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23.11.18
Cash Management & Zahlungsverkehr

28 Banken entwickeln Request-to-Pay-Lösung

Zahlungsverkehr in Echtzeit ist möglich, findet aber noch kaum statt. 28 Banken entwickeln nun gemeinsam eine Request-to-Pay-Lösung. Vor allem Onlinehändler versprechen sich viel von diesem Bezahlverfahren.

Der Versand von Zahlungsaufforderungen („Request to Pay“) könnte der neue Trend im C2B-Zahlungsverkehr werden. Der Begriff beschreibt Verfahren, bei denen Zahlungen direkt und in Echtzeit vom Bankkonto des Kunden ausgelöst werden. Möglich ist dies durch eine Kombination der Sepa Instant Payments und der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, die Banken dazu verpflichtet, ihre Systeme für Drittdienstleister zu öffnen. Vor allem Onlinehändler wie die Otto Gruppe erhoffen sich von Request-to-Pay-Lösungen eine schnellere Bezahlung offener Rechnungen sowie eine bessere Zuordnung eingehender Zahlungen zu Kundenbestellungen.

Darauf reagiert nun auch die europäische Bankenbranche: Das privatwirtschaftlich organisierte Clearing-Haus Eba Clearing startete Anfang dieser Woche eine Request-to-Pay-Taskforce. Ziel dieser Gruppe ist es, eine europaweit einheitliche Lösung für das Verfahren der Zahlungsaufforderung zu entwickeln. Unter den 28 Banken, die sich an der Taskforce beteiligen, sind auch vier deutsche Häuser: die Commerzbank, die Deutsche Bank, die Hypovereinsbank und die Helaba. Ein erster Entwurf des Verfahrens soll bereits im ersten Halbjahr 2019 stehen. Wann die Lösung in den Live-Betrieb gehen soll, teilte Eba Clearing nicht mit.

PSD2 mischt die Karten im Zahlungsverkehr neu

Doch die Zeit drängt: Schließlich sind die Banken bereits ab dem kommenden Herbst dazu gezwungen, Fintechs Zugang zu Kundenkonten und -daten zu gewähren. Über offene Schnittstellen (APIs) können sie Zahlungen dann direkt von Bankkonten auslösen. Wollen sich die Banken nicht zum reinen Zahlungsabwickler degradieren lassen, müssen sie selbst neue Angebote entwickeln. Die Deutsche Bank etwa hat daher im Mai ein Pilotprojekt mit dem weltweiten Verband der Fluggesellschaften (IATA) gestartet. Dort nennt man die Methode, die vor allem teure Kartenzahlungen ersetzen soll, Push Payments. Die Idee ist allerdings die gleiche wie bei Request to Pay.

Eba Clearing will nun einen paneuropäischen Standard für das Request-to-Pay-Verfahren schaffen - und damit vermeiden, dass es zu einer Fragmentierung des Marktes kommt. Zugleich gelte es, die vielen verschiedenen Anwendungsfälle zu berücksichtigen, in denen Request to Pay Mehrwert schaffen kann, so das Clearing-Haus. Wenn die Betragsobergrenze von 15.000 Euro bei Instant Payments fällt, könnte das Verfahren auch für B2B-Zahlungen interessant werden.

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