Im Niedrigzinsumfeld suchen Anleger händeringend nach guten Anlagemöglichkeiten. In diesem Jahr sind laut einer aktuellen Studie von Universal-Investment vor allem Immobilienfonds gut gelaufen.

Jeng Niamwhan/iStock/Thinkstock/Getty Images

20.10.16
Asset Management

Unternehmen setzen auf Fixed-Income-Bereich

Treasurer arbeiten gegen den Trend: In den Spezialfonds der Unternehmen setzen sie stärker auf Renten als die anderen Anlegergruppen im Durchschnitt. Sie nutzen dabei ihre höhere Flexibilität bei der Anlageentscheidung.

Nicht nur am kurzfristigen Laufzeitende ist der Druck auf die Zinsen hoch. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat deswegen gerade erst Kritik an der Geldpolitik der EZB geäußert: Durch die Anleihekäufe der Zentralbank hätte sie eine Mitverantwortung für den Druck auf das längere Ende der Zinsstrukturkurve. Für Unternehmen wird es immer schwieriger, Alternativen mit attraktiver Rendite zu finden. Dennoch setzen Unternehmen derzeit weiterhin stärker auf das Rentensegment denn auf die Aktienmärkte. Das hat die kontinuierliche Analyse der Kapitalverwaltungsgesellschaft Universal-Investment ergeben, die seit 2012 das bei ihr angelegte Spezialfondsvermögen analysiert.

In den Spezialfonds der Unternehmen ist der Aktienanteil in diesem Jahr auf rund 32 Prozent gesunken, nachdem er im vergangenen Jahr zeitweise auf 36 Prozent gestiegen war. Der Anteil liegt damit nur noch leicht über dem Durchschnitt aller Anlegergruppen (30,8 Prozent).

Bei Investments in Renten zeigt sich jedoch eine deutliche Diskrepanz zwischen Corporate-Anlegern und allen anderen. Während die Investoren insgesamt ihren Rentenanteil auf einen neuen Tiefstand von 47,4 Prozent senkten, agierten Unternehmen gegen den Markttrend. Bei ihnen stieg der Anteil auf 54,6 Prozent.

Beste Performance bisher bei Immobilienfonds

Der Grund liegt in ihrer Flexibilität: „Da klassische Anleihen in den Hauptanlageregionen USA und Europa zurzeit keine auskömmlichen Renditen ermöglichen, suchen gerade die weniger stark regulierten institutionellen Investoren wie Unternehmen nach Alternativen im Fixed-Income-Bereich“, erläutert Markus Neubauer, Geschäftsführer von Universal-Investment die Entwicklung. „Diese Anleger wählen immer häufiger Private Debt, also Darlehen, die an Unternehmen vergeben werden, meist verbrieft und damit handelbar sind.“

Bei der Performance zeigt die Suche nach Alternativen für Unternehmen bereits Wirkung. Ihre Spezialfonds erzielten im laufenden Jahr eine Performance von rund 3,88 Prozent. Im Durchschnitt aller Anlegergruppen waren es nur 3,69 Prozent.

Am besten schnitten Immobilienfonds ab, die eine Wertentwicklung von rund 8,83 Prozent erreichten. An zweiter Stelle kamen Rentenfonds mit einer Performance von 5,57 Prozent. Private-Equity-Fonds, die im vergangenen Jahr mit 18,2 Prozent absolute Überflieger waren, kommen in diesem Jahr nur auf eine Entwicklung von 2 Prozent. Hedgefonds und Dach-Hedgefonds entwickelten sich als einzige Assetklasse negativ.

Koegler[at]derTreasurer.de

Bleiben Sie über Trends im Cash Management, Updates bei der Treasury-Software, Treasurer-Wechsel und alle anderen News im Treasury-Bereich auf dem Laufenden und folgen Sie uns auf Twitter.