negativer Rendite

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Staatsanleihen mit negativer Rendite sind nichts Neues mehr. Allerdings weitet sich das Phänomen immer mehr über die Laufzeiten aus. Jetzt hat die Schweiz als erstes eine Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit begeben, die eine negative Rendite aufweist. Reuters berichtet, dass die Rendite bei der 232 Millionen Schweizer Franken (rund 225 Millionen Euro) schweren Anleihe bei -0,055 Prozent lag.


Update 01.04.2015: Kämmerer verhandeln, Probleme bei Payer-Swaps

Auf der Finanzierungsseite profitieren Treasurer und auch Kämmerer vom derzeitigen Niedrigzinsumfeld, auch die Kreditzinsen sind niedrig. Aber negative Zinsen kommen in dieser Geschäftsrichtung selten vor. Der 3-Monats-Euribor bildet die Basis vieler variabler Kreditverträge von deutschen Kommunen. Was passiert aber, wenn dieser Zinssatz wie der 1-Monats-Euribor negativ wird? Deutsche Kämmerer berichten unterschiedliches – einige Banken saldieren negative Zinssätze mit der Marge. Andere ziehen einen Floor bei null Prozent. In Einzelfällen werden negative Zinsen sogar ausgezahlt, heißt es.

 

Wie genau im Einzelfall mit negativen Zinsen umgegangen wird, ist Verhandlungssache, eine einheitliche Linie scheint es noch nicht zu geben. Für Kämmerer könnten negative Referenzzinsen vor allem zum Problem werden, wenn sie einen variablen Referenzzinssatz über ein Derivat absichern. Zahlt eine Bank bei einem Payer-Swap den negativen Zins nicht aus, entsteht eine Asymmetrie für die Kommune. Weitere Details über diese Problematik lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation DerNeueKämmerer.


Update 09.03.2015: EZB startet Anleihekaufprogramm

EZB QE-Programm

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Seit dem 9. März kauft die Europäische Zentralbank für 60 Milliarden Euro pro Monat Anleihen. Der Fokus liegt dabei auf Staatsanleihen. Das Programm der monetären Lockerung (QE) soll bis September 2016 laufen. Die Zentralbank will damit die Inflationsrate in Richtung ihres Ziels von zwei Prozent steigern.

 

Das Programm hat aber auch umstrittene Nebeneffekte für Unternehmensanleihen. Die Kurse steigen, aber die Renditen geraten noch stärker unter Druck. Auch ein Austrocknen der Liquidität am Bondmarkt wird von einigen Marktteilnehmern befürchtet. Laut einer Umfrage der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management sehen 58,6 Prozent der Investment Professionals die Liquiditätssituation am Markt für Unternehmensanleihen als problematisch. Knapp ein Drittel schätzt die Lage eher neutral ein und 12,5 Prozent sehen sie als unproblematisch.

 

Der Grund für die hauptsächlich negative Einschätzung der Lage ist das EZB-Anleihekaufprogramm. 40,6 Prozent der Befragten befürchten dadurch einen negativen Effekt auf die Liquidität am Markt für Unternehmensanleihen. Gerade im Sekundärmarkt sei die Liquidität zurückgegangen, heißt es von den Teilnehmern. Der Primärmarkt laufe dagegen gut. 21,1 Prozent der Befragten rechnen damit, dass das Programm die Liquidität verbessern kann. 38,3 Prozent der Investment Professionals rechnen mit keinen Effekten des Programms.


Update 03.03.15: Kredite: Euribor-Floor ist neuer Standard

Schlechte Nachrichten auf der Finanzierungsseite. Obwohl Banken bei Geldeinlagen das niedrige Zinsniveau bis in den negativen Bereich weitergeben, tun sie es nicht bei Finanzierungen und Zinsswaps, die an Euribor & Co. gebunden sind. Auf Bankenseite hat sich ein Marktkonsens gebildet und ein Euribor-Floor von 0 Prozent ist in syndizierten Kreditverträgen mittlerweile Standard. Die Banken schließen dadurch aus, bei Krediten negative Zinsen zahlen zu müssen.


Update 20.02.15: Erste Unternehmensanleihe mit negativer Rendite gehandelt

Der schweizerische Konzern Nestlé hat mit einer Unternehmensanleihe für Schlagzeilen gesorgt, die mit negativer Rendite gehandelt wurde. Auch wenn das noch eine Ausnahme bei Unternehmensanleihen ist, bleibt das Zinsniveau weiterhin unter starkem Druck. Der 1-Monats-Euribor war am Montag in den negativen Bereich gefallen, möglicherweise könnten auch die anderen Sätze des Euribors nachgeben. Das hätte vor allem Folgen für erstklassige variabel verzinste Anleihen, deren Renditen ins Negative rutschen könnten. Auch der Libor notiert negativ.

 

Dennoch ist der Anlagedruck so groß, dass keine Abkehr der Investoren vom Bondmarkt zu erwarten ist. Nach Angaben der Deka Investment liegt das Volumen von Staatsanleihen mit negativer Rendite in der Euro-Zone bereits bei 1,4 Billionen Euro. Das bedeutet, dass auch viele in diesem Segment aktive Investoren sich im Markt für Unternehmensanleihen nach Alternativen umsehen werden, da diese im Vergleich immer noch eine höhere Rendite bringen.


Update 21.11.2014: Commerzbank erhebt ‚Guthabengebühr‘

Die Commerzbank gibt öffentlich bekannt, dass sie eine Guthabengebühr für Großkunden erhebt. Die Bank hat öffentlich mitgeteilt, negative Zinsen an Firmenkunden weiterzureichen. Das gilt vor allem für einzelne große Firmenkunden mit hohen Guthaben, aber auch für Großkonzerne und institutionelle Anleger.


Update 10.11.2014: State Street und BNY Mellon erheben Strafzinsen

Niedrigzinsenticker

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Die State Street Bank reiht sich ein: Ab dem 1. Dezember will auch sie den negativen Einlagenzins der EZB an ihre Kunden weitergeben. „Wir erwarten, dass die aktuelle Zinssituation in Europa auf absehbare Zeit eine Herausforderung bleibt“, erklärt ein Sprecher von State Street gegenüber DerTreasurer. „Aus diesem Grund haben wir beschlossen, negative Zinsen für in Euro lautende Depots zu erheben.“ Damit ist sie nicht allein, auch BNY Mellon, ein weiterer Top-10-Asset-Manager, erhebt negative Zinsen bei Kundeneinlagen. Seit der Ankündigung einer weiteren Senkung des Einlagenzinses „hat sich BNY Mellon entschieden, -0,2 Prozent auf Kundeneinlagen in Euro zu erheben“, bestätigt ein Sprecher der Bank. Dies gilt bereits seit dem 1. Oktober 2014. Bisher gilt diese Regelung nicht für das Depotbankgeschäft.

 

Wie sich weitere Banken zum Thema „Strafzinsen“ äußern und wer sie erhebt, lesen Sie in unserer Schwesterpublikation FINANCE.


Update 04.09.2014: EZB senkt Einlagenzins erneut

Die Europäische Zentralbank senkt den Einlagenzins für Bankguthaben von -0,1 noch weiter auf -0,2 Prozent. Die überraschende Entscheidung der Zentralbank setzt Banken weiter unter Druck. Im Gegensatz zu den Geldinstituten müssen Unternehmen zwar noch keine negativen Nominalzinsen bei der Anlage fürchten, Treasurer hadern jedoch mit negativen Realzinsen und beginnen, auf das neue Umfeld zu reagieren. Allerdings sind die Alternativen rar.


Update 05.06.2014: EZB senkt den Einlagenzins für Banken zum ersten Mal ins Negative

Die Europäische Zentralbank senkt den Einlagenzins zum ersten Mal ins Negative. Banken müssen jetzt -0,1 Prozent zahlen, wenn sie Gelder bei der EZB parken wollen. Der Schritt markiert den Beginn einer Abwärtsspirale in ein negatives Zinsumfeld. Für Treasurer wird die kurzfristige Geldanlage komplizierte. Die Zeiten des Parkens von überschüssiger Liquidität auf Tagesgeldkonten sind mit der politischen Entscheidung der Zentralbank vorbei.