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12.09.19
Cash Management & Zahlungsverkehr

Das bedeutet die PSD2 für Treasurer

Die zweite Stufe der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 tritt am Samstag in Kraft – in Deutschland dank Ausnahmeregeln der Bafin zwar erst einmal nur auf dem Papier. Mittelfristig dürfte sich für Banken, Händler und Treasurer aber einiges ändern.

Übermorgen ist es so weit: Ab dem 14. September müssen Banken ihre Infrastruktur für Fintechs, Technologiekonzerne und andere lizensierte Zahlungsdienstleister öffnen. So will es die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2. Mit ihr will die EU die Sicherheit und den Wettbewerb im Zahlungsverkehr erhöhen. Deshalb sollen Drittanbieter künftig über eine standardisierte Schnittstelle, die sogenannte PSD2-API, auf Bankkonten zugreifen können. So können sie Zahlungen direkt auslösen oder Informationsdienste anbieten, sofern der Kunde das wünscht.

In Deutschland – und speziell für Treasurer – ändert sich vorerst aber wenig. Zum einen hapert es nach Wahrnehmung der Finanzaufsicht Bafin bei vielen Banken noch an der Umsetzung der PSD2-Schnittstellen. Damit die Fintechs nicht benachteiligt werden, müssen Banken daher bis auf weiteres die bestehenden indirekten Wege des Kontenzugriffs offenhalten. Ursprünglich war geplant, dass die Banken diese Kanäle ab dem 14. September abschalten. Das verbat die Bafin nun bis auf weiteres.

Zum anderen dürfte es noch eine Weile dauern, bis APIs die heute üblichen Wege der Bankanbindung wie Host-to-Host, Swift oder Ebics ergänzen oder gar ersetzen werden. Dass die standardisierten Schnittstellen an Bedeutung gewinnen werden, scheint jedoch absehbar. Viele Banken betonen aktiv die Vorzüge der APIs, auch die TMS-Anbieter bereiten sich bereits darauf vor.

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PSD2 bedroht Geschäftsmodelle der Banken

Experten sind sich einig: Mittelfristig wird sich viel verändern. Die PSD2 bedroht sogar die derzeitigen Geschäftsmodelle der Banken. „Das Problem ist, dass die Banken den Zugang zur Kundenschnittstelle verlieren werden“, sagt Markus Strietzel, Senior Partner und Bankenexperte bei Roland Berger. Die Beratung hatte den Banken bereits vor zweieinhalb Jahren Ertragseinbußen in Höhe von 40 Prozent im Privatkundengeschäft prognostiziert - sowie in geringerem Umfang im Firmenkundengeschäft. „Seither haben die Banken zwar an dem Thema gearbeitet, doch die Erfüllung der regulatorischen Anforderungen dominiert in vielen Fällen“, beobachtet Strietzel.

Welche Banken bereits weiter sind, wie ihre Pläne mit APIs für Firmenkunden aussehen und was sich für den Handel im Zuge der PSD2 ändert, das lesen Sie in der Aufmachergeschichte des E-Magazins 17-2019.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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