Die Commerzbank ist seit gestern auch Teil des Instant-Payment-Netzwerks und ermöglicht Kunden Geld in Echtzeit zu empfangen.

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27.02.19
Cash Management & Zahlungsverkehr

Commerzbank kann Instant Payments empfangen

Nach der Hypovereinsbank, der Deutschen Bank und der DZ Bank ist jetzt auch die Commerzbank echtzeitzahlungsfähig. Ab sofort können Kunden der Bank Instant Payments empfangen. In Echtzeit bezahlen ist aber noch nicht möglich.

Das Instant-Payment-Netzwerk in Deutschland wird dichter: Die Commerzbank ermöglicht ihren Kunden seit dem gestrigen Dienstag,  Echtzeitüberweisungen zu empfangen. Damit ist auch die letzte große deutsche Bank Instant-Payment-fähig.

Allerdings: Commerzbank-Kunden können die Echtzeitbezahlungen zunächst nur empfangen, aber nicht selbst tätigen. Das Auslösen von Instant Payments soll laut der Bank im nächsten Schritt folgen. Wann dieser erfolgen wird, gab die Commerzbank allerdings noch nicht bekannt.

Wichtiger Schritt für Instant-Payment-Netzwerk

Damit sich Instant Payments in Deutschland durchsetzen können, braucht es Reichweite. „Denn nur wenn viele Finanzinstitute mitmachen, ist sichergestellt, dass Kunden ihr Geld in wenigen Sekunden auf dem Konto haben,“ gibt Stefan Wloch, Zahlungsverkehrsverantwortlicher der Commerzbank in einer Pressemitteilung von Eba Clearing zu Protokoll.

Deswegen drängen Treasurer schon seit längerem auf eine bessere Erreichbarkeit der Banken. Vor allem Handelskonzerne versprechen sich Vorteile vom Einsatz der Echtzeitzahlungen: Deshalb hatte der Versandhändler Otto kürzlich als erstes deutsches Unternehmen die Voraussetzung dafür geschaffen, Echtzeitzahlungen verarbeiten zu können.

Schleppender Start bei deutschen Banken

Den Startschuss für die Instant Payments im November 2017 nahmen deutsche Banken allerdings nur schleppend wahr: Zunächst bot lediglich die Hypovereinsbank Echtzeitzahlungen an, im Sommer 2018 folgten  die Landesbanken und Sparkassen. Ende vergangenen Jahres zogen die Deutsche Bank und die DZ Bank nach.

Die Genossen sind bislang ebenfalls nur passiv erreichbar, doch das soll sich bald ändern: „Im Laufe des Frühjahrs werden die rund 30 Millionen Kunden der Genossenschaftsbanken Echtzeitzahlungen tätigen können“, kündigte Jürgen Kaczmarek, Head of Operations Management im Bereich Payments & Accounts bei der DZ Bank an. Auch die französische Großbank BNP Paribas erklärte im September, ihren Kunden bald Echtzeitüberweisungen anbieten zu wollen.

Dem Zahlungsverkehrsinfrastrukturbetreiber Eba Clearing zufolge, über dessen Plattform RT1 ein Gros der Sepa Instant Payments läuft, nehmen die Echtzeitüberweisungen derzeit vor allem in Deutschland, Italien, Spanien, dem Baltikum und Österreich an Fahrt auf. So hätten sich die über RT1 abgewickelten Transaktionen zwischen Ende Oktober 2018 und Ende Februar 2019 verdreifacht. Insgesamt wurden seit dem Start Ende 2017 nun fünfzehn Millionen Echtzeitüberweisungen im Gesamtwert von über acht Milliarden Euro über die Plattform abgewickelt.

Preispolitik bei Instant Payments variiert

Wie viel die Kunden für die Transaktionen in Echtzeit bezahlen müssen, hängt von der jeweiligen Bank ab. Viele Banken verlangen für die Instant Payments höhere Gebühren als für gewöhnliche Sepa-Überweisungen. Das liegt daran, dass viele Banken zunächst selbst Geld in die Hand nehmen müssen, um ihre internen Prozesse echtzeitfähig zu machen.

Neben den Kosten für die Echtzeitzahlungen ist die Betragsgrenze ein Durchsetzungsproblem für die Zahlungsmethode. Nur ein Teil der echtzeitfähigen deutschen Geldhäuser ermöglichen die Zahlungen auch über 15.000 Euro. Welche das sind, wird allerdings nirgends gelistet.

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Welche Banken bieten Echtzeitzahlungen an und woran scheitert ihr Einsatz in der Breite noch? Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserer Themenseite Instant Payments.

Lesen Sie auch die Analyse unserer Schwesterpublikation FINANCE zum Jahrestag der Instant Payment-Einführung in Deutschland.