An den Märkten geht es turbulent zu. Anleger müssen Verluste verkraften.

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03.04.20
Asset Management

Treasurer reagieren bei der Geldanlage besonnen auf Volatilität

Die Corona-Krise sorgt für Verwerfungen an den Märkten. Das trifft auch die langfristige Geldanlage von Unternehmen. Doch in Aktionismus sollten Treasurer deshalb nicht verfallen.

Die Corona-Pandemie wirbelt die Märkte durcheinander. „Die Krise hat für fallende Kurse und einen rasanten Anstieg der Spreads gesorgt – und zwar deutlich schneller als während der Finanzkrise 2008“, sagt Volker Kurr, der bei dem Vermögensverwalter Legal & General (LGIM) institutionelle Investoren, auch Corporate Treasurer, betreut. Er warnt jedoch davor, in Aktionismus zu verfallen: „Wer sein Risikobudget gut berechnet hat und auch Extremszenarien hat einfließen lassen, der ist gut aufgestellt“, so Kurr.“Man sollte jetzt an seiner strategischen Asset Allocation festhalten.“

Seiner Beobachtung nach halten die meisten Treasurer aus seinem Kundenkreis derzeit die Füße still. "Ich kann bei ihnen derzeit keine großen Umschichtungen beobachten", so Kurr. "Doch der Informationsbedarf ist enorm groß." Denn derzeit weiß niemand, wie es weitergeht. Denkbar sei, dass sich der Markt in Form eines L - also mit langer Rezession - entwickle. Möglich sei aber auch eine U-, V- oder W-förmige Kurve. "Die Wirtschaft liegt in einem künstlichen Koma. Es wird sich zeigen, wie leicht man sie wieder aufwecken kann", so der Experte.

Kein Trend zu einzelnen Assetklassen

In den vergangenen Jahren sind Treasurer ihrer Allokation treu geblieben – darauf lässt zumindest die langjährige Analyse von Universal Investment schließen. In den Spezialfonds der Corporates auf der Plattform waren Ende 2019 ähnlich wie in den Vorjahren rund 31 Prozent des Vermögens in Aktien investiert, etwa 51 Prozent in Renten.

„Zwar sehen wir, dass die Handelsaktivitäten deutlich zugenommen haben, die institutionellen Anleger bleiben jedoch grundsätzlich investiert und sehen Spezialfonds unverändert als geeignetes Vehikel, um gegen die Volatilität und die Risiken steuern zu können“, kommentiert Markus Neubauer, Geschäftsführer von Universal Investment. „Absolut-Return-Ansätze, Overlays und Wertsicherungskonzepte sorgen in vielen Fällen für eine gegenüber dem Markt geringere Wertminderung.“ Einen übergeordneten Trend zu einer Assetklasse oder gewissen Industrien könne sein Haus derzeit nicht erkennen.

Chancen am Aktienmarkt?

Durch sinkende Kurse ergeben sich auch Einstiegschancen. „Ein Pensionsfonds aus unserem Kundenkreis erhöht derzeit strategisch seine Aktienallokation“, sagt Kurr. Für die allermeisten Unternehmen ist das jedoch keine Option, schon allein weil es das Risikobudget nicht hergibt. Ohnehin spekulieren Treasurer nicht, so Kurr. „Was gegebenenfalls möglich ist, ist, die Delle zu nutzen, um den durch die Kursverluste gesunkenen Aktienanteil im Portfolio wieder aufzustocken.“

Koegler[at]derTreasurer.de

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