Internationales Cashpooling ist oft nicht so grenzenlos, wie es sein sollte

15.03.12 13:44

Cashpooling stößt an Grenzen

Von Stefan Peter

Das internationale Cashpooling ist bei weitem nicht so einfach wie es viele Treasurer gerne hätten. Länderspezifische Vorschriften und unterschiedliche Standards machen ihnen vielerorts das Leben schwer.

Internationales Cashpooling stößt vielerorts auf Hindernisse.

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Internationales Cashpooling stößt vielerorts auf Hindernisse.

Auch beim internationalen Zahlungsverkehr, der für ein Cashpooling erforderlich ist, bedeutet „international“ keineswegs einheitliche Standards. Schon außerhalb Europas sind Begriffe wie IBAN oder BIC fast unbekannt. Viele Regionen führen eigene Standards. Zahlungsverkehrsprogramme müssen mit den Variationen arbeiten können, um staatenübergreifende Transaktionen zu ermöglichen. Die übliche Schnittstelle für Cash-Management-Programme ist der MT940, über den die Systeme die für ein Cashpooling benötigten Kontoinformationen erhalten. Auch die Anbindung über EBICS ist denkbar, um ohne zwischengeschaltetes System Daten von mehreren Banken abzuholen.

Eine weitere Variante ist die Anbindung ans Swift-Netz. Lösungen für das Cashpooling werden von großen Banken angeboten, können aber auch über Treasury-Management- Systeme in der Treasury- Abteilung eines Konzerns umgesetzt werden. Beides hat Vor- und Nachteile. Bei der Bankenlösung ist es oft erforderlich, alle gepoolten Konten bei der gleichen Bank zu führen. Diese Art des Cashpoolings ist häufig national begrenzt. Idealerweise werden internationale Cashpool-Lösungen in zwei Ebenen umgesetzt. Eine Ebene in jedem Land, auf der die lokalen Konten gepoolt werden, und eine zweite, die die Cashpools der Länder zusammenführt.

Zahlreiche länderspezifische Vorschriften zum Cashpooling

Auch in der EU gibt es nationale Besonderheiten. In Italien ist ein Notional Pooling generell nicht möglich, da eine Vermischung von Konten unterschiedlicher Gesellschaften nicht gestattet ist. In vielen Ländern müssen bestimmte Zahlungsverkehrsbestände aufgrund von Devisentransfervorschriften der jeweiligen Zentralbank gemeldet werden. In Spanien ist beispielsweise selbst die Eröffnung eines Kontos durch eine ausländische Gesellschaft meldepflichtig. Auch müssen die am Cashpool beteiligten Unternehmen Verträge untereinander abschließen, in Frankreich und Spanien ist dafür die Schriftform vorgeschrieben.

Redaktion[at]derTreasurer.de