Interview Simon Klein, Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM)

01.07.14 08:30

„Risikofaktoren sind ein großes ETF-Thema“

Von Andreas Knoch

Exchange Traded Funds spielen in der strategischen Asset Allokation bei institutionellen Investoren eine immer größere Rolle. Simon Klein, Leiter Vertrieb ETPs & institutionelle Mandate EMEA & Asien bei der DeAWM, beobachtet insbesondere bei währungs- und zinsgesicherten ETFs ein Reges Interesse und verspricht neue Produkte.

Simon Klein, Leiter Vertrieb ETPs & institutionelle Mandate EMEA & Asien bei der DeAWM

DeAWM

Simon Klein

Herr Klein, die Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) baut ihr Angebot an währungs- und zinsgesicherten ETFs aus. Wie kommen diese Produkte an?
Man muss wissen, dass diese Produktklasse noch in den Kinderschuhen steckt. Wir registrieren dennoch ein reges Interesse vor allem bei währungsgesicherten ETFs. Wie stark das Währungsrisiko die Wertentwicklung beeinflussen kann, hat die Schwäche des japanischen Yen gegenüber dem Euro gezeigt. Die Wertentwicklung des MSCI Japan in der Variante mit Währungsschutz war 2013 nahezu dreimal so hoch wie ohne Währungsschutz.

Wie sichern Sie Währungs- und Zinsrisiken in den ETFs ab?
Der Währungsschutz wird über Derivate umgesetzt. Dazu sichern wir das gesamte Fremdwährungsexposure einmal im Monat mit einem Forward ab. Diese Vorgehensweise kommt einer perfekten Absicherung schon recht nahe; lediglich die Performanceunterschiede, die innerhalb des Absicherungszeitraums auftreten, bleiben ungesichert. Die Kosten für diese Strategie liegen ungefähr bei 10 Basispunkten und sind in der Pauschalgebühr p.a. bereits berücksichtigt. Um Zinsrisiken in Renten-ETFs zu sichern, setzten wir über den zugrunde liegenden Index hinaus Future-Positionen auf deutsche Staatsanleihen ein, um auf monatlicher Basis eine Duration von Null zu erreichen.

Wie präsent ist das Thema Zinsrisiko bei den Investoren aktuell?
Im vergangenen Jahr war die Angst vor steigenden Zinsen greifbar. Mit den jüngsten Ankündigungen der EZB ist die Sensibilität der Investoren gegenüber Zinsrisiken aber wieder deutlich gewichen. Wir beobachten aktuell, dass sich die Kunden wieder verstärkt am längeren Ende positionieren. Durationen zwischen vier und sieben Jahren sind gefragt. Darüber hinaus strömt viel Geld in die Corporate-Bond-Märkte, die noch einen kleinen Rendite-Uptick versprechen.

Welche Rollen spielen ETFs bei Institutionellen Anleger inzwischen?
Während ETFs früher in der Regel nur zur taktischen Asset Allokation eingesetzt wurden, realisieren viele Anleger heute auch ihre strategische Asset Allokation über diese Produkte. Gerade bei Bonds, der dominierenden Assetklasse bei vielen institutionellen Anlegern, haben ETFs im Gegensatz zum einzelnen Bond entscheidende Vorteile, denn sie sind oft liquider. Entsprechend günstiger sind in diesen Fällen auch die Bid-Offer-Spreads und damit die Handelskosten.

Welche Trends beobachten Sie bei Exchange Traded Funds?
Wir sehen ein großes Potential bei sogenannten Smart-Beta-Produkten. Dieser Ansatz ist unserer Meinung nach erfolgversprechender als beispielsweise aktiv gemanagte ETFs, die doch unter einem Mangel an Transparenz leiden. Darüber hinaus glauben wir, dass die Nutzung von Risikofaktoren wie beispielsweise Momentum- oder Low-Beta-Strategien ein großes ETF-Thema sind. Über diese Ansätze gibt es eine Menge empirischer Daten durch die Kapitalmarktforschung. Das macht sie für ETFs attraktiv. Die DeAWM steht mit einigen Produkten in diesem Bereich in den Startlöchern.

Knoch[at]derTreasurer.de