Interview

30.04.14 08:00

„Wir streben 2 Prozent über Geldmarkt an“

Von Andreas Knoch

Kai Otto, Leiter Kapitalmarkt & Asset Management, und Dr. Julia Stolpe aus dem Konzern Treasury, über das Asset Management bei Volkswagen

VW legt seine strategische Liquiditätsreserve in Absolute-Return-Strategien an.

Volkswagen

VW legt seine strategische Liquiditätsreserve in Absolute-Return-Strategien an.

>> Viele Unternehmen sitzen zurzeit auf hohen Cashreserven. Wie investiert VW seine Überschussliquidität?

>> Wir fahren im Asset Management einen sehr konservativen Ansatz. Einen großen Teil unserer liquiden Mittel legen wir in kurzfristigen Bankeinlagen an. Bei dieser Vermögensanlage steht weniger die Verzinsung, sondern vielmehr die Sicherheit und die Verfügbarkeit im Vordergrund. Das damit verbundene Kontrahentenrisiko steuern wir über ein striktes Kontrahentenrisikomanagement. Ein weiterer Teil der Bruttoliquidität wird als strategische Reserve vorgehalten. Neben der Sicherheit geht es hierbei auch um die Erwirtschaftung einer bestimmten Zielrendite. Wir streben eine annualisierte Rendite von rund 2 Prozent über Geldmarkt an – ein Ziel, das wir in den vergangenen Jahren auch erreicht haben.

>> Nach welchen Kriterien allokieren Sie die strategische Liquiditätsreserve?

>> Die Anlage der strategischen Liquiditätsreserve erfolgt in Absolute- Return-Strategien. Diese Strategien werden unter Optimierungsgesichtspunkten zusammengestellt und ausschließlich über Spezialfonds umgesetzt. Aufgrund der Maßgabe eines positiven Wertbeitrags der Kapitalanlagen zum Konzernergebnis und zur Einhaltung unserer Risikovorgaben vereinbaren wir dabei entsprechend restriktive Anlagerichtlinien für die Fondsmanager. Das Risikobudget ist auf jährlich 5 Prozent beschränkt.

>> Wie setzen Sie diese Ziele bei der Strategie- und Managerauswahl um?

>> Bei dem Auswahlprozess einer Absolute-Return-Strategie werden verschiedene Kriterien sorgfältig geprüft: der Investmentansatz, das Rendite-Risiko-Profil sowie das Risikomanagement zur Steuerung der Einhaltung der Wertuntergrenze in Höhe von 95 Prozent. Des Weiteren analysieren wir, ob eine Strategie zum bestehenden Gesamtportfolio einen Diversifikationseffekt leisten kann. Bei gravierenden Veränderungen im Marktumfeld behalten wir uns entsprechende Änderungen der Anlagerichtlinien vor. So haben wir auf die Euro-Krise beispielsweise mit dem Ausschluss von Anlagen in der Euro- Peripherie reagiert.

Knoch[at]derTreasurer.de